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22.01.2017

Beny Steinmetz – Miteigentümer von Ferronikel – (Kosova)-in Israel verhaftet

 Die israelische Tageszeitung „Haaretz" berichtete am vergangenen Montag, dass der Milliardär Beny Steinmetz in Israel festgenommen wurde. Beny Steinmetz ist einer der Haupteigentümer von Ferronikel in Drenas, Kosova. Verhaftet wurde er allerdings nicht wegen dem 2006 zustande gekommenen Deal in Drenas, sondern wegen Korruption und Geldwäsche in Millionenhöhe in der Republik Guinea Der Milliardär Beny Steinmetz ist einer beiden

Eigentümer von Ferronikel. Das 2006 privatisierte Unternehmen Ferronikel ist eine sehr rentable Firma in Kosova. Für nur 35 Millionen Euro wurde damals das Unternehmen an die Benny Steinmetz Gruppe Resources Ltd" (BSG) und "Internationale Mineral Resources" (IMR), im Besitz von Alexander Mashkevich, einem israelischen Staatsbürger gebürtig in Kasachstan vergeben. Das Management der Firma kommt aus Griechenland. Die Firma heißt Alferon. Im Jahr 2006 wurde die Privatisierung von Ferronikel in Drenas, im Nordwesten Kosovas  gegen den Widerstand der Arbeiter und der Bevölkerung durchgeführt. Heute ist die Bilanz der Privatisierung für die Bevölkerung der Stadt, für die Bewohner der Dörfer und für die Arbeiter mehr als vernichtend. Die Privatisierung des Giganten Ferronikel vernichtete Arbeitsplätze, liquidierte ganze Dörfer, vergiftete die Umwelt und zerstört die Gesundheit der Arbeiter am Arbeitsplatz.

Die Lebensbedingungen der Menschen in und um Drenas, gleichen einem Horrorfilm aus Hollywood. Kein Autor benötigt Phantasie, um schreckliche Drehbücher zu schreiben. Ein Besuch in Drenas reicht aus. In Drenas müssen Bauern nur einen Spatenstich machen, um auf ihren Grundstücken Ölklumpen vorzufinden. Die Kühe deren Wiesen vergiftet sind geben nur noch gefährliche Milch. Geschlachtete Kühe in der Nähe von

Ferronikel weisen schwarze Flecke auf. Kinder im freien spielen zu lassen gleicht oftmals einem  verantwortungslosen Abenteuer. Ärzte berichten über hohe Krebsraten, seit die Firma Alferon die Firma Ferronikel betreibt. Bewohner von Dörfern erzählen von schrecklicher Atemnot wenn der „Wind verkehrt steht“. Die rapide Zunahme von Gehirnkrebserkrankungen in der Umgebung von Ferronikel wird von Bauern und Ärzten mit den Schadstoffen aus den Türmen der Fabrik begründet. Ein  Stadtverordnete der PDK, spricht von einer Umweltbelastung, die um 116% höher liegt als im kosovarischen Landesdurchschnitt. Das Einatmen anorganischer Nickelverbindungen ist mit einem erhöhten Krebsrisiko

für Lunge und der oberen Luftwege verbunden. Kein Arbeiter in der Firma arbeitet mit entsprechender moderner Sicherheitskleidung. Staatliche Inspektoren kündigen sich zwei Wochen vor der Arbeitsplatzkontrolle bei der Geschäftsleitung an. Diese Kontrollen finden als Mittagessen mit der Geschäftsleitung statt. Böse Zungen behaupten, dass dabei Briefe mit Inhalt über den Tisch wandern. Dem Risikofaktor Arbeit mit Nickel wird nichts

entgegengesetzt. Viele Krankheiten entstanden bei den Arbeitern. Derartige bösartige Neubildungen werden beispielsweise in Deutschland bei berufsbedingter Exposition

als Berufskrankheiten anerkannt Außerdem ist ein erhöhter Nickelgehalt in der Atemluft ein Risikofaktor für eine Sensibilisierung gegen Nickel bei Kindern. Wegen fehlender Filter musste die Firma Alferon einmal lächerliche 35.000 Euro an den kosovarischen Staat bezahlen. Durch Drenas fließt der Fluss Drenica. An bestimmten Stellen kann genau

beobachtet werden, wie Schadstoffe und Öl in den Fluss geleitet werden.

