Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
07:49
21.11.2019

Vollbild anzeigenKosova: Der Widerstand gegen die Privatisierung  der PTK, KEK und Trepça wird stärker  In Kosova passierte gestern (4 September) eine unerwartet, positive Wendung. Die BSPK (Bund Unabhängiger Gewerkschaften Kosovas) trat in einer Pressekonferenz zusammen mit der Levizja VETEVENDOSJE!, vielen NGO-s, der Studentenorganisation SKV und anderen

Studentenorganisationen auf. Die BSPK übte eine scharfe Kritik gegen den bislang geplanten Privatisierungsprozess, aus. Der BSPK   rief zu eine Petition gegen die Privatisierung der PTK, KEK und Trepça aus.

Unerwartet war diese Wendung, den die BSPK kannte man in den letzten Jahren in Kosova als eine Gewerkschaft ,die immer nur einen sozialen Dialog mit der extrem neoliberalen Thaçi Regierung verlangte. Doch trotzdem ist diese Petition ein sehr positiver Schritt und man erwartet, dass innerhalb der nächsten Tagen hunderttausende Unterschriften gegen die Privatisierung gesammelt werden.

“Wir die Bürger der Republik Kosova, sind gegen die Privatisierung der PTK, KEK und Trepça, und wir solidarisieren uns mit der Initiative der BSPK in Zusammenarbeit mit verschiedenen NGO-s und politischen Organisationen welche zusammen diesen Prozess stoppen wollen. Diese Unternehmen sind die wichtigsten Unternehmen Kosovas und spielen eine strategische Rolle für den wirtschaftlichen Fortschritt unserer Gesellschaft. Bis heute hat der Privatisierungsprozess tausende von Arbeitern als Arbeitslose auf die Straße gestellt und die Produktion der privatisierten Unternehmen zerstört, und dies hat den wirtschaftlichen Fortschritt unserer Gesellschaft verunmöglicht.” Steht unter anderem im Petitionsschrift der BSPK.

Diese Petition ist ein guter Anfang im Kampf gegen Sozialabbau und Privatisierung In Kosova, ist jedoch  damit die Arbeit noch  nicht getan. Massendemonstrationen und Streiks müssen in Kosova in den nächsten Wochen und Monaten organisiert werden, um die Thaçi Regierung anzuhalten und den zerstörenden Privatisierungsprozess zu stoppen.

 

Hintergrundinformationen

 

In verschiedenen Gesprächen in Prishtina, ist unsere Redaktion an Hintergrundinformationen gelangt.

Die BSPK Leitung hätte diese positive Wendung nie von selbst unternommen. Doch VETEVENDOSJE! Aktivisten haben den ganzen Sommer über radikale Sektionsleiter der BSPK und einfache Arbeiter getroffen und zusammen mit ihnen  Druck auf die BSPK Leitung aufgebaut. Es war nicht einfach doch letztendlich hat man die BSPK Funktionäre  davon  überzeugt mit dieser Petition anzufangen, in dem man ihnen auch angeboten hat, dass VETEVENDOSJE! Aktivisten ihnen in ganz Kosova helfen werden die Unterschriften zu sammeln.

Doch hinter den Kulissen wird schon der nächsten Schritt im Kampf gegen Privatisierung vorbereitet. Nach dieser Petition wird man die erste Massendemonstration gegen den Privatisierungsprozess in Kosova organisieren. Man will, dass noch während dieses Monates (September) diese Demo zustande kommt, um der Regierung Thaçi wirklich zu zeigen, dass die Arbeiter es nicht zulassen werden, dass ihre Unternehmen ‘verschenkt’ werden.

Die Arbeiter in Kosova sind in einer verständlich depressiven Lage, denn niemand hat sie in Kosova bislang überzeugt, wie stark sie potentiell in einem Kampf gegen Privatisierung und Sozialabbau sind. Doch mit dieser Petition und der breiten gesellschaftlichen Unterstützung, werden auch die Arbeiter auf die Straße gehen um den wirklichen sozialen Kampf aufzunehmen.

 

Enver Haliti Korrespondent Prishtina

 

Erläuterungen

 

PTK= Post und Telekommunikation

KEK= Elektrizitätserzeuger

Trepca=  Rohstoffkomplex im Norden Kosovas

Levizja VETEVENDOSJE= „Bewegung für Selbstbestimmung“ Vorsitzender Albin Kurti