Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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20.05.2019
Newsletter der- Bewegung für Selbstbestimmung- LPV- Ausgabe NR. 25 2007

Selbstbestimmung ist das Recht aller kolonisierter Völker. Fehlender bzw. mangelnder Fortschritt in Politik, Volkswirtschaft, Gesellschaft oder Bildung kann nicht als ein Vorwand für die Verzögerung der Unabhängigkeit dienen. (Resolution 1514 des UNO-Sicherheitsrates vom 14. Dezember 1960) Diese Woche im Newsletter: Am 27. Januar 2007 Demonstration in Genf- Allgemeine Veranstaltungen- Medienkampagne für den Bericht Ahtisaaris- Die Wahlen in Serbien boykottieren.

Demonstration in Genf am 27.Januar

 


Die Bewegung für Selbstbestimmung führt am Samstag, den 27. Januar 2007 um 14 Uhr eine Demonstration vor dem UNO Hauptquartier in Genf/Schweiz durch. Für Kosova beginnt das achte Jahr unter der undemokratischen internationalen Verwaltung der UNMIK, die unserem Volk das Recht auf die Selbstbestimmung verweigert. Uns wird nicht nur die Freiheit bestritten, sondern wir werde jetzt mit der Teilung durch die Dezentralisierung, durch die Usurpation unserer Kultur mittels der Entwicklung von speziellen Zonen um Orthodoxe Kirchen und Klöster, und die Schaffung von autonomen serbischen ethnischen Einheiten innerhalb unserer Grenzen bedroht, ähnlich wie in Bosnien. Diese zerstörenden Prozesse sind Bestandteil des berühmten Pakets von Ahtisaari, der uns und die kommenden Generationen gefährden wird. Unsere Freiheit ist nicht verkäuflich! Und so fordern wir Sie auf, sich uns am 27. Januar 2007 vor dem Hauptquartier der Vereinten Nationen in Genf anzuschließen.


Veranstaltungen in Besianë, Kastriot und Fushë Kosovë


In dieser Woche hat die Bewegung VETËVENDOSJE drei öffentliche Veranstaltungen abgehalten. Am Dienstag sprach Xhelal Sveçla und Visar Ymeri mit der Bevölkerung des Bezirks Kuvajti in Besianë (Podujeva). Die Einwohner dort sagten ihnen, dass sie bereits verstanden hätten, was die Frist 'vorläufig' wirklich bedeutet, wenn dies durch UNMIK gesagt wird, weil sie seit siebeneinhalb Jahre noch 'in der vorläufigen' gebauten Unterkunft leben, nachdem ihre Häuser während des Krieges zerstört wurden. Am Mittwoch traf Glauk Konjufca, die Dorfbewohner von Obrançë, in Besianë . Die Versammlung fand in der Schule statt, wo alle öffentlichen Sitzungen stattfinden, dies trotz der Bemühungen des lokalen Direktors für Bildung der uns daran hindern wollte. Einen Tag später sprachen Albin Kurti und Frashër Krasniqi, mit Einwohnern im Dorf Muzakaj, Kastriot. Einer der Dorfbewohner sagte „ich stimme dem Albin völlig zu. Die internationale Gemeinschaft hat uns nie geholfen, ohne dass wir uns selbst geholfen haben“ . Am Samstag trafen Albin Kurti und Xhelal Sveçla die Einwohner von Fushë Kosovë.


