Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
17:43
22.08.2019
DIESE WOCHE: Eine andere Daytoner Konferenz?- Nein zur EUMIK- Studenten protestieren in Prishtina- Albanische National Armee- Friedliche Demonstrationen in Burma Newsletter Nr.63 der 'Bewegung für Selbstbestimmung

Eine andere Daytoner Konferenz? In dieser Woche gab es Berichte, dass eine Konferenz im November einberufen wird, um eine 'Vereinbarung' zwischen den albanischen und serbischen Verhandlungsmannschaften zu erreichen. Diese sogenannte 'Abmachung' wird von der 'Troika' vorbereitet. Der Zweck dieser Konferenz besteht nicht darin, eine Vereinbarung zu erzielen, sondern eine Vereinbarung zu diktieren. Wir erinnern uns allzu gut an die Risiken geschlossener Konferenzen. Viele derselben Leute, die heute in der Verhandlungsmannschaft von Kosova sind, nahmen an der Rambouillet Konferenz von 1999 teil.

 

Hinter verschlossenen Türen unterzeichneten sie ein Dokument, dass Serbiens Souveränität über Kosova anerkennt, weil ihnen ein Referendum nach 3 Jahren von den Amerikanern versprochen wurde. Ein Versprechen, dass gesetzlich nicht verbindlich war, und nie eingehalten wurde. Sie gingen einen Kompromiss ein. Wir präsentieren und vertreten eine andere Idee: Warum befragt man nicht die 2 Millionen Menschen die in Kosova leben, durch eine Referendum, was denn gern ihr zukünftiger Status wäre


Nein zur EUMIK

Unabhängig vom Ergebnis der Verhandlungen, bereitet die EU ihre zukünftige Mission in Kosova vor. Man sagt, dass es ihre größte Mission wird, mindestens 1.875 Menschen als Gerichts- und Polizeipersonal, sind vorgesehen.. Diese Zahl allein, erklärt was ihre wahre Mission ist: Kontrolle. Kosova braucht jedoch keine weiteren internationalen Polizisten oder Richter oder Rechtsanwälte. Kosova braucht Lehrer, Ärzte, und Krankenschwestern. Und Kosova benötigt Freiheit. Diplomaten haben vorgeschlagen, dass die Mission auf Einladung des Generalsekretärs der UN und auf Einladung durch Kosova begonnen werden kann, ohne die Resolution 1244 zu ändern. So wird die internationale Verwaltung Kosovas mit nur einer Änderung des Namens, des Personals und des Wohnsitzes, fortgesetzt. Haben wir acht Jahre lang wirklich darauf gewartet?


Studenten protestieren in Prishtina


Heute am 10. Oktober, organisierten die Studenten der Universität von Prishtina einen Protest für die Selbstbestimmung. Fast eintausend Menschen marschierten, für ein Referendum für die Selbstbestimmung. Der Marsch bewegte sich, von der Universität vorbei an den 'Provisorischen Institutionen' bis zum Sitz der UNMIK. Bergarbeiter aus Trepça, die Lëvizja VETË- VENDOSJE! Und die „Vereinigungen der Kriegsveteranen“ unterstützten diese Demonstration.


Albanische National Armee

Letzte Woche, übertrug ein RTK-Fernsehbericht, ein Interview mit bewaffneten und maskierten Mitgliedern der „Albanischen National Armee „(ANA). Sie stellten fest, „dass sie Autos in der Nähe von der Grenze mit Serbien überprüften, da dies ein Gebiet ist, indem die KFOR nicht patrouilliere“. Die . UNMIK hat die ANA als eine Terroristenorganisation klassifiziert und der Bericht kreierte wilde Medienspekulationen über die ANA und die Möglichkeit der Gewalt in Kosova. (Beachten sie hierbei, die Garde von Car Lazar, eine bewaffnete Organisation in Serbien und Kosova, die behauptet, dass sie „kämpfen werde um die Unabhängigkeit Kosovas zu verhindern“. Diese Organisation wurde von der UNMIK nicht als terroristisch klassifiziert. Sie wurden gerade mal davon abgehalten, Proteste in Kosova zu organisieren und ihre Uniformen hier zu tragen). Wir denken, dass die beste Methode, die Freiheit von Serbien zu sichern darin besteht, gewaltlose Massendemonstrationen auf den Straßen von Prishtina und in jeder Stadt in Kosova zu organisieren ist. Wir sind 'Extremisten' und 'radikal' genannt worden, da wir dies vorschlugen, und 'gewaltsam', da wir Flaschen mit Farbe an das Gebäude der UNMIK warfen. Wir sind sogar 'Feinde des Volkes' genannt worden, da wir vorschlagen, dass die Leute ihr demokratisches Recht zu demonstrieren ausüben. Gerade weil wir keinen Krieg in Kosova wollen, fordern wir das Recht auf Selbstbestimmung. Das ist die einzige Möglichkeit, anhaltenden Frieden zu sichern.


