Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
13:20
23.03.2017

,darunter zahlreiche hilflose Kinder.Schenken Sie notleidenden Menschen Hoffnung. Dort wartet auf diese Menschen häufig Obdachlosigkeit, Diskriminierung auf allen Ebenen und ein kaum vorstellbares Massenelend. Insbesondere leiden die Kinder unter diesen Zuständen, oft sind sie von Unterernährung betroffen und es gibt auch Fälle, bei denen Kinder im Winter erfrieren. Die meisten Bewohner leben durchschnittlich mit 0,60 € pro Tag. Es gibt keinerlei

Krankenversicherung und die Lebenshaltungskosten sind mit denen in Deutschland vergleichbar. Der größte Romaslum im Kosovo befindet sich in Fushe Kosove nahe der Hauptstadt Prishtina. Viele Kinder können sich leider selbst nicht helfen. Darum möchte der Verein in Fushe Kosove Brennholz Bewohner des Slums haben kein Dach über dem Kopf, andere wiederum in ihren Häusern keinen Wasser- und Stromzugang sowie keine Möglichkeit zum Heizen. Die Winter im Kosovo sind jedoch sehr kalt, weshalb die abgeschobenen Roma und ihre Familien vor Ort auf Decken und Brennholz angewiesen sind. Der Verein „Verantwortung für Flüchtlinge e.V.“ engagiert sich bereits seit vielen Jahren in Fushe Kosove, um den Menschen vor Ort konkret zu helfen (z.B. Ergin Alija: https://www.youtube.com/watch?v=UQ2Qyj8LBxc).


hauptsächlich an notleidende Familien mit Kindern für den Winter ausgeben.
Um die Hilfe leisten zu können, bieten wir potentiellen Spenderinnen und Spendern eine Patenschaft in im Höhe von 95,00 € für die Brennholzversorgung einer Romafamilie an. Dieses Geld reicht für Brennholz einer Familie in Fushe Kosove aus, um durch den kalten Winter zu kommen.

Das Brennholz werden wir vor Ort im Kosovo kaufen und in Fushe Kosove den Familien überreichen. Ebenso verteilen wir vor Ort Decken und Winterkleidung für die Roma.
Wenn es die Spenderinnen und Spender wünschen, können diese auch den Kontakt zu ihrer Patenschaftsfamilie bekommen, um diese eventuell auch weiterhin unterstützen zu können.

Die prekäre Lage dieser Menschen, allen voran aber auch Kinder, ist nicht nur 

Kosovo aufzufinden, sondern in zahlreichen Regionen des Westbalkans, u.a. in Mazedonien. Im Sommer 2016 besuchten wir als Verein "Verantwortung für Flüchtlinge e.V." zusammen mit einem Vertreter von "Romano Jekipe Ano Hamburg - Vereinigte Roma Hamburg" den Ort Kumanove nahe der mazedonischen Hauptstadt Skopje. Dort wurde vor 2 Jahren in einer Romasiedlung mit katastrophalen Zuständen ein Vorschulprogramm eingestellt, durch das Kinder von Romafamilien die mazedonische Sprache erlernt hatten, um im regulären Schulunterricht teilnehmen zu können. Wir trafen dort sowohl ehemalige Lehrer_innen als auch betroffene Eltern und Schüler_innen. In den Gesprächen wurde sehr rasch deutlich, dass es neben der institutionellen Förderung selbst an vergleichsweise Kleinigkeiten wie Heften und Stiften fehlt, um den von allen Beteiligten dringend gewünschten Zugang zum Bildungserwerb zu gewährleisten.

Für uns steht fest: Nach wie vor ist die konkrete Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort ein unverzichtbarer Teil humanitären Engagements. Da sich in vielen Fällen die lokalen Entscheider_innen in der Politik aus ihrer Verantwortung stehlen, ist es für uns eine moralische Verpflichtung denen, die durch die unmenschliche deutsche Abschiebepolitik betroffen sind, wenn schon keine zufriedenstellende Lebensperspektive, so doch zumindest ein wenig Hoffnung auf Verbesserung ihrer aktuellen Situation zu ermöglichen.

