Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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19.08.2018

Vollbild anzeigenImmer wieder tauchen auf Kosova- Aktuell historische Bezüge auf, die speziell dem Leser und der Leserin aus dem deutschsprachigen Raum wenig sagen. Die Redaktion von Kosova- Aktuell hat daher beschlossen die Urlaubszeit produktiv zu nutzen. In einer Reihe wollen wir wichtige Daten, Organisationen und Personen aus der albanischen Geschichte vorstellen. Geschichte ist geronnene Erfahrung und prägt das Bewusstsein vieler Menschen in

 Albanien, Kosova, Montenegro und Mazedonien. Wir beginnen damit die historische „ Liga von Prizren vorzustellen. Dazu bringen wir einen Auszug aus Wikipedia in der klaren Erkenntnis, dass Wikepedia-Wissen begrenzt ist und ergänzt werden muss.

 

Dokumentation- Über die Liga von Prizren

Die Liga von Prizren war eine im Jahr 1878 im heutigen kosovarischen Prizren gegründete Vereinigung albanischer Intellektueller, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, alle mehrheitlich von Albanern bewohnten osmanischen Gebieten weitreichende Autonomie zu verschaffen.[ Als albanisches Siedlungsgebiet im Frieden von San Stefano an die slawischen Nachbarstaaten verteilt wurde, begannen sich die Albaner zu organisieren. Sie wollten verhindern, dass ihr Siedlungsgebiet weiter auf mehrere Länder aufgeteilt wird. Am 30. Mai 1878 veröffentlichte das geheime Zentralkomitee zur Verteidigung der Rechte der albanischen Nation - eine Vereinigung prominenter Albaner Istanbuls - eine Proklamation, in der es hieß:

„Wir fordern nichts mehr, als mit unseren Nachbarn Montenegro, Griechenland, Serbien und Bulgarien in Frieden zu leben. Wir fordern und wir wollen nichts von ihnen; aber wir sind fest entschlossen zu behalten, was uns gehört. Man soll das albanische Land den Albanern lassen.“

Um den Widerstand gegen die Gebietsansprüche der Nachbarländer zu organisieren, wurde vom Zentralkomitee am 10. Juni 1878 in der Bayrakli-Moschee von Prizren[1][2] eine Versammlung einberufen. Die Versammlung gründete die Albanische Liga, die auch Liga von Prizren genannt wurde. Außenpolitische Ziele der Liga waren die Verhinderung von Gebietsabtretungen, die Rückgabe der besetzten osmanischen Gebiete, die Entsendung einer Delegation zum Berliner Kongress und eine Autonomie für die von Albanern bewohnten Gebiete innerhalb des Osmanischen Reichs. Während die vom Königreich Serbien besetzten Gebiete aufgegeben wurden, verteidigten die Truppen der Liga diejenigen Gebiete, die dem Fürstentum Montenegro zugesprochen worden waren, sowie die vom Königreich Griechenland beanspruchten Städte Janina und Preveza in der Region Epirus.

Zu den wichtigsten Mitgliedern der Liga gehörten Abdyl Frashëri, Sulejman Vokshi, Pashko Vasa, Idriz Seferi, Isa Boletini und viele weitere. Frashëri wurde zum Präsidenten der Liga, zum Vorsitzenden der Außenkommission und zum ausländischen Vertreter der albanischen Interessen gekürt. Vokshi übernahm die Finanzkommission und Vasa war Stellvertreter Frashëris im Ausland.

Kampf gegen montenegrinische Gebietsansprüche

chon im August 1878 war der osmanische Vertreter der Kommission, die die neue montenegrinisch-osmanische Grenze festlegen sollte, von aufgebrachten Albanern in Gjakova ermordet worden. Montenegro forderte darauf 1879 die Räumung der Grenze von osmanischen Truppen, obwohl die genaue Grenze noch nicht gezogen worden war. Als die osmanischen Truppen abgezogen waren, besetzten Truppen der Liga unter Ali Pascha Gucia die Stadt Gucia. Nach Kämpfen im Winter 1879/80 – darunter die Schlacht von Nokšić – musste das Fürstentum Montenegro nach Niederlagen die Ansprüche auf Plava und Gucia aufgeben. Statt diesem Gebiet wurde Montenegro ein Landstreifen an der Cijevna zugesprochen, der jedoch ebenfalls nach dem Abzug der Türken von Albanern besetzt wurde. Nachdem sich im Gebiet etwa 10.000 Albaner versammelt hatten, forderten die Großmächte die türkische Regierung auf, entweder die Abtretung des Cijevna-Gebiets durchzusetzen oder die Stadt Ulqin mit einem Küstenstreifen an Montenegro abzutreten. Nach internationalem Druck entschied sich die türkische Regierung für die Abtretung von Ulqin und eroberte im November die Stadt gegen den Widerstand der Liga. Am 26. November rückten schließlich montenegrinische Truppen in die Küstenstadt ein.

Da die Liga die Abtretung von albanisch besiedeltem Gebiet nicht verhindern konnte, begann sie sich auf die Durchsetzung von innenpolitischen Forderungen zu konzentrieren. Diese waren von den nordostalbanischen Ligaführern in Prizren präsentiert worden und setzten sich vor allem für eine autonome Provinz der albanischen Landesteile mit albanischen Beamten ein. Dazu sollten die vier Vilayets Yanya (heutige Stadt Ioannina), Kosova, Manastır und İşkodra (heutige Stadt Shkodra) in einer Provinz vereinigt werden, und die albanische Sprache als Verwaltungssprache eingeführt werden. Die Wahl des Walis dieser Provinz sollte der Sultan vornehmen, die Provinz-Einkünfte sollten zum Großteil in der Provinz verbleiben. Im Oktober 1880 wurden diese Punkte auch von Vertretern aus ganz Albanien in der Stadt Dibra angenommen.

Nachdem diese Reformvorschläge aber am Widerstand zentralistischer Kreise gescheitert waren, übernahm das Ligakomitee bis zum Frühjahr 1881 die Regierungsgewalt und die Verwaltung des Vilayet Kosovo. Die türkische Regierung reagierte mit der Entsendung von Truppen, die die Ligamitglieder verhaften und in entfernten Provinzen internieren ließ. Der Ligapräsident Abdyl Frashëri wurde sogar zum Tode verurteilt, doch seine Strafe wurde später abgemildert. Die Herrschaft der Liga war damit endgültig zerstört und die Folge war eine verstärkte kulturelle Emanzipation, die jedoch auch immer wieder von lokalen Unruhen begleitet war.