Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:30
15.09.2019
Der deutsche Philosoph Hegel bemerkt an einer Stelle: „ Die Geschichte wiederholt sich“. Karl Marx fügte dem hinzu, „das eine mal als Tragödie und das andere Mal als Farce“. Das geopolitische Gerangel um Kosovas Zukunft erinnert fatal an die Farce vor der Londoner Botschafterkonferenz im Jahr 1912, sowie letztendlich an die Beschlüsse dieser imperialen Veranstaltung. In der deutschen KZ- Gedenkstätte Dachau ist der Spruch eines spanischen Philosophen verewigt, jener lautet:

„ Wer sich des VERGANGENEN nicht ERINNERT ist dazu verdammt es in der Zukunft noch einmal zu erleben.“ Diese Erkenntnis trifft global und somit auch für Kosova zu. Es ist daher nötig sich vergangener Tragödien zu erinnern, um die Farce der sogenannten „ Statusverhandlungen“ zu durchschauen. Die Londoner Botschafterkonferenz aus dem Jahr 1912 ist dafür sehr nützlich

 

Dokumentation zur Londoner Konferenz


Ende 1912 war in London eine Botschafterkonferenz der Großmächte zusammengetreten, die über die Neuordnung des Balkans verhandelte. Vor allem Russland, Italien und Österreich-Ungarn verfolgten dabei ganz eigene Interessen.

Die Friedenskonferenz musste in erster Linie drei Probleme lösen:

  • die Klärung des Status von Albanien, das im November 1912 seine Unabhängigkeit ausgerufen hatte, von den Balkanländern aber nicht anerkannt worden war. Die albanischen Gebiete waren zum großen Teil von serbischen, montenegrinischen und griechischen Truppen besetzt.

  • die Zugehörigkeit des Sandschaks von Novi Pazar, der seit 1878 von österreichischen Truppen kontrolliert wurde, den Serbien aber beanspruchte

  • die Aufteilung der anderen eroberten Territorien: Kosovo, Mazedonien und Thrakien.

Österreich-Ungarn und Italien unterstützten vehement die albanische Unabhängigkeit, die Donaumonarchie, weil damit Serbien keinen Zugang zur Adria bekommen würde, die Italiener hofften, den schwachen neuen Staat auf der anderen Seite der Adria ihrem Willen unterwerfen zu können. Russland unterstützte Serbien und Montenegro. Frankreich schloss sich der russischen Position an. Deutschland und Großbritannien verhielten sich neutral. Die anderen territorialen Fragen wurden vor allem zu Gunsten Serbiens und Griechenlands entschieden.

Die Bestimmungen des Friedensschlusses waren:

  • Albanien wird unabhängig, wobei große Teile des albanischen Siedlungsgebiets (vor allem Kosova) an Serbien, kleinere an Montenegro fallen. Die endgültigen albanischen Grenzen werden durch eine Kommission der Großmächte festgelegt. Serbien, Montenegro und Griechenland haben ihre Truppen aus Albanien zurückzuziehen.

  • Der Sandschak von Novi Pazar wird zwischen Serbien und Montenegro aufgeteilt.

  • Mazedonien wird zwischen Serbien, Griechenland und Bulgarien aufgeteilt. Den kleinsten Teil erhält Bulgarien, Serbien erhält das Binnenland mit Skopje, Ohrid, Prilep und Bitola, Griechenland die Küstenregion mit Thessaloniki.

  • Thrakien fällt an Bulgarien.

Insbesondere Bulgarien war unzufrieden mit dem Londoner Vertrag. Wenige Wochen später brach deshalb der Zweite Balkankrieg aus, der im August 1913 mit dem Frieden von Bukarest sein Ende fand.



Anmerkung : Die Dokumentation wurde aus der freien Enzyklopädie Wikipedia entnommen