Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:44
20.07.2017

 Gestern Abend ,haben alle Flüchtlinge das Pfarrheim St. Emmeram in Regensburg verlassen. Dies geschah keineswegs freiwillig. Gegen die Hilfesuchenden aus Kosova, Albanien und Mazedonien wurde seit Mitte Juli immer größerer Druck ausgeübt. Am 5. Juli besetzten 45 Flüchtlinge aus den oben genannten Ländern den Regensburger Dom. Nach einer Woche wurde ihnen die Pfarrei St. Emmeram, im Zentrum Regensburg als vorläufige Bleibe durch

das Bistum Regensburg zur Verfügung gestellt. Von Anfang an gab es keinerlei Überlegung den Hilfesuchenden den Status des Kirchenasyls zu gewähren. Seit Mitte Juli stand die Pfarrei unter strenger Bewachung. Zuerst wurde eine private Sicherheitsfirma damit beauftragt Journalisten und Freunden der Emigranten das Besuchsrecht zu nehmen. Seit fast 3. Wochen riegelte die Polizei das Gebäude weit gehend ab. Am vergangenen Samstag stellte das Bistum Regensburg, die Lebensmittellieferungen für die Flüchtlinge ein. Offensichtlich ein eklatanter Fall von verweigerter christlicher Nächstenliebe. Gleichfalls am Samstag wurde durch den Generalvikar Fuchs Strafanzeige erstattet. Gestern Abend gaben die Emigranten auf. Die bereits angerückte Polizei nahm zwei Emigranten aus Kosova und Mazedonien fest, um sie unmittelbar danach in Abschiebehaft zu nehmen. Nach offizieller Auskunft würden gegen beide bereits Abschiebebescheide vorliegen. Der Herr Generalvikar Fuchs erklärte gegenüber dem bayerischen Rundfunk:“ "Wer Änderungen im Asylrecht herbeiführen möchte, muss sich in einem demokratischen Staat im argumentativen Diskurs um Mehrheiten mühen. Eine gewaltsame Abkürzung darf es nicht geben." Diese Argumentation ist zynisch und haltlos. Mit Gewalt drohten nicht die Flüchtlinge, sondern einzig und allein das Bistum Regensburg. Das Bistum erstattete Strafanzeige, am gestrigen Montag war nicht nur normale Polizei, um das Gebäude herum positioniert sondern polizeilich speziell ausgebildete Sondereinheiten. Das Bistum drohte mit Gewalt und niemand sonst. Es ist ein gewaltsamer Akt hilflosen Flüchtlingen, die vor den menschenunwürdigen Bedingungen am so genannten „West Balkan“ geflüchtet sind, die Unterkunft zu verweigern. Die Sache mit dem argumentativen Diskurs, die der Herr Generalvikar anführt ist nichts weiter als billige Roßtäuscherei. Wo hat denn die Kirche die Öffentlichkeit über die katastrophale Situation, über die Massenarmut und die politische Verfolgung am Westbalkan, in Regensburg öffentlich informiert? Gab es hierzu Info-Veranstaltungen, Broschüren, Predigten?Eine Antwort auf diese Fragen werden sich nicht finden lassen. Das Bistum unterstellte sich dem herrschenden rassistisch staatlichen Diskurs. Angeblich gibt es keine Fluchtursachen vom Balkan. In Regensburg versuchte die Kirchenleitung nicht die Blinden sehen zu machen, sondern die Sehenden zu Blinden. Auch das Argument von der Bewusstseinslage der Mehrheit der bundesdeutschen Gesellschaft ist überhaupt kein Argument. Seit wann ist es offizielle Doktrin der Kirche, die Mehrheitsmeinung verpflichtend für die Handlungen vom gläubigen Menschen zu machen? Es ist an der Zeit, dass nicht nur linke und fortschrittliche Menschen gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung protestieren, sondern dass sich auch christlich geprägte Menschen für das Bleiberecht auch von Flüchtlingen vom Balkan einsetzen. Dabei ist es durchaus legitim eine örtliche Kirchenleitung zu kritisieren. Diese Kritik ist an dieser Stelle keine Religionskritik, sondern eher ein Appell an die Empathie welche der christlichen Amtskirche in Regensburg zu fehlen scheint. Die Aktionen die Gewaltandrohung durch den Herrn Generalvikar sind auch für einen „Christenmenschen“ nicht hinnehmbar. Die Haltung der Kirchenleitung , der brutale Essensentzug und die Drohung mit polizeilicher Gewalt sind inakzeptabel. Nebenbei bemerkt, die Kirchenleitung in Regensburg, wir beziehen uns hier explizit auf die Kirchenleitung in Regensburg, hat nichts aus der Geschichte gelernt. Neben der nicht hinnehmbaren Abschiebung von Albanern scheint der Regensburger Spitzenklerus keine besondere Verantwortung gegenüber den geflüchteten Roma aus dieser Region zu verspüren. Offensichtlich hat der Regensburger Kirchenleitung nichts aus der Geschichte gelernt. Dies belegen auch die nach wie vor sichtbaren so genannten „ Judensäue“ am Regensburger Dom. Die Kirchenleitungen Regensburg hat sich gegenüber den Flüchtlingen mit Sicherheit auf eine vorläufige Mehrheitsmeinung innerhalb der Regensburger Stadtgesellschaft geschützt. Dies ist allerdings verwerflich, denn Jesus Christus pflegte nicht auf die damalige Mehrheitsmeinung in Judäa und Galiläa zu achten, als er seine Angriffe gegen die Pharisäer führte. Der Herr Generalvikar ist nichts weiter als ein modern daherkommender Pharisäer dem die Interessen der einfachen und der hilflosen Menschen am A vorbeigehen.

 

Quellen http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/pfarrheim-regensburg-fluechtlinge-raeumung-100.html

 

http://www.kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3245:protestiert-gegen-die-zwangsmassnahmen-gegen-roma-und-albaner-in-regensburg&catid=9&Itemid=114

 

Flüchtlinge haben Pfarrheim in Regensburg verlassen | Bild: BR/Andreas Wenleder

Die Stimmung war aufgeheizt.

 

 

http://www.n-tv.de/politik/dossier/Streit-um-Judensau-haelt-an-article91710.html

 

„ Judensau“ am Dom St. Peter“