Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
17:04
18.10.2017

Von Redaktion- Dokumentation der Einvernahme des politischen Häftlings Albin Kurti vor einem serbischen Gericht in Nis. Das Protokoll ist ein Dokument der Zeitgeschichte. Albin Kurti ist gegenwärtig der populärste linkspatriotische Politiker in Kosova. Die „ Bewegung für Selbstbestimmung“ VV und hat die Parlamentswahl im Juni dieses Jahres mit knapp 28% klar gewonnen. Dennoch ist jetzt "Rambo" Haradinaj Ministerpräsident. Dies war nur möglich mit

Unterstützung der von Belgrad angeleiteten „ Lista Serbska“. Richter Slagjana Petrovic (nachstehend "GJ" genannt): AK ist Albin Kurti

 

 

GJ: Name des Vaters?

 

A.K.: Zaim.

 

GJ: Name der Mutter?

 

A.K.: Arife Kurti.

 

GJ: Mädchenname der Mutter?

 

A.K.: Tahiri.

 

GJ: Geburtsdatum?

 

A.K: 24. März 1975

 

GJ: Geburtsort?

 

A.K.: Pristina.

 

GJ: Wo wohnen Sie ?

 

A.K.: Pristina.

 

GJ: Staatsbürgerschaft?

 

A.K.: Republik Kosovo

 

GJ: (an die Schreibkraft gerichtet) Der Angeklagte hat bei der Beantwortung der Frage, welche Staatsbürgerschaft er hat geantwortet , dass er ein Bürger der Republik Kosovo ist.

 

GJ: Beruf?

 

A.K.: Student.

 

GJ: Haben Sie den Militärdienst in der jugoslawischen Armee geleistet?

 

A.K: Nein

 

GJ: Hast du dafür einen Grund?

 

A.K: Ja! Aber selbst wenn ich die Einberufung erhalten hätte hätte, ich es nicht getan, denn die jugoslawische Armee ist eine Besatzungsarmee. In der Tat, nicht mehr und nicht weniger

(...)

 

GJ: Hast du die Anklage verstanden?

 

A.K: Ja, und ich möchte ein paar Worte dazu sagen.

 

GJ: Dann tun Sie das.

 

AK: Ich arbeitete als Mitglied des Vorsitzeses der Unabhängigen Union der Studenten der Universität Prishtina (UPSUP) und zur gleichen Zeit als Vorsitzender der International Relations Commission in der UPSUP-Präsidentschaft. Unsere Haupttätigkeit war die Organisation von Demonstrationen, die auf die Befreiung der Einrichtungen und Universitätsräumlichkeiten ausgerichtet waren. Wie Ihnen bekannt ist wurden die Rechte der albanische Studenten und Professoren im Juni 1991 schwer verletzt . Zu diesem Zweck organisierten wir Demonstrationen für die Verwirklichung der Unabhängigkeit der Republik Kosova., Wir traten für den politischen Willens des albanischen Volkes ein. Bekanntlich wurde in einem Referendum vom September 1991 die Unabhängigkeit beschlossen. . So war unsere Tätigkeit bei der UPSUP gegen das serbisch-faschistische Regime von Slobodan Milosevic gerichtet. Die serbischen Militär und Polizeikräfte besetzten Kosova. Das Volk in Kosova war systematischer Gewalt ausgesetzt. Das Volk wurde terroristisch unterdrückt. Ich arbeitete auch als Sekretär des Politischen Vertreters der Kosovo-Befreiungsarmee UCK, Adem Demaçi. Meine Verpflichtung als Sekretär war es, gut, die UCK Politik , ihren Befreiungskrieg zu vertreten und voranzutreiben. Der Befreiungskrieg der UCK war ein universeller Krieg, der auf den heiligen Zweck abzielte: die Befreiung des albanischen Volk aus der serbischen Unterdrückung zu erreichen. Es ging um die Durchsetzung der Unabhängigkeit der Republik Kosova. So war der Befreiungskrieg ein Mittel, welcher die Unabhängigkeit bedeutete. Die Unabhängigkeit der Republik Kosova ist die einzig tragfähige und akzeptable Lösung. Für das albanische Volk in Kosova ist die Unabhängigkeit eine existenzielle Frage, denn nur in einem souveränen unabhängigen Kosova können sich die Albaner frei und, sicher fühlen. Nur in einem unabhängigen Kosova können sie ihre Rechte verwirklichen Innerhalb der UPSUP, sowie als Sekretärin von Herrn Demaçi arbeitete, ich freiwillig. Diese Arbeit war mit Pünktlichkeit und Würde verbunden. Auf all das bin ich Stolz. Wenn ich nochmals die Chance hätte, wieder von vorne anzufangen, würde sich nichts ändern. Ich würde das GLEICHE wieder tun.

 

Zum Schluss ich akzeptiere diesen Prozess und dieses Gericht nicht. Dies deshalb weil ich kein Bürger des serbischen oder des jugoslawischen Staates bin. Dieser Prozess steht im Dienst der täglichen faschistischen Politik von Milosevic. (...) Nach diesem Wort werde ich die Fragen dieses Gerichts nicht mehr beantworten, weil ich Sie nicht anerkenne Ich werde nur noch gegenüber meinem Volk antworten. Also, egal wie sehr du mich verurteilen wirst - 10, 20, 30 oder 50 Jahre. Für mich stellt die Strafe kein Maß für die Anerkennung für irgendetwas dar. " (Fragment des Prozesses gegen Albin Kurti im Nis-Gericht in Serbien)

 

Übersetzung Max Brym

Foto Albin Kurti in serbischer Haft April 2000 

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