Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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20.05.2019

Am 6. Juli wurde Albin Kurti in Prishtina einer gerichtlichen Anhörung unterzogen. Der bekannte Aktivist der LPV Kurti befindet sich seit 6. Juli wieder unter strengem Hausarrest in seiner Wohnung in Prishtina. Am 10 Februar nach einer Massendemonstration der LPV ( Bewegung für Selbstbestimmung) wurde Albin Kurti festgenommen und befand sich seit dieser Zeit fast ununterbrochen in den Gefängnissen des UNMIK Kolonialregimes in Kosova. Anbei dokumentieren wir in Auszügen die Rede von Albin Kurti, vor dem Kolonialgericht am 6. Februar in Prishtina


Dokumentation „ Ich erkenne Sie nicht an“

„Am 10. Februar 2007 wurde ich mehrmals mit Knüppeln von der UNMIK-Polizei geschlagen, nachdem es ihnen misslang micht zu töten. Ein Aktivist aus der Bewegung rettete mich, in dem er das Gewehr eines UNMIK-Polizisten entfernte, der nur einige Meter von mir entfernt stand und seine Waffe auf mich gerichtet hatte. Diese kriminellen UNMIK-Polizisten, verliessen den Tatort, gingen frei, nach Rumänien zurück, wo sie dann gerühmt und befördert wurden. Die Lizenz zum Töten und der Befehl zum Morden, wurden mit der Erlaubnis zum Verlassen des Tatortes kombiniert. Stattdessen, werde ich, eines der Opfer der Polizeigewalt, vom Justizwesen belangt. Das Justizwesen setzt den Plan und die Aktion der Polizei fort. Das Justizwesen ist Polizeijustiz. Die internationalen Staatsanwälte und Richter, die mit mir zu tun haben, sind, wie auch ihre Kollegen von der Polizei, immun gegenüber dem Gesetz, mit welchem sie mich anklagen und im Gefängnis halten. Ihre Regelung ist willkürlich und kann infolgedessen nicht legitim sein. Am 10. Februar beging die Menschenmasse kein Verbrechen. Die Polizei verübte ein schweres Verbrechen. Am 10. Februar war nicht ich es, der Dienstpersonen davon abhielt, ihren Dienst zu durchführen. Sie waren es, die uns von einem friedlichen Marsch abhielten. Darüber hinaus, sahen wir, was die Dienstaufgaben dieser Polizisten waren: Auf die Demonstranten zu schießen. Der Polizeieingriff war gewalttätig und hatte tragische Konsequenzen. Das juristische Nichteingreifen bezüglich des Polizeiverbrechens, ist ein zusätzliches Verbrechen. Dieses politisch motivierte Gerichtsverfahren gegen mich, ist ein krimineller Ersatz, in der Bestrebung, das wahre Verbrechen zu maskieren und somit die öffentliche Aufmerksamkeit abzulenken. Seit dem der Bericht des internationalen Staatsanwaltes, Robert L. Dean, es dem Gericht unmöglich gemacht hat, mich für die von der UNMIK-Polizei durchgeführten Verbrechen zu bestrafen, haben sie nun neue Argumente konstruiert. Diese basieren auf, was hätte geschehen können, falls die Demonstration am 10. Februar fortgesetzt worden wäre, ohne Einschreiten der Polizei. Man muss nur irgend eine der von Lëvizja VETËVENDOSJE! organisierten Demonstrationen betrachten, um zu erkennen, dass alle, ohne auch einen einzigen Unfall, einen einzigen Toten, in einer organisierten und disziplinierten Weise, unserem Plan entsprechend, vollendet wurden. Diese Demonstrationen waren niemals gewalttätig. Es ist wahr, dass wir Flaschen mit Farbe auf die UNMIK- und Institutionsgebäude warfen. Wir benutzten Kraft gegen diese Gebäude, nicht aber Gewalt, da man nicht gewalttätig gegenüber Objekten sein kann. Es kann nur dann Gewalt geben, wenn sie gegen eine Person gerichtet wird, die zumindest die Möglichkeit hat, sich zu wehren. Gebäude haben diese Möglichkeit nicht. Unsere Aktionen sind nicht mal Akte von Vandalismus. Vandalismus ist mutwilliges und arglistiges, unprovoziertes und unmotiviertes Zerstören von Objekten. Unsere Aktionen dagegen sind provoziert und motiviert. Der politische Prozess in Kosova ist beides: Provokation und Motivation. Motivierend, da das Volk Kosovas die Möglichkeit und Kraft hat, den aktuellen politischen Kurs in die Richtung ihres Willens und ihrer Interessen zu ändern. Provozierend, da es ein politischer Prozess ist, der, der Gegenwart und Zukunft Kosovas, sowie dem Wohl ihrer Bürger, ernsthaft schadet. Das einzige Mal, an dem generelle Gefahr auf unseren Demonstrationen bestand, war am 10. Februar als Resultat krimineller Akte von Seiten der Polizei... Die Verlängerung der Untersuchungshaft zeigte, dass das Gericht vor allem daran interessiert ist, mich in der Gegenwart und in der Zukunft zu isolieren. Die Vergangenheit war lediglich eine Ausrede. Da mich das Regime nicht beeinflussen konnte, versucht es nun, durch Gebrauch von Gerichten, mich daran zu hindern, Kosova zu beeinflussen. Es ist ganz klar, das ich nicht verurteilt werde. Man vorurteilt mich, da mein Charakter verurteilt wird... In diesem Prozess vertritt mich niemand, außer ich mich selbst. Der Anwalt wurde durch sie bestimmt. Er war ihre Wahl, nicht meine. Das Justizwesen, ist eine Institution innerhalb der UNMIK. Es ist weder unabhängig noch unparteiisch. Die UNMIK Regime ist ein antidemokratisches System mit einer neokolonialistischen Verwaltungsstruktur. Die UNMIK sollte Kosova verlassen. Je früher, desto besser. Für uns alle. Die Abreise UNMIK-s aus Kosova, sollte mit einem Referendum für das Volk Kosovas verbunden sein, mit welchem das Volk das Selbstbestimmungsrecht ausübt. Dafür, steht und handelt unsere Bewegung, und ich als ihr Mitglied. Abgesehen von der Tatsache, dass ich dieses Gericht sowie meine Anklagepunkte, die ich ohnehin nicht erhalten habe, nicht anerkenne und akzeptiere, würde ich trotzdem gerne der Staatsanwältin danken, dass sie mich auf Aufruf zur Resistenz anklagte. Resistenz ist mein zweitliebstes Wort. Wenn es etwas gibt, dass die Menschheit und Gesellschaft in der Geschichte voran getrieben hat, dann ist es gerade die Resistenz. „