Friedliche Demonstrationen in Burma


In Birma starben diese Woche gewöhnliche Leute, weil sie für die Demokratie und ein Ende der militärischen Zwangsherrschaft demonstrierten. Seit 1962 herrscht im Land eine brutale Militärjunta. Das Regime hatte zugegeben, dass 13 Menschen gestorben sind, obwohl die Demokratische Stimme Birmas, eine in Oslo agierende Exil- Gruppe, glaubt, dass die Zahl der Todesopfer mindestens 138 ist. Mehr als 2.000 Menschen sind gemäß der Hilfe-Vereinigung für Politische Gefangene in Birma verhaftet worden. Keiner weiß, wie viele Mönche, die die Demonstrationen organisierten, verhaftet oder getötet worden sind. Ihre Klöster sind verlassen. Einige Berichte vermuten, dass mehr als 1.000 Mönche verhaftet worden sind. Allein die Tatsache, dass irgendjemand den Mut hatte zu demonstrieren, ist ein Beispiel für den Mut der Menschen. Es geschah erst 1988, dass das militärische Regime zwischen 3.000 und 5.000 Menschen nach prodemokratischen Protesten tötete. Aung San Suu Kyi, die Führerin der oppositionellen „Nationalen Liga für die Demokratie“, die die Wahl 1990 erdrutschartig gewann, hat mehr als 11 der letzten 18 Jahre verschiedene Formen der Haft erlebt. Sie wird zurzeit unter Hausarrest gehalten, obwohl es Berichte gibt, dass sie in ein Sicherheitsgefängnis verlegt worden ist, damit sie nicht als mobilisierender Faktor für die Protestierenden handelt. Eine einfache Statistik erklärt die Beziehung zwischen dem militärischen Regime und den Menschen in Birma: Es werden weniger als 2 % des Budgets für die Gesundheitsfürsorge, aber mehr als 40 % für die Streitkräften ausgegeben.

WAS GESCHAH?:

Die Proteste entwickelten sich, als die militärische Regierung den Preis des Brennstoffs erhob. Am 15. August verdoppelte die Regierung den Preis von Benzin und Diesel, während die Kosten von komprimiertem Benzin, verwendet in Bussen, um das fünffache erhöht wurde. Als Antwort organisierten Studentenführer von den 1988-er Protesten kleine Demonstrationen am 19. August, während welcher, sie aber schnell verhaftet wurden. Anfang September wurden 3 Mönche die protestierten, von Soldaten geschlagen. Die Mönche werden in der birmanischen Gesellschaft verehrt. Die Generäle weigerten sich, sich für diese Handlung zu entschuldigen, woraufhin die Mönche, sie im Zeichen des Widerstands, effektiv exkommunizierten. Am 21. September erschien der Bund 'Alle Birmanischen Buddhistischen Mönche' aus der Untergrundbahn, um die Proteste zu koordinieren und gewöhnliche Leute zu ermutigen, friedlich gegen die "teuflische militärische Zwangsherrschaft" zu kämpfen. Diese Demonstrationen breiteten sich dann in über mehr als 20 Städten aus, einschließlich Rangoon, der ehemaligen Hauptstadt, wo man am 24. September mehr als 100.000 Menschen auf die Straße, zu der größten Demonstration für Demokratie seit den Studentendemonstrationen von 1988, brachte. Am nächsten Tag führte das Regime sein gewaltsames scharfes Vorgehen durch. Ungeachtet der Tatsache dass jetzt die Armee junge Einberufene von armen Familien einschließt, von denen viele, Verwandte in den Klöstern haben, gibt es nun Gerüchte von einer Spaltung innerhalb des Militärs. Die Mehrheit der Zeichen des öffentlichen Widerstandes, sind verschwunden. Im Augenblick scheint es, dass die Proteste zu Ende sind und sich die Unterdrückung verstärkt.


GEWALTLOSE HANDLUNG:

Oberflächlich betrachtet, sieht es aus, als ob Gewaltlosigkeit gegen Regime, die bereit sind ihre Menschen zu töten, einfach nicht funktionieren. Wenn es auch mindestens 400.000 Mönche in Birma gibt, der Zahl von Soldaten entsprechend, so sind sie angesichts der Gewalt im Wesentlichen kraftlos: Ein Soldat kann viele Mönche erschießen. Aber, dadurch, dass sie die Proteste organisierten und eine politische Führung zur Verfügung stellten (es waren Mönche, die begannen, 'Demokratie' zu schreien, und die entschieden, gewöhnliche Menschen aufzurufen, sich ihnen auf den Straßen anzuschließen), haben die Mönche sichergestellt, dass ihre Demonstrationen das Regime innerlich und äußerlich geschwächt haben. Ihre Handlungen haben den Leuten in Birma demonstriert, dass es möglich ist, dem Regime gegenüberzutreten, wenn Demonstrationen organisiert werden - dadurch, dass es organisiert war, hatten sie die Möglichkeit zwölf Tage zu überleben, bevor das Regime gewaltsam antwortete. Durch die Organisation und politische Führung haben sie den Willen der Birmanen demonstriert, von militärischer Unterdrückung frei zu sein, sie haben den Menschen ihre verlorene Würde wieder gegeben und ihr Bewusstsein gehoben. Und, trotz dieser kaum erforderlichen Aufdeckung des Charakters der Junta, haben die Leute durch ihr Engagement zur Gewaltlosigkeit gezeigt, wie weit das militärische Regime bereit ist zu gehen, um die Menschen zu unterdrücken und um die Macht aufrechtzuerhalten. Indem sie ihre Bereitschaft zeigen, den heiligen Status der Mönche zu verletzen, haben die Generäle auf die zerlumpten Reste dessen gezielt, was im birmanischen Leben wertvoll ist. Sie haben den klaffenden Abgrund zwischen den Absichten des Regimes und den Wünschen der Menschen deutlich gemacht..