Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
08:46
05.08.2020
Der 1. Mai gilt als internationaler Kampftag der Arbeiterklasse. Die Zeitung "Koha Ditore" nennt die Maifeierlichkeiten in Kosova- Fest der Arbeitslosen-. Diese Überschrift enthält eine gute Portion Zynismus, dennoch hat aber diese Überschrift einen realen Sinn. Gegenwärtig liegt die Zahl der Arbeitslosen bei annähernd 70% mit steigender Tendenz. In Peja sagte ein Passant gegenüber der Presse:

„ Auf barbarische Art haben wir in Kosova eine klassenlose Gesellschaft erreicht. Die Arbeiterschaft wurde weitgehend eliminiert“. In der Tat, der Privatisierungsprozess geplant und durchgeführt von der UNMIK und ihrer AKM Filiale ( AKM- Treuhandagentur) hinterläßt soziale Not und Perspektivlosigkeit. In Gjakova gibt es momentan 40.000 Arbeitslose. Der Vertreter der Gewerkschaft BSPK machte dafür die UNMIK und die „Regierung Kosovas“ verantwortlich. Flamur Gojani erklärte: „ Die Regierung hält sich an keine einzige Vereinbahrung mit uns. Sie negiert die kollektiven Rechte der Arbeiterschaft“. Der ehemalige Arbeiter Halit Ibrahimi aus der Fabrik „ Emin Duraku“ in Gjakova, meinte zum 1. Mai in Kosova: „ Wir Arbeitslosen brauchen keinen Tag um uns auszuruhen, wir haben das ganze Jahr Zeit.“ Indirekt attackierte Ibrahimi damit auch die gewerkschaftlichen „Festveranstaltungen“ zum 1. Mai. In Prishtina wurde wie üblich der 1. Mai in einem bekannten Park abgehalten, als ob die Menschen Grund zum Feiern hätten. Sie hätten allen Anlaß zum Kampf für ihre sozialen Rechte. Der Kollege Ibrahimi erklärte zur Privatisierung der Fabrik „Emin Duraku“ in Gjakova: „Mit der Privatisierung habe ich alles verloren. Bis heute wurden an die entlassenen Arbeiter noch nicht einmal die Ablöse von 20% vom Verkaufserlös für 35 Jahre Arbeit bezahlt.“ An anderen Orten Kosovas gab es zumindest scharfe Reden gegen den organisierten Raub, unter dem Namen Privatisierung. Es wurde darauf hingewiesen, dass in den privatisierten Betrieben die wenigen verbliebenen Arbeiter „keine regulären Arbeitsverträge haben und die Bezahlung schlechter ist, wie in noch vorhandenen den öffentlichen Betrieben“. Verantwortlich dafür ist der Pilar IV der UNMIK und die AKM. In der Gemeinde Viti haben die örtlichen Musterkapitalisten den Maifeiertag ignoriert. Sie verlangten von den wenigen Menschen die in Viti Arbeit haben „ völlig normal zu arbeiten. Ein Herr Xhehal Zuka Eigentümer einer mechanischen Fabrik in Pozheran sagte: „ Mich interessiert der 1. Mai nicht, es wird normal gearbeitet. Diese Mentalität eines Manchesterkapitalisten wird von der UNMIK und ihren örtlichen Regierungslakeien gedeckt. Fast in der gesamten Welt wird der 1. Mai begangen und ist gesetzlich geschützt. In Kosova interessiert auch diese internationale Norm, die internationale Verwaltung (UNMIK) nicht.