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09.09.2010
 
Aktuell
Was treibt den Multimillionär Pacolli nach Libyen ? Drucken
Geschrieben von Deniz Faber   
Dienstag, 26. Januar 2010
Behgjet Pacolli reist in Kürze nach Libyen. Dort will Herr Pacolli, den libyschen Machthaber Muammar el Gaddafi treffen. Nach Angaben aus der internationalen Presse, will Pacolli bei Gaddafi, ein gutes Wort für die beiden in Tripolis festgehaltenen Schweizer Geiseln einlegen. Seit Jahren spielt Pacolli auf dem internationalen Parkett eine gewisse

Rolle, sein neuestes Stück heißt „Gefangenenbefreiung“ in Libyen. Der Multimillionär war schon öfter in den Schlagzeilen der internationalen Presse. Es wurden ihm - Schmiergeldaffären, Geldwäscherei, besonders im Zusammenhang mit Boris Jelzins Töchtern nachgesagt. Der aus Kosovo stammende Bauunternehmer ist ein äußerst einflussreicher Mann. In Kosova hat der Multimillionär sich eine eigene Partei unter dem Namen AKR „Neue Kosova Allianz» geschaffen. Herr Pacolli hat gute Kontakte in höhere russische Kreise. Die Internetzeitung 20 Minuten Online schrieb: „Seine russischen Verbindungen brachten Pacolli jedoch in die Schlagzeilen. Der 59-jährige Bauunternehmer wurde durch die «Russiangate»-Affäre berühmt: Seine Firma Mabetex mit Hauptsitz in Lugano durfte Anfang der Neunziger Jahre den Amtssitz des russischen Präsidenten – den Kreml – renovieren. Bei der Auftragsvergabe gab es aber Ungereimtheiten. Pacolli soll für den Zuschlag des Milliardenjobs bis in höchste Regierungskreise Schmiergelder bezahlt haben.“ Die Genfer Justiz klagte den Bauunternehmer wegen Geldwäscherei an. Die Vorwürfe: Pacolli soll dem damaligen russischen Präsidenten Jelzin über ein Konto in Ungarn eine Million Dollar zugespielt und dessen Töchter mit Kreditkarten ausgerüstet haben – sozusagen als Gegenleistung für den Milliardenauftrag.

Vor Gericht stritt Herr Pacolli, der einen Schweizer Pass besitzt alles ab – und wurde schließlich freigesprochen. Im Jahr 2001 legte die Bundesanwaltschaft den «Russiangate»-Fall zu den Akten. Dies hatte im wesentlichen mit dem „Unwillen“ der russischen Verantwortlichen zu tun. Die Russen welche Pacolli angeblich bestochen haben soll, wollten einfach nichts strafrechtlich relevantes entdecken. Welch ein Wunder.


Ehrenbürger Kasachstans

Herr Pacolli ist Ehrenbürger von Kasachstan. Das Privatvermögen Pacollis wird auf über 400 Millionen Franken geschätzt Pacollis Firmenkonglomerat hat mit tausenden von Arbeitern in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan einen Großteil der Hauptstadt Astana aus dem Boden gestampft. Italienische Medien vermuteten, dass auch hier nicht alles sauber ablief, denn Pacolli pflegt beste Beziehungen zum Präsidenten Sultan Nasarbijew. In der Tat, Pacolli ist eine zwielichtige Gestalt, umsonst gibt es bekanntlich nichts im Leben. Auch keine Ehrenbürgerschaft durch den Diktator Nasarbijew.

Die Schweiz hält sich bedeckt

Die Schweizer Behörden äußern sich nicht zu der Frage warum sie ausgerechnet Herrn Pacolli, diese diplomatische Funktion ( Geiselbefreiung Libyen) anvertrauten. Über die Gründe von Pacollis Eingreifen darf spekuliert werden. Der umtriebige Unternehmer hat es aber wieder geschafft eine halbstaatliche Mission durchzuführen. Die Menschen in Kosova können von

Pacolli (links) hatte gute Kontakte zum Mittlerweile verstorbenen Boris Jelzin

Pacolli (links) hatte gute Kontakte zum Mittlerweile verstorbenen Boris Jelzin (Bild: Keystone)

Pacollis Baufirma Mabetex in Lugano. Die Geschäfte hat er vor einem Jahr seinen Angehörigen übergeben um sich humanitären Projekten zu widmen.

Pacollis Baufirma Mabetex in Lugano. Die Geschäfte hat er vor einem Jahr seinen Angehörigen übergeben um sich humanitären Projekten zu widmen. (Bild: Keystone)

Interaktiv-Box

Infografik: Timeline: Die Affäre Gaddafi

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