Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:49
12.12.2018

Redaktion Vorgestern verstarb Adem Demaci in Kosova. Alle ehrlichen Menschen linke Patrioten und Internationalisten trauern um diesen opferwilligen Menschen, Politiker und Intellektuellen . Der Schweizer Tagesanzeiger schrieb: „Mit Adem Demaçi verliert Kosovo eine Symbolfigur des Kampfes für die Freiheit und Unabhängigkeit. Der Schriftsteller und Publizist verbrachte

insgesamt 28 Jahre in jugoslawischen Gefängnissen. In den internationalen Medien wurde er deshalb «Nelson Mandela der Kosovo-Albaner» genannt. Er kam kurz vor dem Zerfall Jugoslawiens Ende der 80er-Jahre frei. Erstmals verhaftet wurde Demaçi 1958, nachdem er die Aussiedlung und die Vertreibung der Albaner aus Jugoslawien in die Türkei kritisiert hatte. In seinem Roman «Blutschlangen» geisselte der linke Autor zudem die tödliche Tradition der Blutrache unter den Albanern. Weiter schreibt die Zeitung: „Im Gefängnis habe er sich nicht nur mit Insekten befreundet, sondern auch mit jugoslawischen Dissidenten, so Demaçi. Er irritierte viele Landsleute, als er in den 90er-Jahren die Serben als «Brüder» bezeichnete und den Vorschlag einer Balkan-Föderation aus Serbien, Montenegro und Kosovo entwickelte. Auch das serbische Volk sei Opfer der skrupellosen Politik des Gewaltherrschers Slobodan Milosevic, erklärte Demaçi oft.---------------------- Anfang 1999 blieb er den Friedensverhandlungen zwischen Pristina und Belgrad im französischen Rambouillet fern. Demaçi lehnte eine Autonomie Kosovos innerhalb Serbiens ab, wie sie von der internationalen Gemeinschaft gefordert wurde. Mehrere UÇK-Kommandanten, darunter auch der heutige Staatschef Hashim Thaci, unterzeichneten das umstrittene Dokument – nachdem ihnen versprochen wurde, dass die Nato-Truppen in Kosovo stationiert würden. Serbien lehnte das Abkommen ab und setzte die Unterdrückung der Albaner fort. Ende März 1999 griff die Nato in den Konflikt ein und vertrieb die serbische Armee und Polizei aus Kosovo.

Nach dem Krieg war Demaçi einer der wenigen Politiker der Kosovo-Albaner, der sich für die Rechte der serbischen Minderheit einsetzte und Racheaktionen ablehnte. Doch nun hatten die jungen Rebellen die Macht übernommen, Demaçis Stimme blieb meist unerhört. „ In den Herzen aller fortschrittlichen Menschen wird Adem Demaci ewig weiterleben.

Quelle Ganzer Artikel https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/standard/trauer-um-den-kosovarischen-mandela/story/30978937

 

 

 

Literaturempfehlung in Deutsch

Die Schlangen des Blutes: Roman Taschenbuch – 20. Dezember 2004

 

 

Adem Demaçi  entführt den Leser in eine scheinbar längst vergangene Zeit. In der ländlichen Region des Kosovo führt ein archaisch anmutender Ehrenkodex zu einem Kreislauf der Gewalt, er zerstört Existenzen und führt zu sinnlosem Blutvergießen. Mustafa, der verlorene Sohn der Familie Goxhufi, kehrt nach langer Zeit in die dörfliche Gemeinschaft zurück und versucht ein drohendes Unglück abzuwenden. Während die miteinander verfeindeten Familien die herannahende Katastrophe als Schicksal akzeptieren, glaubt er, der Außenseiter, an die Möglichkeit der Veränderung. Die atmosphärisch dichte Schilderung, die genaue Beschreibung der Personen und die liebevollen Landschaftsbilder öffnen den Blick auf ein Problem, das bis in die Gegenwart hineinreicht.

 

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Foto Adem Demaci 
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 Albin Kurti bei der Trauerfeier 
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