Wer für das Brennholz im Kosovo spenden möchte, kann dies mit dem Verwendungszweck „Brennholz“ tun.

Verantwortung für Flüchtlinge e.V.
Sparkasse Leipzig
Kontonummer: 1090088457
BLZ: 86055592
IBAN: DE26860555921090088457
Verwendungszweck: Brennholz

(für LSA-news 15 bearbeitet: Kurt Meran von Meranien)

Entnommen aus http://www.lsa-news.de/sinti-und-roma/

Dokumentation aus einem Artikel von Max Brym 

Bezüglich der schrecklichen Lage der Roma und der Ashkali in Fushë Kosova berichtet nun der Partner und Mitstreiter des „Verantwortung für Flüchtlinge e.V.“, Herr Max Brym. Er ist auch Mitglied der Redaktion von Kosova Aktuell und hat uns diesen Beitrag zur weiteren Veröffentlichung und Verbreitung zur Verfügung gestellt (dieser Beitrag darf ausdrücklich von weiteren Pressevertretern verwendet werden).
Max Brym schreibt: „Die Bundesregierung schiebt massenhaft Menschen nach Kosova, Albanien, Montenegro und Mazedonien ab. Angeblich handelt es sich bei den genannten Staaten um „sichere Herkunftsländer“. Täglich fliegen Flugzeuge mit abgeschobenen Menschen von bundesdeutschen Flughäfen aus in die Region. Dolmetscher und Bundespolizisten begleiten die zwangsweise Abgeschoben. In meinem Artikel geht es in erster Linie um die Lage der in Kosova lebenden Roma. Thematisiert wird insbesondere die schreckliche Lebenssituation von Roma und Ashkali in Kosova. Kurz muss allerdings auf die allgemeine soziale Katastrophe in Kosova hingewiesen werden . In Kosova müssen derzeit 18% der Menschen in extremer Armut, mit weniger als einem Euro pro Tag ihr Leben gestalten. Der Euro ist in Kosova Landeswährung, bis auf Kaffee und Zigaretten lassen sich die Preise mit den Lebenshaltungskosten in Deutschland vergleichen. 36 % der Bevölkerung leben nach offiziellen Angaben von weniger als 2 Euro pro Tag. Die Jugendarbeitslosigkeit dürfte bei 80 % liegen. Es gibt in Kosova keinerlei Arbeitslosengeld sowie keinerlei kostenlose Gesundheitsversorgung. Das Leben in Armut, ein Leben ohne Strom, ein Leben ohne Wasser, ein Leben in Kälte, stellt eine Form von Folter dar. Abschiebungen nach Kosovo sind daher generell ein inhumaner grausamer Akt. Dies insbesondere weil deutsche Politik in Kosova maßgeblich zu dem sozialen Desaster beigetragen hat. Viele deutsche Experten und Berater leiteten und leiten in Kosova den neoliberalen Privatisierungsprozess an . Die Privatisierungen kosteten bis dato nach Gewerkschaftsangaben, knapp 77.000 Arbeitsplätze. Nun aber zur extrem schweren Lage der Roma und Ashkali in Fushë Kosova in der Nähe der Landeshauptstadt Prishtina.
Balkan 2014 193
 