Und noch mehr Verhandlungen


Laut EU-, US- und NATO-Quellen wird es weitere zwei Monate Verhandlungen geben, nach der Veröffentlichung des Berichts von Ahtisaari am 26. Januar. Was kann die Verhandlungsmannschaft von Kosova zusätzlich noch anbieten? Sie haben bereits durch die -Dezentralisierung- ein Drittel unseres Territoriums an Serbien aufgegeben. Sie haben bereits ohne eine einzige Grundlage - akzeptiert, dass die orthodoxe Kirche in Kosova serbisch ist und waren bereit 39 'exterritoriale' Zonen um diese Kirchen und Klöster zu schaffen. Sie haben die ständige Anwesenheit der NATO ohne eine entsprechende Abmachung akzeptiert. Sie haben zugestanden, dass Kosova jetzt statt von der UNMIK durch die EU regiert wird. Was gibt es noch zu verhandeln? Im letzten August, als Ahtisaari Prishtina besuchte, zeigten wir eine Karte, die seine Pläne für die Dezentralisierung nachzeichnete. Diese Karte, zeigt die vorhandenen fünf serbischen Hauptgemeinden (Zveçan, Zubin Potok, Leposaviq, Shtërpcë und Novobërdë); es zeigt das gegenwärtige 5 + 1 Final-Angebot der Verhandlungsmannschaft (Nördliches Mitrovica, Graçanica, Partesh, Ranillug, Kllokot und das Verdreifachen von Novobërdë); und es zeigte auch vier Extra-Gemeinden in Pejë und Burim, wir sagten voraus, dass die Verhandlungsmannschaft -Bajë, Osojan, Bincë und Gorazhdec anbieten würde. Es sind diese zusätzlichen Gemeinden, die ein Thema dieser neuen Verhandlungen sein werden.

 

 
Kampagne für Ahtisaaris Bericht


Die „Gruppe der Einheit“ (Bezeichnung der kosovarischen Verhandlungsgruppe) bereitet eine Medienkampagne vor, um den Bericht von Ahtisaari an die Bevölkerung von Kosova zu verkaufen , und identifiziert als ihre Hauptfeinde, die sie als 'Achse des Bösen' bezeichnet, die Medien und die „Bewegung für Selbstbestimmung“. Wir freuen uns, dass die „Gruppe der Einheit“ anerkennt, dass wir einer ihrer Hauptfeinde und ein Feind des Ahtisaari-Berichts sind, der sicherstellen wird, dass Kosova keine Souveränität und keine Unabhängigkeit bekommt. Aber wir stimmen mit den Medien nicht überein. Offensichtlich wissen sie (die Mitglieder der Verhandlungsgruppe) nicht, wer ihre Freunde sind, oder sie versuchen absichtlich eine Tarnung zu schaffen, so dass die Leute wirklich glauben, dass es unabhängige und kritische Medien in Kosova gibt.


Die Wahlen in Serbien boykottieren


Die Albaner von Presheva haben das Recht, die serbischen Wahlen vom 21. Januar 2007 zu boykottieren. Diese Abstimmung legitimiert die Absichten Serbiens und schafft nur ein falsches Image von Demokratie. Zuerst unterdrückt Serbien institutionell die Albaner des Presheva-Tals. Sie leben in einer militarisierten Zone, dessen Kontrolle noch in den Händen der serbischen Sonder-Polizei und der Gendarmerie liegt, dessen Angehörige in Kosova während des Krieges gedient haben. Der Schulunterricht findet gemäß des serbischen Lehrplanes statt und das Versprechen, Schulbücher auf Albanisch zur Verfügung zu stellen, ist nur teilweise erfüllt worden. Die Arbeitslosigkeit beträgt ca. 70 %, und die staatlichen Investitionen beschränkten sich auf die Stadtbezirke mit einem größeren Prozentsatz von serbischen Einwohnern. Die Zahl der vertretenen Albanern in der öffentlichen Verwaltung und Unternehmen spiegelt nicht ihren Anteil an der Bevölkerung wieder. In Bujanoc sind 34 % der Bevölkerung serbisch, dennoch stellen sie 95 % der Stadtverwaltungsangestellten. Nach dem Gesetz wird Albanern nicht erlaubt, ihre Fahne auf öffentlichen Gebäuden zu hissen, weil sie dieselbe Fahne ist, wie die Fahne Albaniens. Ein Junge, der die Fahne am 28. November erhob, wird jetzt von der serbischen Polizei gesucht. Die Albaner werden nicht als gleichberechtigte Bürger in Serbien behandelt. Während Serbien die Dezentralisierung und umfassende Minderheitsrechte für Serben in Kosova verlangt, zentralisiert sie zur gleichen Zeit, Macht und unterdrückt die Minderheitsrechte innerhalb Serbiens. Die Wahlabstimmung ist eine Annahme dieser Ungerechtigkeit und eine Legitimierung der Institutionsverdrängung. Zweitens, im Oktober 2006 boykottierten die Albaner von Presheva das Referendum für die neue Verfassung Serbiens, weil diese unterstrich, dass Kosova ein integraler Bestandteil Serbiens ist und immer sein wird. Diejenigen, die an den Wahlen vom 21. Januar 2007 teilnehmen, sichern die Rechtmäßigkeit und Gesetzmäßigkeit dieser neuen Verfassung, und verweigern dadurch Kosova die Freiheit. Würde und Freiheit für Presheva werden durch Organisation und Widerstand kommen. Deshalb: Boykott, um die Unterdrückung zurückzuweisen.


