Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:35
27.06.2019

 Vollbild anzeigenPressemitteilung  12. Oktober: Spät in der Nacht kehrt Ulf Hundeiker heim von seiner Mission. Seit Wochen versucht er nun, ein leukämiekrankes Mädchen in einem Dorf im Kosovo zu retten, indem er Spenden für eine Knochenmarktransplantation sammelt. Und mehr: "Die Stefan-Morsch-Stiftung will helfen und einen Spender suchen, bis das Geld zusammengekommen ist", erklärt

der Vierzigjährige Münsteraner. "Der sicherste Weg, an die dafür nötige Blutprobe der einjährigen Aurela

Haliti zu kommen, war, es selbst mitzunehmen. Ohnehin wollte ich mir ein
genaues Bild der Situation dort machen und Informationen aus erster Hand
beschaffen. Von Mensch zu Mensch."

Also buchte er -auf eigene Kosten- den Flug. Und wurde mit offenen Armen
empfangen und als Ehrengast behandelt. "Dort gibt es keinerlei
Krankenversicherung. Das Mädchen kann nicht einmal in Prishtina
behandelt werden. Sie wird vier Stunden mit dem Auto ins Kinderspital in
Tirana, transportiert.

Weil ich noch ein paar Fragen an die Ärztinnen dort hatte, habe ich
diese Ochsentour auch mitgemacht. Sehr anstrengend, selbst für mich als
gesunden Menschen!" berichtet er. Doch was ihn in der Hauptstadt
Albaniens erwartet, ist wenig erfreulich. Noch ehe seine Freunde
übersetzen können, bemerkt er, dass sie alles andere als willkommen
sind. Abweisend und barsch ist der Empfang auf der Kinderkrebsstation.
Hundeiker: "Ich dachte eigentlich, alles sei abgesprochen gewesen. Aber
die zuständige Ärztin war gar nicht im Lande, und die andere verwies
schimpfend auf Unterlagen, die eben nicht alles enthielten, was ich
brauche. Auf dem Flur war Chaos, und die Schwestern gingen nicht
besonders liebevoll mit Kindern und Eltern um." Sehr schockiert äußert
er sich auch über den Zustand des Gebäudes: "Von der Decke hingen
geflickte Stromkabel, die Wände hatten Löcher. Und es war vor allem
alles andere als sauber- das ist höchst gefährlich, besonders auf der
Onkologie (Krebsheilkunde). Eine Chemotherapie lässt oft das Immunsystem
zusammenbrechen. Und dann, in diesem Dreck.." Er schüttelt den Kopf.

Der Haushalt der Familie Haliti hingegen ist außerordenlich sauber. "Man
könnte dort auf dem Wohnzimmertisch bedenkenlos operieren", scherzt
Hundeiker. "Das sind ausgezeichnete Vorraussetzungen für die Zeit nach
der Stammzelltransplantation!"

Und trotz aller Strapazen ist Aurela ein fröhliches Kind. Etwas klein
und etwas dünn für ihr Alter, doch voller Leben.

Das Blut für die Spendersuche transportierte er einfach in der
Hosentasche nach Deutschland. Doch noch fehlt viel Geld für die
Behandlung, die mindestens 80.000 Euro verschlingen wird. "Es gibt
Bands, die machen Benefizkonzerte und spenden Einnahmen von ihren
Platten, und ein Autor spendet die Einnahmen aus seinem Buch. Aber
leider nśind das keine Stars, und so kommt auch so nicht viel zusammen.
Aber die Gesten sind toll!"

Und so muss Ulf Hundeiker weiter die Trommel rühren. Denn die "Großen"
rühren sich nicht.

Bilder zum Download: http://weblog.hundeiker.de/aurela-pressebilder.zip
(Mehr bei Bedarf)
Video: http://youtu.be/VD8X6tmJPIM