Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
06:30
18.08.2019

Unter dem Pseudonym Hans Ragnitz hat ein ehemaliger Bundeswehrsoldat ein Buch über seine Erlebnisse in Kosova ("Soldatenmann - Als Militärpolizist im Kosovo") publiziert. Das Buch enthüllt einen ungeheueren Skandal. Rangnitz schreibt: „. Im Mittelpunkt steht der, erste "Einsatz deutscher Soldaten in einer Kriegsgefangeneneinrichtung unter scharfen Bedingungen" . Der Autor beschreibt, dass Bundeswehrsoldaten in Dubrava 2 Wochen lang im Jahr 2001

ein Gefangenenlager unterhielten, welches „mit den Bedingungen im berüchtigten US Lager Guantanamo vergleichbar gewesen sei“.Die Gefangenen waren Albaner welcher der Befreiungsarmee  UCPMB - aus dem Preshvo Tal zugerechnet wurden. Im Lager wurden die Menschen wie der Autor schreibt : „ Ohne rechtliche Grundlage, wie Tiere festgehalten“. Die deutsche Öffentlichkeit erfuhr nichts über den Einsatz. Die Soldaten der Bundeswehr waren zur Geheimhaltung verpflichtet. Der „Stern“ schreibt, „dass nicht einmal alle Mitglieder der damaligen Bundesregierung über das Lager informiert waren“. Der Autor Hans Rangnitz hat jetzt mit dieser deutschen Geheimhaltungsstrategie gebrochen.

 

Kosovo-Krieg

Kosovo-Krieg

Kosovo-Krieg

Fotos Das Lager in Dubrava

 

Was passierte in Dubrave ?



Am Montag den 21. Mai 2001 bricht Rangnitz mit seinen Kameraden gegen 10 Uhr vom Stationierungsort Prizren im deutschen Sektor in Kosova auf. Am 24. Mai nehmen die deutschen Feldjäger zusammen mit britischen und griechischen Soldaten, 64 Gefangene in Empfang. Fotos belegen, dass die Gefangenen in orangefarbene Haftanzüge gesteckt wurden. Diese Haftanzüge sind seit 2001 aus dem berüchtigtem US Lager Guantanamo bekannt.

Das Lager wurde schnell und provisorisch mit sechs Großzelten errichtet. Hans-Martin Tillack schreibt auf Stern Online:

„Unbeobachtet nur auf dem Dixi-Klo

Verantwortlich für Bau und Betrieb des Camps in Dubrava ist die KFOR. Geführt wird es von einem britischen Offizier. Aber laut Ragnitz sind es US-Amerikaner, die die deutschen Soldaten zu Beginn zwei Tage lang in ihre Aufgabe als "Jailer" (deutsch: Schließer) einweisen.

In den ersten Tagen, so Ragnitz' Schilderung, dürfen die Insassen des Camps nicht einmal die Zeltwände herunterrollen. Unbeobachtet lässt man sie nur auf den Dixi-Toiletten des Lagers. Von einem eigens errichteten kleinen Holzturm überwachen zwei sogenannte Gunner - offenbar Briten - mit Gewehren das Areal, das von etwa drei Meter hohem Stacheldraht umgeben ist. Überdies patrouillieren Hundestreifen. Außerhalb des Zauns wacht eine Sicherungskompanie der Bundeswehr, angerückt aus Orahovac, mit weiteren 51 Mann.

Die Gefangenen gelten als mutmaßliche Angehörige der Guerillatruppe UCPMB - einem Zweig der kosovarischen UCK, der im benachbarten serbischen Presevo-Tal aktiv war. Der Sektor ging im Mai 2001 zurück unter serbische Kontrolle, viele Kämpfer strömten darum heraus – und sollten nun daran gehindert werden, das Kosovo unsicher zu machen.“

 

 

Unter den Festgenommenen in Dubrava befanden sich oftmals willkürlich ausgewählte Personen. Nach den Angaben von Rolf Rangnitz waren darunter viele „ältere Männer, die wenig mit feindseligen Kämpfern gemein zu haben schienen“. Auf Stern Online ist zu lesen: Einer habe sich als Bauer bezeichnet, den KFOR-Truppen auf seinem eigenen Feld festgenommen hätten, sagt Ragnitz. Auch ein weiterer deutscher Soldat, der damals dabei war und mit dem stern.de jetzt sprach, hatte "den Eindruck, dass die Amerikaner ihre eigene Festnahmepolitik" praktizierten.“

 

Der komplette Vorgang belegt, wie internationale Standards in Kosova von KFOR Soldaten darunter auch deutschen Soldaten verletzt wurden. Der Vorgang belegt auch, dass Kosova nicht von den NATO Truppen befreit wurde. Es wurde nur der alte grausame serbische Kolonialismus durch eine modifizierte und modernere Form des Kolonialismus ersetzt. Kosova steht bis heute unter der Kuratel großer imperialer Mächte. Die „ Internationalen“ in Kosova halten sich an keinerlei Standards. Sie stellen die bewaffneten Organe und ihre Diplomaten und „ Ökonomen“ befehlen den grausamen Privatisierungsprozess welcher die Massen in Kosova verarmen lässt. Kosova hat kein Selbstbestimmungsrecht sondern den Status einer modernen Kolonie.

 

Unter folgendem Link kann nachgelesen werden, was die missbrauchten deutschen Soldaten und Ex Verteidigungsminister Scharping zu den Vorgängen heute sagt.

 

Dokumentation http://www.stern.de/politik/deutschland/2-lager-im-kosovo-die-vergessenen-gefangenen-der-bundeswehr-2055273.html

 

 

 

 



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Das Buch des Feldjägers Ragnitz

Das Buch des Feldjägers Ragnitz... mit dem Titel "Soldatenmann: Zwischen Einsatz, Liebe und geheimen Lagern/ Als Militärpolizist im Kosovo" ist auf der Publikationsplattform Create Space erschienen und kostet 12,90 Euro.