Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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19.07.2019

Im August 2005 feierte Norwegen seinen einhundertsten Unabhängigkeitstag. Bis zum Jahr 1905 gehörte Norwegen zu Schweden. Die Forderung nach dem nationalen Selbstbestimmungsrecht wurde damals friedlich umgesetzt, da weder die einfachen Menschen in Schweden, noch eine imperiale Macht die Unabhängigkeit Norwegens bekämpften. Das Recht auf staatliche Lostrennung ist ein bürgerlich demokratisches Recht. Die Akzeptanz dieses Rechtes gereicht bis heute der schwedischen Arbeiterbewegung zur Ehre, denn sie verweigerte sich dem Chauvinismus der damaligen schwedischen Bourgeoisie.

Dadurch ist das Verhältnis zwischen den Menschen in Schweden und Norwegen, die letzten hundert Jahre hindurch relativ spannungsfrei geblieben. Norwegische und schwedische Arbeiterorganisationen hatten kein Problem zusammenzuarbeiten. Übertragen auf Kosova heißt das: Kosova muß das Recht auf Unabhängigkeit erhalten, dieser Wunsch sollte wie in Norwegen vor einhundert Jahren, in einem Referendum abgestimmt werden. Kein Staat der Welt hat das Recht Kosova die Unabhängigkeit zu verwehren, dennoch versucht die Balkan-Kontaktgruppe und der serbische Staat alles um den freien Willen der Menschen in Kosova zu ignorieren. Serbien will Kosova „Autonomie“ geben und die anderen sprechen von „ beschränkter Unabhängigkeit“ unter einem neuen EU-Protektorat. Demokraten müssen im Interesse des Friedens und der notwendigen Kooperation auf dem Balkan, für die Unabhängigkeit Kosovas eintreten. Denn das norwegische Beispiel vor hundert Jahren zeigt hervorragend, wie der nationale Konflikt vermieden werden kann. Der nationale Hader wurde beseitigt durch die Anerkennung des Selbstbestimmungsrechtes.

Damals kapierten das bürgerliche Demokraten, aber auch ein Kommunist mit dem Namen Lenin. Lenin erwähnte in seinen Schriften häufig das Beispiel Norwegen, um seine Haltung zum nationalen Selbstbestimmungsrecht zu begründen. Für Lenin war es entscheidend, dass die schwedische Arbeiterschaft nicht ihren Chauvinisten folgte und das Selbstbestimmungsrecht Norwegens unterstützte. Damit war nach Lenin erst die Voraussetzung erfüllt, um zwischen den schwedischen und norwegischen Arbeitern eine gemeinsame Kampfbasis gegen den Kapitalismus zu schaffen.

Heute könnte man übersetzen, zwischen den einfachen Menschen in Serbien und Kosova wird es erst dann wieder einen gemeinsamen Draht geben, wenn die serbischen Massen die Loslösung Kosovas unterstützen. Das ist in ihrem ureigensten Interesse. Hauptsächlich polemisierte Lenin zu seiner Zeit gegen die Positionen Rosa Luxemburgs in der nationalen Frage, denn Luxemburg vertrat im Kern nur abstrakten Internationalismus. Allerdings wandte sich Rosa Luxemburg im Jahr 1905 nicht gegen die staatliche Separation der Norweger.

Dies steht im scharfen Gegensatz zur Haltung von aktuellen deutschen Pseudo-Linken wie Jürgen Elsässer aus der Jungen Welt Redaktion. Viele „moderne“ deutsche „Linke“ haben offensichtlich ihren Lenin und die Luxemburg aus ihren Köpfen verbannt. Offen unterstützen Figuren wie Pirker (JW-Redakteur), Elsässer und die Schreiberlinge in der DKP Zeitung UZ den serbischen Staat. Die Herren hocken in einem „Komitee für Slobodan Milosevic“ und arbeiten mit der „Serbischen Radikalen Partei“ zusammen.

Das verbindet diese deutschen Pseudolinken mit offenen deutschen Faschisten wie Franz Schönhuber, Schönhuber ist Ehrenmitglied der serbischen „Radikalen Partei". Die SRS hat zudem seit 1997 brüderliche Beziehungen mit dem franzäsischen Faschisten Le-Pen und dem russischen Nationalisten und Antisemiten Schirinowski. Für Leute mit Verstand sind diese Figuren nicht von Belang, interessant ist hingegen, die norwegisch-schwedische Erfahrung von 1905. Wer sich mit dieser Frage befasst, lernt viel über den Demokratismus in der nationalen Frage. Deshalb dokumentieren wir einen Radiotext vom August 2005, der bestimmte historische Fakten wieder ins Gedächtnis ruft.


Quellen: „ Lenin -Thesen zur nationalen und kolonialen Frage-“ http://www.Kosova-Aktuell.de ;Deutschlandfunk, 13.8.2005: Norwegen feiert 100 Jahre Unabhängigkeit