Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
23:09
19.09.2019
In der deutschen Geschichtsschreibung ist der antifaschistische Widerstand in Albanien, weitgehend ein unbekannter dunkler Fleck. Der deutsche Historiker Erwin Lewin, aus Berlin, ist seit Jahren bemüht diese Lücke in der Geschichtsschreibung zu schließen. Herr Lewin hat zu dieser Frage ein ausgezeichnetes Buch unter dem Titel- „Antifaschistischer Widerstand in Albanien (1942–1943/44)- Neue Quellen zu Akteuren und Zielen-“ verfasst. Wir empfehlen all unseren Lesern und Leserinnen das Werk herausgegeben von der „Rosa Luxemburg Stiftung“ zu bestellen.


Der sehr gut Albanisch sprechende Historiker Erwin Lewin liefert umfangreiche Fakten in einer schönen Sprache und bietet ein umfassendes Personenregister an. In nächster Zeit werden wir die Schrift von Herrn Lewin, auf der Seite von Kosova-Aktuell besprechen. Im Anhang dokumentieren wir die Buchpräsentation von der Internetseite der „Rosa-Luxemburg Stiftung Sachsen e.V“.



Dokumentation -Rosa Luxemburg Stiftung Sachsen e.V.- Antifaschistischer Widerstand in Albanien (1942–1943/44)- Neue Quellen zu Akteuren und Zielen. Von Erwin Lewin:

Streitschriften zu Geschichte und Politik des Sozialismus. Heft 24.
Antifaschistischer Widerstand in Albanien (1942–1943/44). Neue Quellen zu Akteuren und Zielen.
Rosa-Luxemburg-Stiftung Sachsen e. V. 2007. 195 S.
ISBN 978-3-89819-256-9.
Kostenbeitrag: 11,00 €, Mitglieder 9,00 €

Enthält:

Einleitung. S. 5-52. – Dokumente. S. 53-183. – Anhang: Bibliographie. S. 185-189. – Personenregister. S. 190-194. – Über den Autor. S. 195.

Aus der Einleitung:

»Wie die meisten Nationen gründen die Albaner ihr Selbstbild vor allem auf die Geschichte. Ein besonderer Platz kommt diesbezüglich dem 15. Jahrhundert zu, als ihr Nationalheld Skanderbeg an der Spitze einer »Liga der albanischen Fürsten« erfolgreich den Kampf gegen die »unbesiegbaren« osmanischen Heerscharen führte und einen nicht unerheblichen Beitrag gegen das Vordringen der Osmanen nach Mitteleuropa leisten konnte. In neuerer Zeit war es der erfolgreiche antifaschistische nationale Befreiungskampf der kommunistisch geführten Partisanen und Freischärler sowie anderer nationaler Patrioten gegen die italienische und deutsche Besetzung des Landes während des Zweiten Weltkrieges, von dem eine nachhaltige identitätsstiftende Wirkung ausging. Hatte sich doch Albanien – neben Jugoslawien das einzige Balkanland – aus eigener Kraft befreit. Ein unvoreingenommener Blick auf diesen bewegten Abschnitt albanischer Geschichte verdeutlicht indessen, dass der Volkswiderstand gegen die faschistische Okkupation schmerzhaft und widersprüchlich war. (S. 5) ... Mein Anteil bei der Aufbereitung zeitgeschichtlicher Dokumente soll reflektieren, wie sich das Verhältnis zwischen den verschiedenen Widerstandskräften gestaltete und wo Gemeinsamkeiten und Brüche im Wirken des kommunistisch geführten FNÇ und der bürgerlich-nationalen Organisationen gegeben waren. Das sind Zeugnissee, die Zielvorstellungen und deren Begründungen sowie Anliegen und Wirken der Akteure aus ihrer eigenen Perspektive erhellen und zuverlässige Aussagen über die Zeitumstände erlauben. Anhand verschiedener Stellungnahmen zu Aufgaben und Entwicklung des Widerstandes soll versucht werden, zu einem differenzierten Bild und einer ausgewogeneren Bewertung beizutragen. Unterschiedliche Positionen werden – so weit die Quellenlage eine authentische historische Zeugenschaft ermöglicht – gleichberechtigt dargestellt, damit Interessierte sich auf dieser Grundlage ein Urteil bilden können. Um die Dynamik der Entwicklung besser zu erfassen, wurde bei der Anordnung der Dokumente der chronologische Ansatz gewählt. Im gleichen Sinne wurde auch die Möglichkeit genutzt, das Geschehen durch unmittelbare Wahrnehmungen von Beteiligten zu rekonstruieren. (S. 50) ...«