Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
11:32
19.11.2017

Von Max Brym Seit Jahren investiert Saudi Arabien, die Türkei aber auch Katar zig Millionen jedes Jahr in Kosova. Es werden Schulen und Moscheen gebaut. Das Ziel ist klar: Die soziale Krise in Kosova, die Massenarmut soll fundamentalistische Strömungen in Kosova verstärken. Dieser Gefahr gilt es ins Auge zu blicken. Dagegen hilft nur ein radikales antikapitalistisches Sozialprogramm, welches die Machenschaften der genannten Staaten durchkreuzt. 

Wenig hilfreich beziehungsweise kontraproduktiv ist es einfach den Islam zu kritisieren. Religion ist eine zu respektierende Privatangelegenheit jedes einzelnen Menschen. Diskutiert werden muss in Kosova über die Frage wie die soziale Not bekämpft werden kann. Ohne eine klare linke Haltung gegen die Privatisierungen ist jede Debatte über alle Religionen sinnlos. Die islamistische Partei Fjala hat gerade 1% bei den Parlamentswahlen erreicht. Das zeigt wie isoliert fundamentalistisch islamische Strömungen in Kosova noch sind. Herr Ramiz Kelmendi ist nicht mehr im Parlament. Dennoch darf die Gefahr des Islamismus nicht unterschätzt werden. Ohne Bekämpfung der Not wird die Suppenküche der Islamisten attraktiv. Ein weiter so kann und darf es nicht geben. Es geht darum für soziale Gleichheit auf laizistischer Basis einzutreten. Wichtig ist Skanderbeg, wichtig ist die Liga von Prizren und wichtig sind, um die sozialen Beziehungen zu verstehen, die Schriften von Marx und Engels. Jede Debatte über den Islam als solchen, jede Debatte über das Christentum oder Judentum als solches soll und darf im öffentlichen Diskurs keine Rolle spielen. Die Religion hat in den Kirchen und Moscheen zu bleiben. Punkt. Wenn sich christliche oder islamische Fundamentalisten nicht daran halten müssen sie entschieden bekämpft werden. Die Religionen hingegen sind zu respektieren auch das Kopftuch in der Öffentlichkeit. Der Staat hingegen hat die Trennung von Kirche und Gesellschaft als Errungenschaft der französischen Revolution zu garantieren.

Foto Max Brym