Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
09:13
22.01.2017

Besuch der Gedenkstätte Potocari in Bosnien- Ein Reisebericht

Vertreter und Vertreterinnen des Vereins „ Flüchtlinge helfen Flüchtlingen E.V.“ führen momentan eine Projektfahrt nach Bosnien, Montenegro und Kosova durch. Wir dokumentieren ihren heutigen Reisebericht.- „ Am heutigen 2. Tag unserer Balkan-Projektfahrt besuchen wir, Anne Hansch, Lydia Hoffmann, Ralph Rüdiger, Ricky Burzlaff und Stephan Bosch die Gedenkstätte in Potocari sowie die

Innenstadt von Srebrenica.

Potočari ist ein Dorf im Osten von Bosnien und Herzegowina. Es liegt in der Republika Srpska, etwa sechs Kilometer nordwestlich der Stadt Srebrenica, zu deren Gemeindegebiet es gehört. Das Dorf besteht aus zwei Teilorten, dem im Tal des Drina-Nebenflusses Križevica gelegenen ...Donji Potočari und dem weiter westlich und höher gelegenen Gornji Potočari. Bei der Volkszählung im Jahre 1991 wurden 4.338 Einwohner gezählt, von denen 93 Prozent Bosniaken waren und sieben Prozent zu anderen Volksgruppen gehörten, hauptsächlich zu den Serben.

Während des Bosnienkrieges befand sich das Dorf in der Enklave Srebrenica. Hier befand sich auf dem Gelände einer stillgelegten Autobatterie-Fabrik das holländische UN-Bataillon „Dutchbat“. So wie in allen anderen Orten in der Enklave stieg die Bevölkerungszahl an, weil das Dorf Flüchtlinge aus angrenzenden Teilen Bosniens aufnahm. Im Juli 1995 verübten die serbischen Truppen hier sowie an weiteren Tatorten in der Umgegend das Massaker von Srebrenica.

Das Massaker von Srebrenica war ein Kriegsverbrechen während des Bosnienkriegs, das durch UN-Gerichte gemäß der Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes als Genozid klassifiziert worden ist

In der Gegend von Srebrenica wurden im Juli 1995 mehr als 8.000 Bosniaken – fast ausschließlich Männer und Jungen zwischen 13 und 78 Jahren – getötet. Das Massaker wurde unter der Führung von Ratko Mladić von der Armee der Republika Srpska (Vojska Republike Srpske, VRS), der Polizei und serbischen Paramilitärs trotz Anwesenheit von Blauhelmsoldaten verübt. Es zog sich über mehrere Tage hin und verteilte sich auf eine Vielzahl von Tatorten in der Nähe von Srebrenica. Die Täter vergruben Tausende Leichen in Massengräbern. Mehrfache Umbettungen in den darauf folgenden Wochen sollten die Taten verschleiern.

Das Massaker gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Bereits abgeschlossene Prozesse vor internationalen Gerichten haben gezeigt, dass die Verbrechen nicht spontan erfolgten, sondern systematisch geplant und durchgeführt wurden. Ende Februar 2007 bewertete der Internationale Gerichtshof das Massaker als Völkermord.

Nach einem stillen Gedenken an die Opfer des Massakers führt uns der Weg in die Innenstadt von Srebrenica, um weiteres über das Geschehen zu erfahren. Im Anschluss daran geht die Reise weiter nach Konik, einen Ortsteil von Podgorica, der Hauptstadt von Montenegro. Dort werden dringend benötigte Sportsachen für 162 Grundschulkinder des Romaflüchtlingslagers, welche für den Sportunterricht gedacht sind, überreicht.

Jedoch werden die Teilnehmer der Balkan-Projektfahrt erst einmal auf dem Weg dorthin, einen Zwischenstop in Sarajevo einlegen, um dort zu übernachten.

 

Richard Gauchs Foto.
Richard Gauchs Foto.
Richard Gauchs Foto.
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