Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
17:28
22.08.2019

Die Redaktion von Kosova Aktuell schließt sich dem Aufruf an Agron Sadiku Dokumentation " In München wurde ein Rabbiner und seine zwei Söhne antisemitisch an der Ecke Hohenzollernstraße- Wilhelmstraße angegriffen. Nach offiziellen Angaben wurden der 53-jährige Rabbiner und seine zwei 19-jährigen Söhne nach dem Besuch einer Synagoge am Samstagnachmittag den 3. August beleidigt und bespuckt. Das ARD-Politmagazin report München hatte zuerst über den Angriff

berichtet. Nach dem Besuch der Synagoge soll ein bislang unbekannter Mann die Familie von der gegenüberliegenden Straßenseite aus als "Scheißjuden" bezeichnet haben. Eine Frau habe den Vorfall aus ihrem Auto heraus beobachtet und daraufhin einen der 19-Jährigen mit derselben Beleidigung beschimpft. Der junge Mann habe die Frau von der Beifahrerseite aus ansprechen wollen, daraufhin habe sie ihm aus dem Auto heraus ins Gesicht gespuckt und sei weggefahren. 

 

Das passierte mitten in Schwabing. Schwabing ist keine Insel der Seligen. Der Rabbiner war erkennbar und seine beiden Söhne trugen die Kippa. Jüdisches Leben ist wieder in Gefahr. Einst hatte die NSDAP in Schwabing seit Beginn der zwanziger Jahre ihre Hochburg. Heute sinkt immer mehr die Hemmschwelle gegenüber Juden und Jüdinnen. Wir erleben gerade das Aufkommen der rechtsradikalen AFD. In diesem gesellschaftlichen Klima nimmt der militante Antisemitismus zu. In der Isarvorstadt erhielt ein Deutscher mit jüdischer Religionszugehörigkeit zeitnah zu dem Angriff in der Hohenzollernstraße brieflich eine Morddrohung. Generell nehmen in München und Bayern antisemitische Straftaten zu. Nach Untersuchungen der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (Rias) Bayern sind seit April bereits 72 judenfeindliche Vorfälle im Freistaat gemeldet worden, 35 allein in München. Im vergangenen Jahr registrierte die Münchner Polizei 86 judenfeindliche Straftaten. Die Dunkelziffer dürfte um einiges höher liegen. Es gab eine Serie von 33 Briefen mit antisemitischen Morddrohungen gegen jüdische Kindergartenkinder. Im Jahr 2017 waren 51 Fälle von Judenhass in der Kriminalstatistik verzeichnet, 2015 waren es „nur“ 24. Die Masse antisemitischer Straftaten geht laut Polizei auf das Konto rechtsextremer Täter.

Es gab in der jüngsten Vergangenheit Schmierereien an einem Obermenzinger Mahnmal, Holocaustleugnungen, verbale judenfeindliche Beleidigungen, eine Hetzschrift gegen einen jüdischen Lokalbesitzer - über derartige Vorfälle haben Polizei und Recherchestellen wie Rias und das Aida-Archiv in diesem Jahr berichtet. Bestimmte Medien berichteten über ein judenfeindliches Video in einer Chat-Gruppe des Unterstützungskommandos (USK) der Polizei. Wir wissen von Drohungen gegen die Veranstalter eines Vortrags über "Antisemitismus bei Burschenschaften" und seit März gibt es in München Dutzende Drohmails, die sich auch gegen jüdische Persönlichkeiten richten.

Die Absender hetzen - zuletzt erst am vergangenen Montag - gegen "Untermenschen" und "Ungeziefer“, die auf ihren "Todeslisten" verzeichnet seien.

Genug ist genug

 

Nun sollten wir gemeinsam ein Zeichen der Solidarität mit unseren jüdischen Mitbürgern setzen, da der Antisemitismus nicht „nur“ jüdische Menschen bedroht, sondern uns alle. 

Deshalb rufen wir alle, die für Demokratie, Fortschritt und soziale Gerechtigkeit einstehen, sich an der Solidaritätskundgebung am 16. August um 16 Uhr, Hohenzollernstraße Ecke - Wilhelmstraße zu beteiligen. 

Es sprechen Max Brym ( Autor Geschichtsdozent) -Marie-Luise Kunst Mitglied des Vorstands mut Bayern- Ein Vertreter der " Marxistischen Jugend München- Ein Vertreter des " Funken München, Waldkraiburg, sowie Einzelpersonen aus verschiedenen Vereinen. Die Unterstützer aus jüdischen Verbänden welche sprechen, geben wir hier schriftlich nicht bekannt. Sprecher aus dem antifaschistischem Spektrum sind eingeladen.  

Bündnis gegen Antisemitismus 

 

V.I.S.D.P Max Brym Adalbertstr.82 80790 München 

 

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