Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:19
25.02.2018

Vorbemerkung: Den Herausgeber von Kosova-Aktuell erreichen unzählige Briefe von albanischen Bürgern. Anbei dokumentieren wir das Schreiben eines Freundes, indem die ganze Wut bezüglich der Situation der Albaner zum Ausdruck kommt Der Brief belegt ausgezeichnet die Haltung vieler Albaner zu aktuellen und historischen Fragen. Im Anhang veröffentlichen wir die Antwort von Herrn Brym zu den Ausführung über die „Rolle der Juden“.


Seit 31.12.05 ist auf der Homepage von Tagesschau.de ein Artikel zu Kosova zu finden. Der Artikel macht die Wichtigkeit der „Kosova-Frage“ gerade auch für die deutsche Diplomatie deutlich. In dem Artikel wird eine Bewertung der politischen Konflikte in Kosova versucht. Zutreffend stellt der Kommentator die Spaltung der Parteienlandschaft in Kosova dar. Allerdings kommt der Bericht nicht zu der Schlußfolgerung, dass für die Bevölkerung die Herrschaft der UNMIK unerträglich geworden ist.

Zwar gibt es in Kosova keine Gesetze mehr, die die Frauenrechte direkt verletzen. Zudem sind auf der gesetzlichen Ebene zahlreiche Fortschritte erzielt worden. So können Frauen sowohl nicht nur auf das Sorgerecht für ihre Kinder oder zumindest auf ein Umgangsrecht im Falle einer Scheidung, sondern auch auf Unterhalt klagen. Dennoch scheitert die Realisierung von letzterem nur allzu oft daran, dass dort, wo nichts ist, auch nichts zu holen ist. Erschwerend kommt dann die mangelnde Absicherung durch den noch unzureichenden Sozialstaat hinzu.

Nach Einschätzungen der „Weltbank“ und des IWF ist Kosova/Kosovo das ärmste Gebiet in Europa. Offiziell sind 57% der Menschen ohne Arbeit, in Wahrheit dürfte die Zahl bei 80% liegen. Ein gelernter Arbeiter verdient maximal 200 Euro, bei einer gegebenen Preislage die deutschem Niveau entspricht. Es existiert ein enormes soziales Gefälle zwischen den Beamten der UNMIK, die alles in der Hand haben ( der Direktor der Telefongesellschaft verdient 20.000 Euro im Monat) und den „Eingeborenen“ in „UNMIKISTAN“. Rentner haben meist nur 35 Euro im Monat und leben damit am absoluten Existenzminimum. Ohne Unterstützung durch Familienangehörige im Ausland würde in Kosova Massenhunger herrschen.

Am Donnerstag den 18. Mai erschien in der „Jungen Welt“ ein mehr als absurder Artikel von Jürgen Elsässer. Herr Elsässer entblödete sich nicht ein Bündnis von „UCK-Lobby“ (gemeint ist Kosova-Aktuell) und Trotzkisten (SAV) gegen „den linken Parteibildungsprozess in Deutschland“ als Gespenst an die Wand zu malen. Dabei wurde der Redaktion von Kosova-Aktuell unterstellt „rechtsextreme“ Ansichten zu haben. Besonders griff Jürgen Elsässer den Herausgeber von Kosova-Aktuell Max Brym und den Bundessprecher der SAV (Sozialistische Alternative) Sascha Stanicic an.

Der bundesdeutsche Staatsapparat schiebt rücksichtslos Flüchtlinge in alle Gegenden der Welt ab. Das Grundrecht auf Asyl besteht nur noch auf dem Papier. Menschen mit unsicherem Status müssen jederzeit mit einem gewaltsam durchgeführten Transport zum nächsten freien Flugzeug rechnen. Endgültig gelöst werden soll in diesen Tagen und Wochen, wie es im Behördendeutsch heißt „die Albanerfrage“. Praktisch jede Nacht werden im Bundesgebiet zwischen 3 und 4 Uhr morgens Kosovaalbaner aus den Betten gerissen. Seit neuestem werden Albaner und Albanerinnen auch über den Flughafen Belgrad abgeschoben. Jede Abschiebung ist prinzipiell abzulehnen, es lohnt sich aber dennoch, diese spezifische Abschiebemaßnahme näher zu untersuchen.

In Kroatien gibt es viele Lokale, die den Namen Kinkel und Mock tragen. Klaus Kinkel war bis 1998 deutscher Außenminister und Alois Mock sein österreichischer Amtskollege. Die beiden Namen werden in Kroatien mit der nationalen Unabhängigkeit in Verbindung gebracht. Im Gegensatz zu anderen imperialen Mächten setzte Deutschland auf die nationalen Bewegungen in Kroatien und Slowenien. Die deutsche Politik unter Kinkel war realistisch auf den eigenen Vorteil bezogen. Der jugoslawische Bundesstaat den andere imperialistische Staaten lange Zeit erhalten wollten, war in den neunziger Jahren nicht mehr haltbar.