Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
09:48
23.09.2017

Es sind fast zwei Monate vergangen, dass die UNMIK sowie die Interimsbehörden in Kosova lückenlose und rasche Ermittlungen zu den Ereignissen vom 10. Februar 2007 in Prishtina versprachen. Zur Erinnerung: am 10. Februar intervenierte die UNMIK-Polizei in Prishtina gegen einem Protestzug der Bewegung „Vetevendosje“. Bei dem Einsatz starben zwei Demonstranten und weitere 80 Personen erlitten schwere Verletzungen.

Gegenwärtig liegt die Arbeitslosigkeit in Kosova nach halbwegs realistischen Schätzungen bei über 70%. Nach Angaben der Gewerkschaft BSPK stieg die Zahl in den letzten Jahren kontinuierlich an. Der Privatisierungsprozess unter der Leitung des vierten Büros der UNMIK, eliminierte in Kosova faktisch die Arbeiterklasse, als Klasse. In den Cafeterias Prishtinas werden darüber zum Teil makabere Witze gerissen. Ein arbeitsloser Bauingenieur meinte hierzu:

Die Kosova- Frage steht wieder im Fokus der internationalen Diplomatie. Der „Kosovo Vorschlag“ des UN-Vermittlers Ahtissari ist eindeutig gegen die Souveränität Kosovas gerichtet. Dennoch ertönt aus Beograd chauvinistisches Gebell, insbesondere Russland unterstützt dieses Gekläffe. Im Westen mehren sich die Stimmen den Belgrader Chauvinisten noch weiter entgegenzukommen.

Seit 10. Februar befindet sich Albin Kurti in Kosova im Gefängnis. In den letzten Monaten berichteten viele internationale Medien über die Aktivitäten der LPV „ Bewegung für Selbstbestimmung“, sowie über die bekannteste Führungsfigur dieser Organisation, Albin Kurti. Einige Kommentatoren entblödeten sich nicht Albin Kurti als extremen Nationalisten darzustellen. Nichts ist jedoch blödsinniger als diese Behauptung. Kurti trat stets für das demokratische Recht Kosovas ein, sein Selbstbestimmungsrecht einzuklagen.

Gewalt gegen Frauen und Kinder- Albin Kurti in Haft- physischer Angriff gegen Adem Demaci deutsch-albanisch gjermanisht-shqip

Am gestrigen Samstag wurden über 80 Personen von der Kolonialpolizei in Prishtina verletzt. Während der Demonstration der LPV gegen das Paket Ahtissaris, welches Kosova teilt und eine neue koloniale Struktur in Kosova zu schaffen gedenkt, kam es immer wieder zu brutalen Polizeiübergriffen. Viele der Verletzten mußten im Krankenhaus behandelt werden und ein Demonstrant verlor ein Auge.

deutsch-albanisch gjermanisht-shqip Nach Presseberichten meinte der Präsident Kosovas Fatmir Sejdiu, zum kolonialem Diktat des Finnen Ahtissari: „ Mit dem Vorschlag wird der Weg zur Unabhängigkeit geöffnet“. Nichts ist jedoch weniger wahr als diese Behauptung. Das Paket stellt Kosova neuerlich unter koloniale Fremdherrschaft, teilt das Land zugunsten des serbischen Chauvinismus, blockiert jegliche ökonomische Perspektive und verweigert Kosova die Selbstbestimmung.

deutsch-albanisch gjermanisht-shqip Heute „beglückt“ Herr Marti Ahtisari Prishtina mit seinem Besuch. Bevor er gegen 16 Uhr in Prishtina vor der Presse sein Diktat gegen das Selbstbestimmungsrecht Kosovas verkünden wird, weilt der UN- Sondervermittler in Belgrad. Die Ankunft Ahtisaris ist verknüpft mit wüsten Drohungen gegen das Volk in Kosova. Prishtina gleicht besonders heute einer einer von fremden Soldaten und Polizisten besetzten Stadt. Der deutsche General Kather warnte mit martialischen Worten vor jeder „Art von Gewalt“.