Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
16:37
15.09.2019

Die Mas­saker des IS (Islamis­cher Staat) und seiner regionalen und inter­na­tionalen Unter­stützer gehen im Nahen– und Mit­tleren Osten weiter. Kur­dInnen, Türk­menIn­nen, ChristIn­nen, EzidIn­nen, AlevitIn­nen, Schi­itIn­nen und zahlre­iche andere Men­schen aus ver­schiede­nen eth­nis­chen, religiösen und sozialen Grup­pen sind Opfer dieser Mas­saker gewor­den. Zuletzt wer­den die Regio­nen Rabia und

Sen­gal, das Haupt­sied­lungs­ge­biet der EzidIn­nen, seit dem 2. August ange­grif­fen. Hun­derte ZivilistIn­nen sind bisher getötet wor­den. Zehn­tausende sind auf der Flucht. Davor wurde die Region Kobanê und andere in Rojava ange­grif­fen, die allerd­ings von der Bevölkerung erfol­gre­ich vertei­digt wur­den. Es ist abse­hbar, dass diese Angriff­swelle auch in Zukunft anhal­ten wird. Zu all diesen Angrif­fen schweigt die inter­na­tionale Öffentlichkeit.

Um weit­ere Mas­saker zu ver­hin­dern, gegen diese Angriffe des IS und das Schweigen zu protestieren und inter­na­tionale Insti­tu­tio­nen und die Öffentlichkeit zu Taten zu bewe­gen, rufen wir als YXK – Ver­band der Studieren­den aus Kur­dis­tan deshalb alle Men­schen zu Protesten auf.

Bitte nehmt an den Demon­stra­tio­nen und Kundge­bun­gen, die wir am 8. und 9. August in den Städten Dort­mund, Göt­tin­gen, Frank­furt und Biele­feld organ­isieren teil und erhebt eure Stimme gegen diese Ver­brechen gegen die Men­schlichkeit. Hal­tet euch auf unserer Home­page und Facebook-Seite über aktuelle Infor­ma­tio­nen auf dem Laufenden.


Infos über die Demo in Dortmund:

08.08.14, 18:00 Uhr, Dort­mund Haupt­bahn­hof


Infos über die Demo in Frankfurt:

09.08.14, 16:00 Uhr, Frank­furt Haupt­bahn­hof


Infos über die Demo in Biele­feld ( die bun­desweite Demo ist von FKÊ– Föder­a­tion der Êzidis­chen Vere­ine e.V. organisiert.)

09.08.14, 13:00 Uhr, Radrennbahn in Bielefeld

Infos über die Demo in Göttingen:

07.08.14, 18:30 Uhr, Göt­tin­gen vor der Gänseliesel


Flug­blatt 

Angriffe des IS in Süd­kur­dis­tan – tausende ÊzîdIn­nen auf der Flucht Seit dem 2. August greifen Kämpfer der islamisch-fundamentalistischen Gruppe Islamis­cher Staat (IS) die Stadt Şen­gal (Sin­jar) in Südkurdistan/Nordi­rak an. Nach zweitägi­gen Angrif­fen hat­ten sie die Stadt und einige Dör­fer im Umland ein­genom­men. Kurz vor der Ein­nahme durch die Islamis­ten zogen sich die mil­itärischen Ein­heiten der süd­kur­dis­chen Autonomiere­gion, soge­nan­nte Pesh­merge, die der Demokratis­che Partei Kur­dis­tans (PDK) nahe ste­hen, aus der Region zurück. Die zurück­ge­lassene Zivil­bevölkerung vertei­digte sich selbst gegen den IS oder floh vor den Islamis­ten ohne Nahrungsmit­tel und Wasser in die nahen Berge. 

