Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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26.10.2020

Vollbild anzeigenArbeiter und Arbeiterinnen, sowie viele Jugendliche demonstrierten am gestrigen Donnerstag in Prishtina gegen den Privatisierungsprozess in Kosovo. Die Demonstration begann um 12 Uhr vor dem Grand Hotel in Prishtina. Auf der Abschlusskundgebung erklärten Vertreter der „Union der Unabhängigen Gewerkschaften Kosovas -BSPK- u.a. : „Der Privatisierungsprozess wird die

wirtschaftliche Lage und die soziale Krise in Kosova verschärfen.“ Klar sprachen sich die Teilnehmer des Protestes gegen die Privatisierung der KEK, der PTK und von Trepca, aus. Gefordert wurde eine „ Überprüfung des gesamten Privatisierungsprozesses seit dem Jahr 2002“. Der Redner Alush Sejdiu verlangte, „die legale Arbeit von Gewerkschaften in bereits privatisierten Unternehmen zu ermöglichen“. Immer wieder wurden auch höhere Pensionen und elementare Rechte der Arbeiter wie der „Kündigungsschutz eingefordert. Der Vorsitzende des BSPK Haxhi Arifi meinte: „ Wir denken dass die Privatisierung des Stromvierteilnetzwerkes der KEK auf unbestimmte Zeit verschoben wird“. Außerdem verlangte Arifi eine modifizierte Rentenversicherung und eine Krankenversicherung für die Arbeiter. In Kosova gibt es bis dato weder eine Kranken noch Arbeitslosenversicherung. Die Stimmung unter den Arbeitern war ziemlich radikal obwohl die Teilnehmerzahl an der Demonstration hinter den Erwartungen zurückblieb. Letzteres ist aber nicht mit der Passivität der Arbeiter zu erklären. Viele befürchten, dass der BSPK nur eine Alibi- Veranstaltung durchführt, um „ Dampf abzulassen“. Diese Befürchtung ist nicht komplett unbegründet. Jetzt gilt es den Kampf weiterzuführen und in den politischen Massenstreik gegen den Privatisierungsprozess zu treten.