Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
19:12
18.08.2019

Am vergangenem Samstag führte die LPV „ Bewegung für Selbstbestimmung „ eine erfolgreiche Demonstration für die Selbstbestimmung in Prishtina durch. Gerade in der deutschen Presse wird viel über die LPV spekuliert und teilweise verleumderisch SCHWADRONIERT. Aus diesem Grund publizieren wir gerne einen Artikel von zwei LPV Aktivisten, zum historischen Hintergrund und den ideologischen Prämissen der LPV.- Für die Redaktion Kastriot Zeka-


 

 


Dokumentation 


Die Bewegung „VETËVENDOSJE!“


Die Bewegung „VETËVENDOSJE!“ (auf Deutsch: Selbstbestimmung LPV) ist eine Gemeinschaft von Menschen, die jegliche Unterwerfung ablehnt und die Realisierung sowie das Erreichen der Selbstbestimmung für das Volk Kosova’s beabsichtigt.

Der Ursprung von „VETËVENDOSJE!“ beruht auf vielen Aktivitäten und Aktionen des KAN – Kosova Action Network- mit dem Ziel, ein aktives Bürgertum in Kosova zu bilden, das sich für die Anerkennung der universellen Werte in den Bereichen der Menschenrechte und Freiheiten, der sozialen Gleichwertigkeit und Gerechtigkeit, engagiert.

Im Jahre 1997 von einer Gruppe internationaler Aktivisten unter der Führung der amerikanischen Schriftstellerin Alice Mead, nun Alice W. James gegründet, machte sich KAN am Anfang für die Unterstützung der Bürgerinitiativen gegen die Okkupation und Diktatur Serbiens in Kosova stark; wie die Unterstützung der unabhängigen Studentenunion der Universität Prishtina (UPSUP) und ihrer friedlichen Proteste für die Freigabe der universitären Objekte und Räumlichkeiten. Die Arbeit von KAN wurde mit der Dokumentation der Kriegsverbrechen fortgesetzt.. Ihren Höhepunkt erreichte KAN in den Jahren 1999 und 2000 mit der A-PAL (Albanian Prisoner Advocacy List), eine Kampagne für die Befreiung von Kriegsgeiseln. Im Juli 2003 wurde beschlossen, dass das Zentrum von KAN in Kosova sein sollte, um auch dort ein eigenes Netzwerk zu schaffen. KAN hat seitdem durch die Teilnahme vieler Aktivisten aus ganz Kosova, mehrere Aktivitäten, zur Stärkung der Individuen, überall in Kosova, als auch der Gründung einer dynamischen und repräsentativen Gesellschaft, organisiert.


KAN organisierte eine Petition zur Unterstützung der Beleuchtung der Schicksale, gekidnappter Personen in Kosova, wobei sie 236.311 Unterschriften sammelte; dann folgte der zivile Ungehorsam der Familien verschollener Personen (Ablehnung der Zahlung von Steuern und öffentlichen Gebühren), welcher seit dem 31. März des vorigen Jahres begann. Ebenso haben wir Straßen und Kreuzungen blockiert; wir haben Fotos von den Vermissten auf die Parlaments- und Regierungsumzäunungen angebracht; dann haben wir auf Leintüchern, die uns jedes Mal von der hiesigen Polizei gestohlen worden sind, mit Anklagen für die Ermordungen und Massaker in Krushe e Vogël, in Gjakovë und in Reçak, mit den Namen der verantwortlichen Personen veröffentlicht. Das alles wurde in Zusammenarbeit mit den Verwandten und Familien der verschollenen Personen durchgeführt.


Am 10. Juni 2004 erklärten sich durch Pfeifen, Musik und Rote Karten, beim Protest gegen die Resolution 1244 und anlässlich ihres 5. Jahrestages, über 1000 Protestierende rund um das UNMIK-Gebäude selbst zu Bürgern und Aktivisten. (Wir in Kosova werden nur als Bewohner gesehen, ein Status, den auch der Asylant genießt!). Die Aktivisten verlasen die Bürgererklärung und verpflichteten sich, das antidemokratische UNMIK-Regime zu bekämpfen. (Dieser Protest stellt nur den konzeptuellen Ursprung dar, von dem was heute als die Bewegung „VETËVENDOSJE!“ bekannt ist). Anschließend ging es mit einer Tour durch die Städte Kosovas weiter, wobei mittels Diaprojektoren an die Regierungs- sowie öffentlichen Wände, die Parolen gegen das antidemokratische UNMIK-Regime projiziert wurden.


