Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:47
24.03.2019
/Übersetzung aus dem Albanischen/ Das Handbuch zur Schaffung eines „faschistischen“ Systems in Kosova wird mit unvergleichbarem Tempo seitens der Regierenden vorangetrieben. Das letzte Beispiel wurde in den letzten Tagen publik gemacht, als die Kosovarische Treuhandagentur (AKM) den Arbeitnehmern das Recht auf Veranstaltungen, von öffentlichen Versammlungen und Protesten verbieten wollte. Dieses Vorhaben ist nur ein weiterer Schritt in die Richtung der Auflösung der „Offenen Gesellschaft“,

die auch in ihrem Wesen in Kosova nur ganz formal existiert. Der Tyrann, in diesem Fall, die AKM beabsichtigt nach der Usurpation des unterirdischen, irdischen, industriellen, technischen und kaufmännischen Besitztums/Vermögens auch die Usurpierung der menschlichen Ressourcen. Diese an die Arbeiter Kosovas adressierte Drohung, durch welche sie zum Protestverzicht befehligt werden, kann nicht anders als Usurpierung der Grundrechte der Arbeiter und somit ihres eigenen Daseins verstanden werden.

 Warum tat die AKM dies ausgerechnet jetzt? Dieses Verbot hätte die AKM auch bei ihrer Gründung festlegen können. Die AKM weiß etwas. Diese Institution und die Institution, aus der sie hervorgetreten ist, die UNMIK, weiß ganz genau, dass die Geduld der Arbeiter bald ihr Ende haben wird. Die Chancen, dass die Bergleute und Arbeiter anderer Unternehmen Massendemos veranstalten werden, steigt stetig, weil die Ungerechtigkeit gegen sie auch stetig steigt. „Ferronikel“ wurde zu einem Minimalpreis verkauft. Und dem Käufer wurden minimale vertragliche Konditionen auferlegt. Ein Großteil der Belegschaft wurde von der neuen Unternehmensführung nicht übernommen. Auch der den Arbeitern zustehende 20 % Pflichtanteil aus dem Verkaufserlös des Unternehmens für die Belegschaft, wurden überhaupt nicht an die berechtigten Arbeiter gezahlt. Das gleiche Schicksal trifft fast auf alle öffentlichen Unternehmen Kosovas zu, die durch die AKM verkauft worden sind. Die Rechte der Arbeiter wurden stets ignoriert. Jetzt plant man auch den Verkauf von „Trepca“. Was die AKM betrifft, stellt sie die Kulmination der Ungerechtigkeit dar. Dies ist auch den Offiziellen der AKM bewusst, deshalb drohen sie mit dem Verbot von öffentlichen Versammlungen, Kundgebungen und Protesten. […]

 Die AKM sah sich nach einer Weile gezwungen diese Entscheidung, genauer gesagt dieses Verbot von Arbeiterprotesten zurückzunehmen, weil die BSPK (Gewerkschaftsvereinigung Kosovas) sich in ihrem Widerstand sehr entschlossen zeigte. Dieser Prozess passt zu der Tagespolitik in Kosova. Einerseits werden verschiedene Drohungen/Entscheidungen/Verstöße laut, die nur ein einziges Ziel haben, nämlich den Puls der Bürger und Organisationen zu messen. Nimmt man diese im Stillschweigen hin, dann werden die Drohungen/Entscheidungen/Verstöße in Kraft bleiben und rechtskräftig werden. Und falls ihnen laut und entschieden widersprochen wird, dann werden sie zurückgezogen. Der Sieg gegen diese ungerechte Regierungsmacht kommt durch Opposition und Entschlossenheit.

Die AKM musste vor den Arbeitern einen Rückzieher machen, weil sie ihre mögliche Vereinigung befürchtete. Auch dieser Regierungsapparat wird vor den Bürgern Kosovas aufgeben müssen, wenn sie uns, die Bürger vereint sieht.

 

Bewegung für Selbstbestimmung LPV

 
/Übersetzung erstellte im Auftrag der Redaktion Alban Ademi/

Zum Privatisierungsprozess in Kosova siehe auch Max Brym unter

http://kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&task=view&id=386&Itemid=38