Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
11:47
30.11.2020

Die  kosovarischen Gewerkschaftsbürokraten haben auf jegliche Demonstration am vergangenen 1. Mai verzichtet. Damit erweckten sie den Anschein als ob es in Kosova keinerlei Gründe zum Protest gäbe. Das Gegenteil ist aber der Fall. Nirgendwo in Europa ist die Arbeitslosigkeit so hoch wie in Kosova. Der Privatisierungsprozess kostete bis dato 70.000 Arbeitsplätze. Gegenwärtig geht der Privatisierungsprozess in die entscheidende Runde. Die KEK, die PTK und

Trepca sollen privatisiert werden. Jetzt meldet sich aber die Arbeiterklasse zu Wort. In dem Artikel „ Privatisierung - VV warnt „Calik and" Limak

( http://kosova-aktuell.de/index.php?option=com_content&view=article&id=1981:privatisierung-vv-warnt-calik-and-limak&catid=18:oekonomie&Itemid=112 habe ich geschrieben:“

Die „ Bewegung für Selbstbestimmung“ ( VV) in Kosovo, hat in einem offenen Brief die türkische Gesellschaft Calik and" Limak ", vor der geplanten Investition im Bereich der „ Elektrizitätsverteilung“ gewarnt. In dem Brief ist von einem „kriminellen Privatisierungsakt“, die Rede. Bekanntlich hat die Gesellschaft, die Verteilung und den Verkauf des Stroms in Kosova für

lächerliche 26 Millionen Euro erworben. VV ist gegen jegliche Privatisierung des Stromnetzes und bedroht offen die Firma  Calik and" Limak " -in dem Brief- wird  mit der „ entschädigungslosen Enteignung“ gedroht.“ Diese Haltung von VV hat Massensympathie unter den Arbeitern in dem angesprochenen Bereich. Gegenwärtig wird über die Möglichkeit eines Streiks unter den Arbeitern intensiv diskutiert. Objektiv haben die Arbeiter und Arbeiterinnen im Elektrizitätsbereich, die Macht, beispielsweise der Regierung den Strom abzudrehen. Am 14 Juli traten 700 Bergarbeiter in Trepca in den Streik.Die Bergarbeiter haben den Beschluss der AKP ( Privatisierungsagentur) nicht anerkannt, Eset Ujkani, zum Direktor von Trepca zu ernennen. Die Vertreter der AKP wurden von den Bergarbeitern vertrieben. Die Leute von der AKP wollten mit den Bergarbeitern über die Ernennung von Ujkani diskutieren. Die Arbeiter lehnten jegliche Debatte über den korrupten „ Privatisierungskommissar Ujkani ab. Die Regierung musste daraufhin von dieser Person vorläufig Abstand nehmen. Der Vorgang zeigt die überwältigende Macht der Arbeiterklasse.

 

Wie weiter

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 Bild Max Brym 

{abo} Der Arbeiter an dem Autobahnprojekt durch Kosova bekommen von Bechtel& Enka in der Stunde 76 Cent. Der Achtstundentag wird an der 1. Milliarde teuren Autobahn meist nicht eingehalten. Die Arbeiter verfügen über keinerlei Kündigungsschutzrechte. Heuern und feuern ist besonders in den privatisierten Teilen der Ökonomie Kosovas an der Tagesordnung. Es ist an der Zeit für die Arbeiter und Arbeiterinnen in Kosova wieder aktiv zu werden. Die Arbeiterklasse ist im Bündnis mit der progressiven Jugend und der Bauernschaft der alles entscheidende Faktor, um die weitere Verarmung zu stoppen. Dazu einige Gedanken: Es bringt wenig wenn nur immer einzelne Sektoren protestieren. Notwendig ist der Generalstreik verbunden mit Massenprotesten gegen Regierung und Privatisierung. Ohne radikal zu sein kann den radikalen sozialen Grausamkeiten in Kosova nicht begegnet werden. Schluss mit jeglicher Privatisierung. Sofortige Kündigung des Vertrages mit der Firma Bechtel & ENKA bezüglich der Autobahn. Entschädigungslose Enteignung der Firma Alferon in Drenas. Keinerlei Reichtum darf dem Volk durch die Privatisierung gestohlen werden. Die Menschen benötigen ihr eigenes Wirtschaftsprogramm. Mittels eines Planes muss der Reichtum Kosovas gefördert, verarbeitet und verkauft werden. Dazu werden keine privaten Banken und private Spekulanten benötigt. Die Arbeiterschaft muss selbst in demokratischer Form ohne bürokratisches Kommando von Oben , die Ökonomie in Gang setzen.

 

Dies sind nur einige Gedanken in der Hoffnung eine breite Debatte über den sozialen Widerstand in Kosova anzuheizen. Besonders gilt es noch die internationale Form des Widerstandes zu diskutieren. Kosova benötigt ein enges Bündnis mit den revoltierenden Massen in Europa und nicht mit der EULEX oder dem IWF.

 

Erläuterungen

 

KEK Stromversorger Kosovas

PTK ( Post und Telekommunikation )

Trepca Einstiges Kombinat mit den zweitgrößten Mineralien-vorkommen in Europa. {/abo}