Während­dessen kon­nten KämpferIn­nen der Volksvertei­di­gung­sein­heiten (YPG) aus Westkurdistan/Nordsyrien (Rojava), die die Grenze zwis­chen den Staaten Syrien und Irak über­quert hat­ten, um der Zivil­bevölkerung zu Hilfe zu kom­men, weite Teile der Region vom IS befreien. Salih Mus­lim, Kovor­sitzen­der der west­kur­dis­chen Partei der demokratis­chen Ein­heit (PYD), betonte, dass nur wenige Pesh­mergekräfte den Rück­zugs­be­fehl ver­weigerten und sich an dieser Befreiung­sof­fen­sive beteiligten. Unter­dessen befre­ite die YPG auch die Gren­zre­gion Rabia zwis­chen Syrien und Irak, die zuvor unter Kon­trolle des IS ger­aten war. Kur­dis­che Guerilla-Einheiten der Volksvertei­di­gungskräfte (HPG) set­zten sich vom Kandil-Gebirge aus unmit­tel­bar in Bewe­gung, um die schnell von der Zivil­bevölkerung zusam­mengestell­ten Selb­stvertei­di­gung­sein­heiten in Şen­gal zu unterstützen.

Die historisch-kulturell bedeu­tende Region Şen­gal ist das Haupt­sied­lungs­ge­biet der êzîdis­chen Reli­gion­s­ge­mein­schaft. Die ÊzîdIn­nen sind Kur­dInnen und leben seit Jahrhun­derten in Şen­gal, wo sich zahlre­iche ihrer religiösen und kul­turellen Stät­ten befinden. Der IS hat in jüng­ster Ver­gan­gen­heit durch seine Schreck­en­sh­errschaft – ins­beson­dere Massen­hin­rich­tun­gen und Enthaup­tun­gen – Schlagzeilen gemacht. Gefährdet sind alle, die nicht in das dschihadistisch-salafistische Welt­bild der Gruppe passen, vor allem „Ander­s­gläu­bige“, andere Eth­nien, Frauen generell, poli­tis­che Geg­ner­In­nen. Der êzîdis­chen Gemein­schaft droht deshalb, vor allem seit dem Vor­marsch des IS in den let­zten Monaten, Lebens­ge­fahr. Daher flo­hen bere­its zu Beginn der Kämpfe um Şen­gal zehn­tausende Men­schen aus der Region – unter ihnen auch schi­itis­che Turk­menIn­nen, die bere­its aus ihren Sied­lun­gen vorm IS nach Şen­gal geflo­hen waren. Laut UN-Angaben sind allein aus Şen­gal ca. 200.000 Men­schen ohne Wasser– und Nahrungsmit­telver­sorgung auf der Flucht. Ihnen droht eine human­itäre Katas­tro­phe. Der Kur­dis­tan National Kongress (KNK) hat bere­its zu Hil­f­skam­pag­nen für Şen­gal aufgerufen. Şen­gal ist auf­grund seiner êzîdis­chen Iden­tität nicht nur ein Sym­bol für die kulturell-religiöse Vielfalt des Nahen und Mit­tleren Ostens, son­dern für den IS auch ein militär-strategisch wichtiger Ort. Şen­gal liegt an der Grenze zwis­chen Syrien und Irak sowie zwis­chen dem Zen­trali­rak und der kur­dis­chen Autonomiere­gion in Südkurdistan/Nordi­rak. Die Kon­trolle über diese Region ermöglicht größerer Angriffe des IS auf die selb­stver­wal­teten und sich selbst vertei­di­gen­den Kan­tone in Rojava/Nordsyrien – vor allem den östlich­sten Kan­ton Cizîr, aber auch auf die Autonomiere­gion Südkurdistan.

Als YXK verurteilen wir nicht nur den IS und seine men­schen­ver­ach­t­ende Ide­olo­gie. Wir verurteilen die Poli­tik der regionalen Mächte, vor allem der türkischen Regierung, die den IS bis heute unter­stützt oder zumin­d­est von ihrem Staats­ge­biet und über die Grenze nach Syrien hinein operieren lässt, sowie die Monar­chien Saudi Ara­bien und Katar, die jegliche fortschrit­tliche Entwick­lung in der Region sabotieren. Wir sehen die einzige Möglichkeit, dem IS und seinem Han­deln Ein­halt zu gebi­eten, indem sich alle DemokratIn­nen und Human­istIn­nen gegen religiösen Fun­da­men­tal­is­mus und men­schen­ver­ach­t­ende Ide­olo­gien stellen und die fortschrit­tlichen Bestre­bun­gen der Men­schen im Nahen und Mit­tleren Osten nach gesellschaftlichem Wan­del und Demokratisierung der beste­hen­den Sys­teme unterstützen.

YXK – Ver­band der Studieren­den aus Kurdistan www.yxkonline.de

 

 

 

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