Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
16:05
25.04.2019

Vollbild anzeigenHeute sollen die Vereinbarungen zwischen Serbien und Kosova im Parlament ratifiziert werden. Die „ Bewegung für Selbstbestimmung“ ( Lëvizja Vetëvendosje ) hat dagegen zu massiven Protesten ab 9 Uhr vor dem Parlament aufgerufen. Die Demonstration wendet sich gegen die ethnische Teilung Kosovas. Für Vetëvendosje ist das Abkommen zwischen dem kosovarischen Premier Thaci und dem serbischen Ministerpräsidenten Dacic, ein -„ Schritt

der ein zweites Bosnien auf dem Balkan schafft“-. Die Lage in Prishtina ist gespannt. Die Regierungspartei PDK warnt vor „ Gewalt“. Das ist ein sicheres Indiz dafür, dass sich die von der EU Mission EULEX geleitete Polizei Kosovas ihrerseits auf polizeiliche Übergriffe vorbereitet. Vetëvendosje hingegen ruft zu einem friedlichen aber massiven Protest auf. In der Erklärung von Vetëvendosje ist zu lesen: „ Mittels der Vereinbarung verliert Kosova jegliche Souveränität, der Norden Kosovas mit seinen Reichtümern wird wirtschaftlich durch Serbien ausgebeutet.“ Damit meint VV Teile des ehemaligen Kombinats Trepca und die enormen Wasservorkommen im Norden des Landes. Auf Facebook schreibt ein Bürger Kosovas: „ Ich wurde vor 33 Jahren im Spital in Nord Mitrovica geboren. Seit 1999 kann ich nicht mehr an meinen Geburtsort.“ In der Tat, der Norden Kosovas wurde durch den serbischen Staat und die faschistischen Tschetniks ethnisch gesäubert. Seit dem Jahr 2000 wurden knapp 16.000 Albaner aus Nord Kosova vertrieben. Der Vertrag zwischen Thaci und Dacic, segnet diese ethnische Säuberung ab. Laut Vertrag können die serbischen Kommunen ein eigenes Parlament in Kosova, mit eigenem Haushalt, eigener Justiz und Polizei bilden. Formal werden diese parallelen Strukturen als Bestandteil Kosovas definiert. Auf das Ergebnis der Proteste gegen diesen Vertrag kann man gespannt sein. Regierungsmedien bezeichneten die angekündigten Proteste als „ antidemokratisch“.