Verantwortlicher Redakteur/in: Alex Channer; E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it. Bewegung für Selbstbestimmung Qyteza Pejton - Rr. Perandori Justinian Nr. 15 10000 Prishtinë Kosovë /Ende der Übersetzung/ Für die Richtigkeit der Übersetzung aus dem Englischen ins Deutsche: A. Ademi Hannover, den 20. Januar 2007


Hintergrundinformation Die Bewegung Vetëvendosje!
Stellungnahme von einem LPV Mitglied in Deutschland



Die Bewegung Vetëvendosje! (auf Deutsch: Selbstbestimmung) ist eine Gemeinschaft von Menschen, die jegliche Unterwerfung ablehnen. Sie bemüht sich die Realisierung des Selbstbestimmungsrechts für die Bevölkerung Kosovas durchzusetzen. Ein Recht, welches auch durch die Charta der Vereinten Nationen (Resolution 1514 der Vereinten Nationen vom 14. Dezember 1960) garantiert wird. Sie engagiert sich für grundlegende gesellschaftliche und politische Veränderungen, welche die Einhaltung von Menschenrechten, Bürgerrechten sowie die Schaffung der sozialen Gerechtigkeit für alle und jeden in Kosova, ohne Diskriminierung, ermöglichen. Die LPV wurde im Jahre 2005 gegründet und ist in ganz Kosova vertreten. Sie setzt auf den gewaltlosen, bürgerlichen und aktiven Widerstand. Selbstbestimmung, weil jedes Volk das Recht hat, den Weg für die Gestaltung seines kollektiven Schicksals frei zu wählen. Weil die Selbstbestimmung eine Grundvoraussetzung der Freiheit ist. Alles weniger ist Unfreiheit. Unfreiheit ist ungerecht. Ungerechtigkeit ist inakzeptabel. Bekämpft die Ungerechtigkeit- Weil die kollektive Freiheit eine Grundvoraussetzung der individuellen Freiheit ist. Weil die einzige Quelle der Souveränität das Volk ist und sonst niemand. Jedes Volk hat das Recht sich zu dekolonalisieren. Immer, wenn andere über unser Schicksal entschieden haben und nicht wir selbst, sind wird unterdrückt worden.


 

Anmerkung der Redaktion von Kosova-Aktuell

Der dokumentierte Text stammt von der Bewegung für Selbstbestimmung LPV. Spätestens seit dem 28. November als rund 20.000 Menschen einem Aufruf der LPV zu einer Demonstration für das Selbstbestimmungsrecht in Prishtina folgten gilt die LPV als relevanter politischer Faktor in Kosova. Die Redaktion von Kosova-Aktuell wird im Rahmen ihrer Berichterstattung zu Kosova, regelmäßig Texte der LPV und von bekannten Autoren der LPV publizieren, um ihrer journalistischen Informationspflicht noch besser gerecht zu werden.


Für die Redaktion
Deniz Faber