Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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22.09.2017
Wie ihr richtig bemerkt gibt es in Kosova eine permanente Inflation. Besonders die Preise für Grundnahrungsmittel wie Milch, Brot und Butter steigen. Dies hat natürlich auch örtliche Ursachen. Die durch den Krieg ruinierte kosovarische Landwirtschaft wurde durch den Nahrungsmittelimport hauptsächlich aus Serbien und Mazedonien, in große Probleme gestürzt. Gleichzeitig gibt es in der Welt die sogenannte Ernährungskrise, es gibt auf der ganzen Welt gegenwärtig Hungerrevolten und Aufstände.  Kosova ist auf seine Art in den kapitalistischen Weltmarkt integriert. Deshalb ist die enorme

Bericht aus Mitrovica- Trotz der Erfolgsmeldungen aus den Büros der UNMIK wird die Lebenssituation für die meisten Menschen in Kosova immer katastrophaler. Nach der letzten Untersuchung der Weltbank, leben 50% der Bevölkerung in Kosova Armut und 15% leben in extremer Armut. Unter Armut versteht der Bericht ein Einkommen von 1,86 Euro am Tag, unter extremer Armut definiert der Bericht ein Tagesgeld von 0,93 Euro. Die letzten Untersuchungen zeigen, dass die Armut in Kosova wächst, insbesondere in der geteilten Stadt Mitrovica nimmt die Massenarmut immer extremere Formen an.

Kosova hat die wichtigsten Braunkohlevorkommen am südlichen Balkan. Die Stromversorgung in Kosova ist unter der Leitung der UNMIK katastrophal. Dennoch gieren kapitalistische Unternehmen nach dem Rohstoffreichtum des Landes. Mittels der Privatisierung der Stromversorgung, soll Kosova der Stromlieferant in der Region werden. Keinesfalls wird jedoch diese Energiebasis zur Entwicklung Kosovas verwandt werden, kapitalistische Unternehmen trachten danach mittels der Aneignung von Energie in privater Hand Maximalprofite zu erzielen.

In der geteilten Stadt Mitrovica liegt die Arbeitslosenzahl bei 80%. Ramadan Kelmendi Leiter des „ Regionalbüros für Arbeit“ in der Region Mitrovica gab diese erschreckende Zahl am 16. August gegenüber der Presse bekannt Nach den Angaben von Kelmendi, suchen gegenwärtig 62.932 Menschen in Mitrovica eine Arbeit. Von den Arbeitsuchenden sind 93,8% Albaner, 4,9% Serben und 1,2% gehören anderen Nationalitäten an.


Der Konflikt in der Stadt Mitrovica in Kosova wird oft nur als ethnischer Streit zwischen SerbInnen und AlbanerInnen wahrgenommen. Doch dahinter steckt ein Streit um den wirtschaftlichen Reichtum des nördlichen Kosova, um den Industrie- und Bergbaukomplex von Trepca nahe Mitrovica. Bei Trepca handelt es sich um einen Industriekomplex, der bis 1989 23000 Menschen beschäftigte. Am 8.Juli 1998 schrieb die New York Times über Trepca: "Der weitauseinandergezogene Trepca-Bergbaukomplex ist das wertvollste Stück Grund und Boden auf dem Balkan und hat einen Wert von mindestens 5 Milliarden US-Dollar." Der Direktor der Mine, Bjielic, wird mit den Worten zitiert: "Das ist Serbiens Kuwait, das Herz von Kosovo."

Am 10. Februar gab der kosovarische Arbeits und Sozialminister Ahmet Isufi dem albanischsprachigen Programm der „Deutschen Welle“ ein Interview. Die Zeitung Koha Ditore veröffentlichte am 11. Februar das Gespräch. Für die deutsche Linke ist es wichtig, die realen Probleme, Fakten und Positionen in Kosova zu kennen, um sich ein objektives Bild zu machen. Der Autor dieser Zeilen teilt nicht die politischen Positionen des „Ministers“ dennoch hält er eine auszugsweise Wiedergabe des Interviews für sinnvoll. Die Fakten treffen zu, allerdings gestatte ich mir den Herrn „Minister“ durch einige Anmerkungen zu ergänzen.

Gerald Knaus ist Leiter der bürgerlichen „European Stabillity Initative“ die in Kosova einige Themen untersuchte. Am 18.8.04 gab Knaus der DW ein Interview das interessante Aspekte enthält. Die „Initiative“ erstellte einen dreißigseitigen Bericht über die ökonomische Situation und die Lage der Menschen in der geteilten Stadt Mitrovica.