Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:39
20.07.2017

Im Januar 1942 meldete die Gestapo aus Belgrad an das RSHA in Berlin:“ Serbien ist judenfrei“. In der Tat, neben antifaschistischer Partisanentätigkeit, gab es in Serbien jede Menge Nazi- Kollaborateure. Die Kollaborationsregierung unter General Nedic, beteiligte sich massiv an der Verfolgung der Juden in Serbien und Kosova. In der Zeit vor der faschistischen Besatzung erfassten

die nationalistischen Tschetniks, Juden in Serbien und Kosova im speziellen Listen. Auf diese Dokumente konnten sich die Nazis bei der Verfolgung der Juden stützen. Völlig anders war die Situation im damaligen Albanien und größtenteils in Kosova. In Albanien war der Antisemitismus unbekannt und Albanien war das einzige Land in Europa, welches nach der faschistischen Besatzung wesentlich mehr Juden hatte als vor der Besatzung. An diese Tatsachen erinnert gegenwärtig eine Wanderausstellung in der Schweiz. Die Aufstellung hat in Oberbasel begonnen und wird in zehn Städten in der Schweiz zu sehen sein. Die Macher der Ausstellung arbeiten eng mit jüdischen Institutionen zusammen. In der Zeitung http://www.srf.ch/ war gestern zu lesen: „ Besa heisst «ein Versprechen halten»

Der traditionelle albanische Ehrencodex Besa verpflichtet dazu, für das Wohl seiner Gäste alles zu tun, auch wenn man damit sein eigenes Leben riskiert. Von der muslimischen Albanerin Lime Balla, Jahrgang 1910, ist hier nun zu lesen: «Wir waren arm – wir hatten nicht einmal einen Esstisch – aber wir erlaubten ihnen kein einziges Mal, für Essen oder Unterkunft zu bezahlen. Die Juden blieben 15 Monate in unserem Dorf versteckt. Wir kleideten sie wie Bauern, wie uns selbst.» Die Ausstellung verfolgtes Ziel dieser einmalige Tatsache der Judenrettung in Albanien darzustellen. Dazu schreibt die Zeitung http://www.srf.ch/ : „Die jüdische Zeitzeugin Johanna Neumann war extra aus Washington angereist: «Mein Ziel ist, dass die Jugend hört, was in der Welt vorgegangen ist und auf der Hut bleibt. Denn es passiert so schnell, dass eine Gruppe schlecht geredet und ausgegrenzt wird.»

Damit meint sie freilich nicht nur Juden, sondern auch Albaner heute. Mit der muslimisch-jüdischen Verständigung ist es weltweit nicht gut bestellt. In arabischen Ländern und im Iran grassiert ein neuer Judenhass. Das Beispiel der muslimischen Albaner im Zweiten Weltkrieg soll zeigen, dass es auch anders geht, und Mitmenschlichkeit auch eine muslimisch-albanische Tugend ist.“ Anbei verweisen wir noch auf das Video, - https://www.youtube.com/watch?v=OGPSANs_OmY

Das Video zeigt die Überreichung einer Medaille in Yad Vashem in Jerusalem an einen kosovarischen Staatsbürger wegen der Rettung von 30 Juden in Kosova.

 

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