Später, umringten die KAN Aktivisten zwei Mal das UNMIK-Gebäude mit einem gelben Band, worauf geschrieben war: „Ort des Verbrechens/Nicht durchgehen“. Einmal, am 13. Februar 2005 bewarfen die Aktivisten den serbischen Präsidenten Boris Tadic mit verdorbenen Eiern. Mit Eierwürfen wurde auch Vuk Draskovic, Außenminister der Union Serbien-Montenegro, bei seinem Besuch in Prishtina am 27. Juni 2005, empfangen.


Die anderen Aktivitäten umfassen den Widerstand gegen den Dezentralisierungsprozess in Kosova, wobei wir, bei der Gelegenheit in Gjilan, Dardanë, Mitrovicë (die am gefährdetsten Ortschaften), die aus Holz geschnitzten Buchstaben für das Wort „Dezentralisierung“ verbrannten; da dieses Projekt vor der Unabhängigkeit Kosova’s, zur Teilung und Zerstückelung Kosovas führt.


KAN, hängte am 26. März, am 7. Mai und am 10. Juni 2005, gemeinsam mit den Organisationen „Thirrjet e Nënave“ aus Gjakova, „26 marsi 1999“ aus Krusha e Vogël und den Familien aus Reçak, drei Leintücher von Dimensionen über 20 x 4 m an den UNMIK nahe stehenden Gebäuden auf. Das erste Leintuch enthielt die Namen von 56 Personen, die von den Familien der Opfer, als Verantwortliche für die Ermordung und die Entführung von 112 Bewohnern des Dorfes Krushë e Vogël angeklagt werden. Das zweite Leintuch enthielt die Namen von 35 Personen, die von den Familien der Opfer, als Verantwortliche für die Ermordung von 750 Bewohnern und die Entführung von 680 Personen aus der Region Gjakova – die noch nicht gefunden worden sind – angeklagt werden, während auf dem dritten Leintuch, die Namen von 20 Personen geschrieben waren, die von den Familien der Opfer aus Recak für die Ermordung und den Massaker an 42 Dorfzivilisten angeklagt werden.


Das Engagement vom Kosova Action Network wurde auch durch andere Aktivitäten fortgesetzt, wie zum Beispiel die Unterstützung der Organisation „Thirrjet e Nënave“ zur Realisierung des zweiten Teiles der Kampagne „Sie fehlen uns allen“, als man die Namen aller vermissten Personen Kosova’s, unabhängig von ihrer ethnischen, religiösen oder Zugehörigkeiten, an zehn Billboards und an zehn „City-Lights“ der Hauptstadt anbrachte.


Am 12. Juni 2005 wurden an die Mauer rund um das UNMIK - Gebäude die Parolen „Keine Verhandlungen - Selbstbestimmung“ geschrieben, wodurch sich KAN definitiv in die Bewegung „VETËVENDOSJE!“ transformierte. Die Aktionen des Schreibens von Parolen wurden fast in allen zentralen Städten/Orten Kosovas fortgesetzt. Bei diesen Aktionen hat der Polizeidienst Kosovas (KPS) in Zusammenarbeit mit der internationalen Polizei rund 130 Aktivisten der Bewegung festgenommen, wobei einige von ihnen mit Gefängnisstrafen oder auch Geldstrafen bestraft wurden.


Gegenwärtig hat die Bewegung „VETËVENDOSJE!“ ihre Aktivität auf viele Städte und Orte Kosovas ausgedehnt. Sie zählt hunderte Aktivisten, tausende von Anhängern, stets in Bemühung das Volk Kosovas für die Mission des Erreichens und der Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts zu mobilisieren und zu organisieren. Maximal entschlossen und engagiert. Bis zur Selbstbestimmung für das Volk von Kosova.


Geschrieben von A.A. Hannover und F.K. Prishtina