Lagebeschreibung
Knapp 12.000 Roma und Ashkali leben einst in Fushë Kosova. Während des Krieges wurde der Großteil ihrer Häuser zerstört. Heute hausen diese Menschen in einem speziellen Gebiet hinter dem einst wichtigen Bahnhof. Dort leben knapp 4500 Personen. Die Straßen in dem Viertel sind nicht asphaltiert. Die selbst zusammen gebauten Häuser besitzen in aller Regel keinen betonierten Fußboden. Es gibt in dem Viertel, keinen Anschluss an Strom und keine Kanalisation. Die Menschen leben in extremen Elend. Nach Angaben des Romasprechers Fehmi Gashi haben nur 1% der aus dem Gebiet stammenden Personen Arbeit. Nach Meinung des Sprechers ist es völlig sinnlos sich für eine freie Stelle oder eine halbwegs gut bezahlte Stelle als Roma zu bewerben. Die rassistische Diskriminierung der Roma und Ashkali  ist an der Tagesordnung. Leben müssen die Menschen von 60 € pro Familie im Monat mit fünf Kindern. Eine Familie mit sieben Kindern erhält 75 € Sozialhilfe. Damit ist die nackte Existenz nicht gesichert. Ein Laib Brot kostet im Kosova mehr als in Deutschland. Der Preis für 1 l Milch lässt sich ziemlich genau mit dem Preisen in deutschen Supermärkten vergleichen. Der so genannte „Familienzuschlag“ gilt allerdings nur für Kinder bis zum fünften Lebensjahr. Etwas ironisch meinte der Romasprecher: „ Wir werden ja fast schon gezwungen immer wieder Kinder zu machen, um bei 60 oder 75 € im Monat zu verbleiben.“ Selbstverständlich wüten Krankheiten in dem Roma und Ashkali  Viertel . Weit verbreitet sind Lungenerkrankungen und Krebs. Medikamente und Behandlungen sind für die erkrankten Menschen nicht finanzierbar. Besonders im Winter ist die Situation der Menschen dramatisch. Der Winter ist ohne Heizung, ohne Gasanschluss zu bewältigen in einem Gebiet in dem Winter oft kälter sind als in Deutschland.
Roma und Ashkali
Die Roma und Ashkali  unterscheiden sich sprachlich. Bei den Roma ist die Muttersprache , die Sprache der Roma. Daneben sprechen sie natürlich noch albanisch. Ashkali  hingegen sprechen auch privat und in den Familien albanisch. Die Tradition der Kultur der beiden Gruppen sind eng miteinander verwandt. Prinzipiell werden sie in Kosova nicht nur finanziell, sowie bei der Vergabe von Arbeitsplätzen rassistisch benachteiligt sondern es gibt häufig ungeahndete polizeiliche Übergriffe gegen Roma. Die Haupteinnahmequelle für viele Familien in Fushë Kosova sind ihre Kinder. Viele Frauen sind täglich mit ihren Kindern an wichtige Autokreuzungen in Prishtina. Dort springen die Kinder auf die Automobile, waschen die Autoscheiben in der Hoffnung dafür einige Cent zu erhalten. Dennoch besuchen rund 100 Roma- Kinder und knapp 700 Ashkali  Kinder die örtliche Schule. Der Romasprecher verweist immer wieder darauf wie sehr die Anliegen der Roma und der Ashkali  im Gemeindeparlament ignoriert werden. Sowohl die Roma- Partei PEBRK als auch die Ashkali  Partei PDASHK haben im Stadtrat jeweils einen Sitz. Vom Prinzip her wird jeder ihrer Anträge von den dominierenden Parteien LDK und PDK, sowie dem LDK Bürgermeister ignoriert. Nur die „ Bewegung für Selbstbestimmung VV“ unterstützt die gerechten sozialen Forderungen von PEBRK und PDASHK. Vor Ort gibt es keine internationale NGO mehr, die versucht die Not der Roma und Ashkali zu mildern. Geradezu katastrophal wirkt sich jetzt, die so genannte Rückführung von Roma und Ashkali durch die Bundesregierung aus. Das Horrorwohngebiet in Fushë Kosova wird wieder größer. Auch die Situation der Roma im Nord Kosova ( serbisch dominiert) in Leposavic ist mit der Situation in Fushë Kosova vergleichbar. Es gilt in der Bundesrepublik Deutschland konkrete Solidarität mit allen sozial unterdrückten Menschen in Kosova zu entwickeln und gleichzeitig gegen jegliche Abschiebung Stellung zu beziehen. Insbesondere sollte die Bundesregierung an ihre historische Verantwortung bezüglich der Roma erinnert werden. Der Hitler-Faschismus führte neben dem Genozid an den Juden einen Genozid an den Roma durch. Die Abschiebungen nach Kosova stellen einen reaktionären menschenfeindlichen Akt, insbesondere gegen Roma und Ashkali dar.“