Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
18:58
22.05.2019

Seit rund 6 Monaten werden 4000 hauptsächlich albanische Asylsuchende in ungarischen Lagern festgehalten. Die kosovarische Europaministerin Vlora Citaku sowie Innenminister Bajram Rexhepi nahmen dazu in Prishtina Stellung. Ihr Anliegen war nicht für die verzweifelten Menschen einzutreten sondern im Gegenteil frohgemut zu

Foto Vlora Citaku 

verkünden, dass diese „Menschen schnell nach Kosova zurückgebracht werden“. Kein Wort der Kritik wurde an den rassistischen Maßnahmen der ungarischen Regierung geübt. Das Abkommen von Schengen wonach Flüchtlinge in die EU ausgesperrt werden wurde nicht kritisiert. Dafür kritisierten die beiden Minister ihre verzweifelten Landsleute. Frau Citaku meinte : „ Dass Asyl ist keine Option, für die Bürger Kosovas , Menschen aus Kosova erhalten kein Asyl, das bestreben Asyl zu bekommen steht den Anstrengungen nach einer Visa Liberalisierung für Kosova entgegen.“ Frau Citaku machte damit ihre Landsleute, die in ihrer Verzweiflung geflohen sind für ihr Schicksal selbst verantwortlich. Es gab kein Wort der Kritik an der repressiven Abschottungspolitik der EU Staaten. Statt dessen wird weiter mit der Propagandafloskel „ Visa Liberalisierung“ gearbeitet. Die Regierung Kosovas vereinbarte vor einigen Jahren mit Österreich und Deutschland ein sogenanntes Rückführungsabkommen. Tausende Menschen wurden daraufhin nach Kosova abgeschoben. Es gibt in Kosova mittels der internationalen Mission den Fakt, dass Menschen aus der ganzen Welt in Kosova sind, aber die Kosovaren selbst dürfen das Land nicht verlassen. Dafür kann man in Kosova jedes Fussballspiel sehen. Es gibt jede Menge Bayern, Juve, Barca und Arsenal Fans im Land. Die angedachte Visa Liberalisierung wird nur stattfinden wenn in Europa bedarf nach billigen kosovarischen Arbeitern besteht. Schließlich müssen sich Menschen im kapitalistischem Europa rechnen. Der Mensch, sein Wunsch und seine Würde zählen nicht. Herr Rexhepi und Frau Citaku sind Komplizen dieser reaktionären Politik. Dabei geben sie vor „ kriminelle Schlepperbanden“ zu bekämpfen. In Wahrheit gibt es diese Form der Kriminalität nur weil das Leben in Kosova unerträglich ist und Europa sich abkapselt. Frau Citaku, Innenminister Rexhepi Staatsanwalt Staatsanwalt Ismet Kabashi und Leute von der EULEX trafen sich um wie sie sagten den „ Menschenhandel“ zu bekämpfen. Der Dieb schreit haltet den Dieb. Die Gesellschaft in Kosova wird aufgrund des neoliberalen Privatisierungsprozesses und der korrupten Politkaste immer ärmer. Viele Menschen sind deshalb verzweifelt und orientierungslos. Diese Verzweifelten in den ungarischen Lagern werden jetzt unter Mittäterschaft der kosovarischen Regierung nach Kosova zurücktransportiert. Stattdessen sollte für die Bewegungsfreiheit und das Bleiberecht der Menschen aus Kosova im Schengen Raum eingetreten werden.

 

Quelle http://www.koha.net/?page=1%2C13%2C151860