 

Was war und was ist Ferronikel?

 

Am Nachmittag des 5 März 2012 kam es in der Firma Ferronikel, in Kosovo zu einer gewaltigen Explosion. Dabei wurden vier Arbeiter schwer verletzt und

ein Arbeiter verlor fast sein Leben. Die Ursachen der Explosion sind bis dato nicht geklärt. Die Firma Alferon tut alles um die Öffentlichkeit und die Arbeiter zu verwirren. Es erfolgte

keine durchschaubare Aufklärung über diesen Vorfall. Der Gewerkschafter Osman Osmani aus der Schweiz schreibt dazu: „Die Explosion kann als direkte Folge der Privatisierungspolitik betrachtet werden“. In der Tat, einst gehörte Ferronikel zu den modernsten Betrieben in Kosova. Unmittelbar nach der Privatisierung wurden von 2000 Arbeitern, knapp 1000 Arbeiter entlassen. Der Firma wurden zudem keinerlei Auflagen in Puncto, Schutz der Beschäftigten gemacht. Es gab auch keinerlei Auflagen für den Umweltschutz. Aus dem einst gut funktionierenden Giganten Ferronikel wurde ein Monster, welches das Leben der Arbeiter und der Bürger in Drenas gefährdet. Es gibt eine hohe toxische

Verschmutzung in der Firma und in der Umgebung von Ferronikel. Es existieren barbarische

Arbeitsbedingungen, speziell in der Gießerei verbunden mit öfter wiederkehrenden Explosionen. Die Explosion vom 5 März 2012 war nur eine der schlimmeren Explosionen. Von Anfang an war die Privatisierung von Ferronikel, schädlich für die Arbeiter und die Gesellschaft in Kosova. Die Verarbeitung von Eisen und Nickel in Ferronikel kommt

nicht der Gesellschaft, sondern nur dem privaten Profit der Firma Alferon zu gute.



Empfehlung an die israelische Staatsanwaltschaft im Fall Beny Steinmetz



Es ist davon auszugehen, dass die Staatsanwaltschaft völlig richtig lag Beny Steinmetz anzuklagen. Seine beiden Pässe, der israelische und und der französische, wurden per Gerichtsbeschluss konfisziert . Er darf das Land für 180 Tage nicht verlassen. Herr Steinmetz steht unter Hausarrest. Innerhalb von drei Tagen muss er 50 Millionen Schekel (israelische Währung über 12 Millionen Euro) als Sicherheit hinterlegen Beny Steinmetz besitzt eine Bergbaugesellschaft, welche Schürfrechte in Guinea erworben hatte. Er und einige andere Israelis stehen im Verdacht, Bestechungsgelder an Beamte und Geschäftspartner in Millionenhöhe bezahlt zu haben. Die Untersuchung wird gemeinsam von Strafverfolgungsbehörden den Vereinigten Staaten, der Schweiz und Guinea, mit Unterstützung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt. Wie wäre es die Untersuchungen auf den Fall der Firma Ferronikel- Alferon in Kosova auszuweiten. Jeder weiß, dass auch dort Schmiergelder geflossen sind. Die israelische Zeitung Haaretz hat dies vor einigen Jahren dokumentiert.



Quellen

http://www.haaretz.com/israel-news/israeli-black-hole-in-kosovo-1.378338



http://periskopi.com/arrestohet-ne-izrael-miliarderi-beny-steinmetz-njeri-nga-pronaret-e-ferronikelit/

 
 
Foto Beny Steinmetz 
arrestohet
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