Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:40
20.07.2017

Die Regierungsparteien im Kosova haben sämtliche Versprechungen aus dem Wahlkampf 2014 gebrochen. Damals wurde den Menschen suggeriert, es würden in Kosova 200.000 Arbeitsplätze geschaffen. Nichts von dem wurde Realität- ganz im Gegenteil- die Arbeitslosigkeit steigt und liegt real betrachtet nicht bei 45 %, sondern bei mindestens 60 %. Letzteres bezieht sich auf Untersuchungen der örtlichen Gewerkschaft. Unmittelbar nach dem die

Große Koalition aus LDK, PDK und Liste Serbska Ende 2014 gebildet wurde, setzte eine Massenflucht aus Kosova ein. Seit Ende 2014 haben mehr als 100.000 Menschen Kosova verlassen. Aufgrund der Einschätzung u.a. der Bundesregierung, das Kosova ein sicheres Herkunftsland sei, mussten rund 17.000 Menschen nach Kosova zurückkehren. Die Massenflucht geht jedoch weiter. Jetzt bekommt sie legale Formen in Gestalt der Verwertungsinteressen, speziell des deutschen Kapitals. Großflächig werden in Kosova Werbeanzeigen der „Bundesagentur für Arbeit“ in albanischer Sprache geschaltet. In der Tat, besteht für „ verwertbare Menschen“ die Möglichkeit Kosova in Richtung Deutschland zu verlassen. Es werden Arbeitsplätze für sechs Monate durch die „Bundesagentur für Arbeit“ in Deutschland für Menschen aus Kosova angeboten. Nach sechs Monaten soll angeblich der Nachzug von Familienangehörigen möglich sein. In den Werbeanzeigen wird den Menschen weis gemacht, dass sie nach drei Jahren fester Arbeit, die Möglichkeit erhielten dauerhaft in Deutschland zu bleiben. Viele Menschen im Kosova machen von diesen Angeboten gegenwärtig Gebrauch. Arbeitsgenehmigung sowie Aufenthaltsgenehmigungen in Deutschland bekommen allerdings nur die -welche über technische Fertigkeiten, oder über eine Berufsausbildung im Gesundheitswesen verfügen. Gegenwärtig fehlen überall in Kosova Krankenschwestern. Aber auch Mediziner, sowie Techniker mit deutschen Sprachkenntnissen verlassenes Land. Diese Massenflucht ist sozusagen legalisiert. Gefragt ist der ausgebildete Mensch welcher sich speziell im Niedriglohnbereich in Deutschland rechnen soll. Es geht um die Profitinteressen des deutschen Kapitals. Gleichzeitig wird damit Kosova entleert. Das Land wird verliert seine ausgebildeten Kräfte. Es steht nicht auf der Agenda in Kosova Arbeitsplätze zu schaffen. Internationale Investoren bekunden nur wachsendes Interesse am Rohstoffgiganten Trepca. Allerdings nicht an dem ehemaligen Kombinat inklusive Verarbeitung, sondern an Chrom, Nickel, Kupfer, Blei, Silber und Gold. Um diesen Interessen gerecht zu werden hat die kosovarische Regierung kürzlich Trepca verstaatlicht. Dabei hat sie den Rohstoffgiganten in drei Teile zerlegt und drei Managements für die unterschiedlichen Minenzugänge eingerichtet. Ausdrücklich erfolgte die Verstaatlichung unter der Maßgabe den Rohstoffgiganten schnellstmöglich zu privatisieren. Nach der Privatisierung soll über die fertig gestellte teuerste Autobahn in Europa – Straße der Nation- der Abtransport der Rohstoffe Kosovas beginnen. Gleichzeitig gibt es keinerlei Investitionen im Bereich eigenständiger Produktion im Land. Der Immobilienboom welcher hauptsächlich der Geldwäsche diente geht seinem Ende entgegen. Jetzt bietet die „ Bundesagentur für Arbeit“ den Bauarbeitern Kosovas Arbeitsplätze in Deutschland an. Dort ist ihnen die Funktion der Lohndrückerei zugedacht. Kosova ist de facto eine Kolonie, Kosova dient als Militärstützpunkt, als kommender Rohstofflieferant und gegenwärtig als Lieferant billiger und gut ausgebildeter deutschsprachiger Arbeitskräfte. Diese Entwicklung ist enorm gefährlich. Die Abwanderung der Menschen schränkt das Widerstandspotenzial gegen die örtliche Mafia enorm ein. Die Anwerbung von Arbeitskräften über deutsche „Bundesagentur für Arbeit“ hat nichts mit Menschlichkeit, Humanität oder gar Visaliberalisierung gemein. Es geht einzig und allein darum dem deutschen Kapital noch weitere Vorteile im Konkurrenzkampf ,gegen andere kapitalistische Unternehmen zu verschaffen. Kosova jedoch muss ich sich auf eigene Beine stellen und darf den nationalen Reichtum nicht privatisieren. Kosova benötigt einen eigenen Entwicklungsplan für die Schaffung von Arbeitsplätzen. Kosovo benötigt eine soziale Perspektive. Diese Perspektive wird es allerdings im Europa der Banken und Konzerne nicht geben. Der Widerstand in Kosova hat sich einzureihen in den Widerstand gegen das absurde neoliberale kapitalistische System. 

 

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