Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
13:22
19.08.2017

 Am 5. Juli besetzten Asylbewerber aus Kosova, Albanien und Mazedonien den Regensburger Dom. Knapp eine Woche konnten sie sich im Dom aufhalten. Die Gruppe zählte 45 Personen. Nach einer Woche wurde ihnen durch das Bistum eine Unterkunft in der Pfarrei St. Emmeram im Zentrum Regensburgs angeboten. Seit vergangenem Montag gibt es massive Repression gegenüber den Asylbewerbern. Am Montag wurde dem Sprecher der Gruppe-

Isen Asanovski .- der Zutritt zu seiner Gruppe verweigert. Die knapp 40 Personen, in etwa zur Hälfte Albaner und Roma wollen jedoch weiterkämpfen. Am Dienstag rückte eine polizeiliche Hundertschaft und eine USK Spezialtruppe an, um offensichtlich auf Kirchengrund polizeiliche aktiv zu werden. Dem örtlichen Pfarrer und einem Vertreter des katholischen Jugendhilfswerkes gelang es von der Polizei die Zusicherung zu erhalten, vorläufig keine Gewalt anzuwenden. Seit Dienstag ist die Wiegengrundstraße und die Pfarrei St. Emmeram weiträumig polizeilich abgeriegelt. Es fanden sich Jugendliche ein um sich mit dem Flüchtlinge zu solidarisieren. Die Sprecherin der Gruppe verkündete am Dienstagabend, dass ab Mittwoch ein Hungerstreik stattfinden wird. Albana Ademi aus Nord Mitrovica erklärte gegenüber der Presse:“  "Ich gehe hier nur als Leiche. Wir alle zusammen oder keiner",  Frau Ademi spricht sehr gut Deutsch und leidet unter einer halbseitigen Gesichtslähmung welche in Kosova nicht behandelt werden kann. In Kosovo ist sie in ihrer Heimatregion zusätzlich den Terror durch serbische Milizen ausgesetzt. Die Flüchtlinge fordern ein Bleiberecht, den Abzug der Polizei und ein Besuchsrecht ihres Sprechers, der wegen eines Besuchs- und Übernachtungsverbots nicht zu ihnen darf.Viele Flüchtlinge leiden unter Krankheiten und stehen vor dem Schicksal in Armut und Not abgeschoben zu werden. Sie bereiten sich darauf vor, sich gegenüber den polizeilichen Kräften militant zu verteidigen. Ihre Forderungen lauten:“ Bleiberecht, den Abzug der Polizei und ein Besuchsrecht ihres Sprechers, der wegen eines Besuchs- und Übernachtungsverbots nicht zu ihnen darf. Das Bistum in Regensburg reagiert zurückhaltend und staatskompatibel. Der Bayerische Rundfunk meldet „Die Asylsozialberater dort versuchten mithilfe von Dolmetschern den Migranten zu verdeutlichen, dass es besser sei, in die Flüchtlingsunterkunft zurückzukehren. Denn die Forderung nach einem Bleiberecht für alle Flüchtlinge aus dem Balkan sei politisch nicht erfüllbar. Das Bistum hatte die Polizei verständigt, nachdem die Gruppe das Gespräch mit Asylsozialberatern der Caritas verweigert hatte. "Es herrscht eine gewisse Unruhe in der Gruppe", sagte Bistumssprecher Jakob Schötz.“ Die Unruhe kann durch solche Maßnahmen nur gesteigert werden. Normalerweise müsste der Bischof Kirchenasyl gewähren, statt mit der Polizei zu kooperieren. Die Flüchtlinge sind nicht bereit die Pfarrei zu räumen, um in Armut und Not abgeschoben zu werden, sie wollen bis zum Ende kämpfen. Das ist auch eine Herausforderung für die Linke im Bayern, in all ihren verschiedenen Strömungen. Es wäre angebracht sich im Zentrum Regensburg zu versammeln, den Vollständiger Abzug der Polizei zu fordern und die Flüchtlinge zu verteidigen. Allerdings steht es um die Solidaritätsbewegung in Regensburg nicht besonders gut. Nur kleine Gruppen von Jugendlichen unterstützen aktiv die Flüchtlinge. Es wäre an der Zeit dass die Partei die Linke aktiv wird und sich den Protesten anschließt was für sämtliche Gruppierungen im linken Spektrum gilt. Auch Personen welche sich den humanitären Ansprüchen des Christentums verpflichtet fühlen sind angesprochen. Der bayerische Flüchtlingsrat sollte sich nicht nur im wesentlichen mit den Roma solidarisieren, die selbstverständlich einer besonderen Unterdrückung ausgesetzt sind sondern mit allen kämpfenden Flüchtlingen. In Kosova leben 18 % der Bevölkerung von weniger als einem Euro am Tag bei Lebenshaltungskosten, die sich mit den Lebenshaltungskosten in Deutschland vergleichen lassen. Auch Not, Armut und Hunger sind reale Fluchtgründe. Solidarität mit den Flüchtlingen bis zum Ende.

