Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
12:14
09.04.2020
Am 10. Februar wurde der bekannteste Aktivist der „ Bewegung für Selbstbestimmung“ ( LPV) Albin Kurti verhaftet. Kurti befindet sich seit drei Monaten in Untersuchungshaft. Auf einer Pressekonferenz der LPV in Prishtina nannte Glauk Konjufca, den Vorgang und die fortgesetzte Haft für Kurti , „ einen rein politischen Akt“. Konjufca wies darauf hin, „ dass Albin Kurti ein politischer Gefangener des UNMIK Regimes sei“.

 In der Realität verweigert jedoch die Kolonialbehörde Kurti diesen Status und setzt die Haft gegen Kurti mit unverminderter Härte fort. Die LPV hat zum Fall Kurti ein Memorandum verfasst. Das Schriftstück wurde an Organisationen, wie das „ Internationale Rote Kreuz“, an „Amnesty International“, an „Human Rights Watch“, das „Helsinki Komitee“ und den Menschenrechtsverein KMDLNJ geschickt. Die LPV- Aktivistin Aida Derguti unterstellt zurecht den Kolonialorganen in Kosova, „viele Menschenrechtsverstöße zu begehen“. Sie nannte u.a. das Recht auf Demonstrationsfreiheit, welches die UNMIK Organe mit der Haft von Kurti liquidierten. Sie bestritt dem Gericht jegliche Legitimität. Glauk Konjufca erklärte gegenüber der Presse: „ Die Anklage gegen Kurti hat keinerlei Basis. Er ist ein politischer Häftling und die wirklichen Kriminellen laufen frei herum. Wir fordern die sofortige Freilassung von Albin Kurti“.


Freiheit für Albin Kurti und internationale Solidarität


Am 10. Februar fand in Prishtina eine Massendemonstration der LPV gegen den Ahtisaari- Plan, sowie gegen die Haltung der kosovarischen Verhandlungsgruppe statt. Dieser Tag ging als blutiger Samstag in die jüngste Geschichte Kosovas ein. Die Internationale Polizei schoß mit international geächteten Plastikkugelgeschossen aus nächster Entfernung auf waffenlose Menschen. Dabei tötete das UNMIK- Kolonialregime zwei Demonstranten und verletzte über achtzig Personen schwer. Der polizeiliche Einsatzleiter der Irländer Curtis, durfte sich nach den Morden außer Landes begeben. Die besonders beschuldigten rumänischen Sonderpolizisten wurden komplett nach Rumänien abgezogen, obwohl die UNMIK gegen die Polizisten angeblich „ermittelte“. In Rumänien bekamen die polizeilichen Mörder Orden verliehen. Die UNMIK bedauerte offiziell nur „diesen Vorgang“. Keinesfalls bedauert wird jedoch die politische Haft gegen Albin Kurti. Nach Informationen die mir vorliegen ist eine deutsche Richterin mit dem Namen Schmidt, mit dem „Fall Kurti“ betraut. Gegen Kurti wird formaljuristisch die Anklage erhoben, „die Sicherheit internationaler Institutionen zu gefährden“. Dieses Konstrukt ist absurd und gefährlich. Formal wird Kurti damit zum Terroristen erklärt, damit wird jeglicher demokratische Protest kriminalisiert. Die Juristen und Beamten, die sich an den demokratischen Rechten in Kosova und an der Person Albin Kurti vergehen, stammen oftmals aus Europa und Deutschland. Damit dürfte klar sein, dass die Negierung demokratischer Rechte in Kosova keine „ Balkanspezialität“ ist. Die Unterdrückung in Kosova, die politische Haft der Albin Kurti unterworfen ist, ist zu einer Frage der internationalen Demokratie geworden. Die Forderung Albin Kurti sofort freizulassen und den Menschen in Kosova die Selbstbestimmung zu ermöglichen, muß zu einer internationalen Forderung werden. Dies hat auch im eigenen demokratischem Interesse, zum Beispiel in Deutschland zu erfolgen. Die Kolonialorgane in Kosova bestehen aus menschlichem Fleisch und Blut. Es stellt eine Bedrohung demokratischer Errungenschaften in Deutschland dar, wenn deutsche Kolonialbeamte sich an koloniale Praktiken gewöhnen. Diese Herrschaften verinnerlichen im Experimentierfeld Kosova antidemokratische Maßnahmen.