Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
22:00
13.12.2017
Die Redaktion von Kosova Aktuell hat einen Artikel von Herrn Andreas Kloke aus dem Jahr 1999 entdeckt. Wir veröffentlichen gerne den Artikel von Andreas Kloke, weil er die aktuelle Debatte in Kosova; „für das Recht auf Unabhängigkeit“ in einen breiten historischen und theoretischen Kontext stellt. Herr Kloke ist ein deutscher gebildeter Marxist, der sich in vielen Publikationen für das Selbstbestimmungsrecht der Nationen ausgesprochen hat. Seine Argumente bezieht er aus dem klassischem Arsenal des Marxismus, ohne ihn dogmatisch zu verbrämen. Der Artikel von Herrn Kloke aus der Zeitschrift INPREKORR bereichert jede Organisation in Kosova, die gegen jeglichen Kolonialismus kämpft.

Gegenwärtig befindet sich die UNMIK in einem offenen Konflikt mit dem Parlament Kosovas. Die UNMIK lehnte einen Gesetzentwurf per Veto ab, der die UCK würdigte und den Invaliden der UCK bestimmte soziale Rechte garantiert. Zu der aktuell stattfindenden Debatte über Rolle Funktion und Geschichte der UCK stellen wir dem deutschen Lesepublikum historische Dokumente zur Verfügung. Die Auswahl der Dokumente erfolgt keineswegs willkürlich. Die von uns veröffentlichten Materialien sollen deutlich machen, welche unterschiedlichen politischen Kräfte in der UCK eine Rolle spielten. Allerdings bleibt festzuhalten, die UCK war ursprünglich eine Organisation deren wesentliche Gründer politisch LINKS standen bzw. sich in der Tradition des „Marxismus“ nach „enveristischer“ (Enver Hoxha) Lesart befanden.

Die LPV mit dem bekannten ehemaligen Studentenführer Albin Kurti an der Spitze wird immer bekannter. Gegen die LPV geht die neue Kolonialmacht in Kosova permanent brutaler vor. Am 8. und 9. Juni wütete der Polizeiterror gegen Aktivisten der LPV in Prishtina. Viele Anhänger der LPV wurden vor dem Sitz der UNMIK in Prishtina geschlagen und festgenommen. Über 80 Personen wurden 10 Tage lang inhaftiert, darunter auch Albin Kurti. Zur Freilassung der Gefangenen erklärte die LPV: „ Sie wurden aus dem kleinen Gefängnis in das große Gefängnis ( Kosova) entlassen“. Unbeirrbar klagt die LPV das „ Recht auf nationale Selbstbestimmung“ ein. Die LPV ruft zu Massenprotesten gegen jede Form von Kolonialismus auf. Scharf lehnt die LPV die „ Statusverhandlungen“ über Kosovas Zukunft in Wien ab.

Seit einigen Jahren gibt es bei bestimmten deutschen „Linken“ einige absurde Vorstellungen zu den Vorgängen auf dem Balkan. Am peinlichsten wird es, wenn der aktuelle Konflikt um Kosova mit „historischen Argumenten“ unterlegt wird. Viele betreiben eine Geschichtsbetrachtung die mit der Realität nichts gemein hat. Es wird geglaubt, „die Serben kämpften gegen Hitlers Faschisten, während alle anderen auf der Seite der Nazis standen“.

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