Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
16:50
15.09.2019
Die aktuelle ökonomische Lage in Kosova ist katastrophal. Der Privatisierungsprozess ruiniert das Land und die Menschen. Die Ausbeutung und koloniale Beherrschung Kosovas setzt die UNMIK und die von ihr geschaffene Privatisierungsagentur AKM  (Kosova Treuhandagentur) gemäß absolut neoliberaler Prämissen um. Der Reichtum des Landes ist in der Hand der UNMIK. Die Arbeiter und Arbeiterinnen haben keinerlei Einfluß auf die Frage wie mit ihrem Eigentum umgegangen wird.

Hierzu verweisen wir auf den Artikel von Max Brym unter http://kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&task=view&id=426&Itemid=41. In letzter Zeit erreichen uns aber auch viele Zuschriften mit Fragen zur Wirtschaftsgeschichte Kosovas. Aus diesem Grund dokumentieren wir in Auszügen einen Artikel von Dardan GASHI, der sich mit dieser Frage in den neunziger Jahren befasste. Wer den Artikel aufmerksam liest wird klar erkennen, wie die UNMIK mit ihrer Wirtschaftspolitik die Ausbeutung Kosovas fortsetzt.

Redaktion


Dokumentation- Wirtschaft im Kosov@


Wirtschaft im Kosov@

von Dardan GASHI, 


Während der ganzen Zeit, auch als Kosov@ eine begrenzte Unabhängigkeit genoß, diente das Gebiet als Kolonie Serbiens und des ehemaligen jugoslawischen Bundesstaates. Kosov@ ist bekanntlich reich an Bodenschätzen. Es ist reich an Erzvorkommen an Blei, Zink, Silber, Gold, Nickel, Magnesium Bauxit, Pyrit, Kobalt, Chrom usw. Es wird vermutet, daß sich dort auch strategische Erze befinden. Im Gebiet von Kosov@ war die erste Bleigrube Europas, die Grube von Trepça. Gleichzeitig ist Kosov@ reich an Brennstoffen. Dort befindet sich 60% der Vorkommen an Braunstein- und Steinkohle des ehemaligen Jugoslawien. Wegen seines wirtschaftlichen Potentials war Kosov@ immer Ziel kolonialer Ausbeutung. Angesichts dieser Bodenschätze errichteten Serbien und der ehemalige Bundesstaat Jugoslawien dort schwere Industrieanlagen wie Bergwerke, Hüttenwerke und Wärmekraftwerke. Von diesen Anlagen profitierte Serbien und ganz Jugoslawien, doch am wenigsten von allen profitierte davon Kosov@ selbst. Trotz der vielen Reichtümer blieb Kosov@ das unterentwickelste Gebiet Jugoslawiens und Europas mit bedrückender Arbeitslosigkeit und mit einem sehr niedrigen Lebensstandard. Auch im landwirtschaftlichen Sektor war Kosov@ relativ weit entwickelt. Die geographische Struktur, fruchtbarer Boden und ein gemässigtes Klima bieten Möglichkeiten zur Entwicklung von Ackerbau und Viehzucht. Kosov@ produziert Weizen, Mais, Kartoffeln und andere Gemüse, Früchte, einschließlich spezielle Traubensorten. Die Weine des Amselfelds sind ein Begriff. Es produzierte 70% des Eigenbedarfs an Lebensmittel. Tourismus besitzt für die Zukunft gute Perspektiven, besonders nach der Befreiung und Demokratisierung Kosov@s. Das touristische Potential basiert auf Naturschönheiten, kulturellen und historischen Sehenswürdigkeiten von neolithischer bis in die Neuzeit, seltene Handwerke, Mineralquellen und Bäder, Skigebieten und einer reichen, vielfältigen Fauna mit einigen Exemplaren von hohem Trophäenwert.

 

D I E Z E R STÖRUNG DER WIRTSCHAFT KOSOV@S


In ökonomischer Hinsicht war Kosov@ eine der unterentwickeltsten Regionen Ex-Jugoslawiens. Während des Zeitraums, in dem Kosov@ föderale Subjektivität genoß, entstand in Kosov@ ein beträchtliches Wirtschaftswachstum, indem von einer extensiven Agrarwirtschaft zu einer extensiven Industriewirtschaft gewechselt wurde. Das Volumen industrieller Produktion wuchs um das dreieinhalbfache, was, in Prozenten ausgedrückt, 56% des schnellen Wachstums im Vergleich zum Durchschnitt der jugoslawischen Wirtschaft ausmachte. Die Dynamik des Produktionswachstums war zweimal höher als die Dynamik der Natalitätsrate, was eine spürbare Erhöhung des Lebensstandards der Bevölkerung zur Folge hatte. Das Wachstum der Wirtschaft Kosov@s nahm im Anschluß an die Besetzung Kosov@s durch Serbien im Jahre 1989 ein Ende. Albanische Ökonomen schätzten, daß Serbien mit den Maßnahmen, die es in Kosov@ ergriff in den letzten fünf Jahren fast die gesamte Wirtschaft Kosov@s zerstört und eine grosse Anzahl albanischer Familien an den Rand des Ruins gebracht hat. Indem Kosov@s Subjektivität abgeschafft, Notstandsmassnahmen über die wirtschaftlichen und sozialen Institutionen verhängt und Kosov@s finanzielle und wirtschaftliche Großbetriebe in serbische integriert wurden, hat das serbische Regime Kosov@ in eine typische Kolonie verwandelt, und seine Wirtschaft steht vor dem völligen Zusammenbruch. Exakte Analysen zu diesem Problem gibt es keine, weil die albanischen Ökonomen auf die Straße gesetzt wurden.

Zum weiterlesen- DIE BODENSCHÄTZE KOSOVAS von Max Brym
http://kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&task=view&id=164&Itemid=39