 

Dokumente http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/raeumung-pfarrheim-regensburg-fluechtlinge-dom-100.html

haGalil http://www.hagalil.com/2016/07/st-emmeram/

Foto Albana Ademi

Flüchtlinge treten in Regensburg in den Hungerstreik | Bild: BR/Matthias Reinel
 

 

 

 

 

Alarm- Polizei Terror gegen Roma und Albaner in Regensburg

Von Max Brym

 

Am vergangenen Montag versuchte ich als Reporter für die jüdische Website haGalil in die Pfarrei Pfarrheim St. Emmeram in Regensburg zu gelangen. Ein privater Wachdienst verwerte mir den Zutritt zu den in der Pfarrei untergekommen Flüchtlingen aus Albanien, Kosovo und Mazedonien. Am selben Tag wurde ein Albaner in Regensburg von der Polizei kurzfristig festgenommen. Der Sprecher der von Abschiebung bedrohten Roma und Albaner Isen Asanovski .konnte nicht mehr in die Unterkunft zurückkehren, da er von Verhaftung bedroht war.

 

Zum Hintergrund

 

Am 5. Juli besetzten für eine Woche 45 Personen hauptsächlich aus den Abschieben-lagern bei Ingolstadt und Bamberg den Dom in Regensburg. Nach einer Woche bot ihnen die Kirchenleitung ,Unterkunft in der Pfarrei St. Emmeram an. Die Kirche gewährte allerdings kein Kirchenasyl. Seit gestern Abend sind Polizeieinheiten vor der Pfarrei aufgezogen und die Flüchtlinge haben sich verbarrikadiert. Das christliche Herz des Bistums in Regensburg scheint nur sehr begrenzt zu schlagen. Die Menschen in der Unterkunft leiden an Krankheiten und haben kleine Kinder dabei, welche eine dunkle Zukunft in den Ländern in denen sie abgeschoben werden sollen bevorsteht. Die oben genannten Länder sind bekannt für Massenarmut, sowie spezieller Diskriminierung der Roma. Das Vorgehen der Kirchenoffiziellen in Regensburg und das Vorgehen der Polizei bewegt sich in Richtung der Ideologie welche die AFD verbreitert. Die Flüchtlinge fordern den sofortigen Abzug der Polizei , sie fordern Kirchenasyl und sie fordern, dass die Staaten des „Westbalkans“ nicht als sichere Herkunftsländer benannt werden. In diesen Ländern existiert massive Armut, es existiert Hunger und das Fehlen jeglicher medizinischer Versorgung. Auch Hunger kann ein realer Fluchtgrund sein. Natürlich gibt es auf dem gesamten Balkan eine spezielle ausgeprägte Feindseligkeit gegenüber Roma. Dies hat die Bundesregierung anzuerkennen. Das Vorgehen der Polizei in Regensburg läuft auf eine gewaltsame Konfrontationen hinaus. Diese Konfrontation würde auf kirchlichen Gelände stattfinden. Der Bischof von Regensburg sollte sofort persönlich aktiv werden und sich für Flüchtlinge einsetzen wie sein kirchliches Oberhaupt Papst Franziskus immer wieder einfordert.

 

Erklärung der Kirchenleitung vor einigen Tagen

http://www.bistum-regensburg.de/news/pressemitteilung-zu-den-fluechtlingen-im-pfarrheim-st-emmeram-4804/