Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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22.11.2017
Die aktuelle ökonomische Lage in Kosova ist katastrophal. Der Privatisierungsprozess ruiniert das Land und die Menschen. Die Ausbeutung und koloniale Beherrschung Kosovas setzt die UNMIK und die von ihr geschaffene Privatisierungsagentur AKM  (Kosova Treuhandagentur) gemäß absolut neoliberaler Prämissen um. Der Reichtum des Landes ist in der Hand der UNMIK. Die Arbeiter und Arbeiterinnen haben keinerlei Einfluß auf die Frage wie mit ihrem Eigentum umgegangen wird.

Der deutsche Philosoph Hegel bemerkt an einer Stelle: „ Die Geschichte wiederholt sich“. Karl Marx fügte dem hinzu, „das eine mal als Tragödie und das andere Mal als Farce“. Das geopolitische Gerangel um Kosovas Zukunft erinnert fatal an die Farce vor der Londoner Botschafterkonferenz im Jahr 1912, sowie letztendlich an die Beschlüsse dieser imperialen Veranstaltung. In der deutschen KZ- Gedenkstätte Dachau ist der Spruch eines spanischen Philosophen verewigt, jener lautet:

Innerhalb weiter Teile der deutschen Linken, hat sich schon seit Jahren der völkische Unsinn der großserbischen Propaganda breitgemacht. Stets ist von dem heroischem Kampf der „Serben“ gegen den Hitlerfaschismus die Rede. Die Albaner und Kroaten werden hingegen generell als nazistische Kollaborateure dargestellt. In der Realität gab es aber bei allen Völkern,im ehemaligen Jugoslawien sowohl pronazistische Kollaborateure wie antifaschistische Kämpfer und Kämpferinnen. Die überwältigende Mehrheit der Menschen aller Nationalitäten lehnte den Faschismus ab und unterstützte den antifaschistischen Widerstand. Dieser Fakt gilt auch für die Albaner in Kosova.

Innerhalb der deutschen Linken ist die Interpretation der jüngsten Geschichte auf dem Balkan mitunter sehr eigenwillig. Bestimmte Autoren, der Profilierteste unter ihnen heißt Jürgen Elsässer, weinen bis heute bittere Tränen um den Mörder Milosevic und haben als neuen Hoffnungsträger für ihre Vorstellungen ausgerechnet die offenen Faschisten der „Serbischen Radikalen Partei“ entdeckt. Aber auch innerhalb des oft zu anderen Themen vernünftig argumentierenden Spektrums der Linken, gibt es Unwissenheit und Vorurteile gegenüber dem Selbstbestimmungsrecht Kosovas.

In Kosova bezieht sich heute jeder reale politische Kraft scheinbar positiv auf die Geschichte der UCK. Angeblich habe jeder seinen Beitrag in der jüngsten Geschichte an der Entwicklung der UCK gehabt. Tatsache ist, dass die UCK keinen politisch monolithischen Block abgab. Sie wurde von unterschiedlichen politischen Kräften unterstützt und gefördert.

Die Albaner stammen von den Illyrern ab. Diese Vorbemerkung ist wichtig, denn Kosova ist ein kleines Gebiet mit viel Bevölkerung und noch mehr Geschichte. Ab 1989, im Zusammenhang mit der gewaltsamen Auf-hebung der Autonomie des Kosova, bestreitet der serbische Nationalismus die tatsächliche Herkunft der Albaner. Kosova wird als serbisches Jerusalem definiert, denn Albanern wird vorgeworfen erst nach der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 in Kosova erschienen zu sein. Dadurch hätten sie serbisches Urland geraubt, bestimmte serbische Literaten und Historiker bezeichnen die Albaner als primitives Bergvolk. Das alles spielt eine tagespolitische Rolle in der Region, deshalb ist es wichtig auf einige Fakten hinzuweisen.

Antike: In der Antike war der westliche Balkan und damit auch das Territorium des heutigen Albanien von illyrischen Stämmen besiedelt, auf die die Albaner ihre Abstammung zurückführen. Seit dem 6. Jahrhundert vor Christus entstanden an der albanischen Küste griechische Kolonien. So sind zum Beispiel die Städte Lezha (griech. Lissos), Durrës (griech. zuerst Epidamnos, später Dyrrachion), Apollonia und Butrint (griech. Buthroton) Gründungen griechischer Siedler gewesen. Seit dem 5. Jahrhundert gelang es einigen illyrischen Stammesfürsten kurzlebige Reiche zu gründen, die nach dem Tod des jeweiligen Potentaten zumeist schnell wieder zerfielen. 231 - 229 herrschte Teuta als Königin der Illyrer. Sie stützte sich auf eine eigene Flotte, deren Raubzüge auch den Handel der römischen Republik gefährdeten. Die Römer wollten diese Gefahr ausschalten und begannen deshalb mit der Expansion nach Illyrien.

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