Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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17.10.2019

Schätzungsweise die Hälfte aller Albaner litt rund ein Jahrhundert unter der serbischen Fremdherrschaft. Während dieses Jahrhunderts war die albanische Bevölkerung einer perfiden Unterdrückung ausgesetzt. Massenmorde, Verfolgung, Vertreibung, Diskriminierung oder Folter waren an der Tagesordnung. Der serbische Staatsapparat war auf die Ausrottung und ethnische Säuberung des albanischen Volkes ausgerichtet. Hier reicht z. B. ein Blick auf die

Serbisch-Türkischen Abgekommen zur Aussiedlung hunderttausender Albaner aus ihrer Heimat aus, um sich das Ausmaß der serbischen Repressionen vor Augen zu führen. 

Oft wurden Albaner auf offener Straße ermordet und ihre Häuser angezündet ohne, dass die Täter dafür zur Verantwortung gezogen wurden. Der Albaner galt faktisch als Mensch zweiter Klasse. Das albanische Volk wurde von Serbien wirtschaftlich, sozial und politisch im höchsten Maße ausgebeutet. Ich erinnere z.B. an die albanischen Bergarbeiter, welche unter unmenschlichen Bedingungen ohne ordentlichen Schutz für Serbiens Reichtum schuften mussten. Den meisten Albanern ist die Redewendung „Trepca punon, Beogradi nderton“, bekannt, welche sich mit der Zeit etabliert hat.

Allein im letzten Krieg (1997-1999) hat Serbien rund 12 000 Albaner ermordet, 20 000 Frauen systematisch vergewaltigt, über eine Millionen Menschen aus ihren Häusern vertrieben und mehr als 120 000 Gebäude niedergebrannt. 

Was ist seit dem Krieg und der Befreiung Kosovas aus Serbiens Herrschaft geworden? Es ist das geschehen, was kein Albaner erwartet hat! Kosova ist de facto unter der serbischen Herrschaft verblieben, jedoch getarnt als ein unabhängiger Staat. Die albanische Befreiungsarmee UÇK begann den Krieg auf Grundlage ihres Schwureides alle albanischen Gebiete aus der Fremdherrschaft zu befreien und sie zu vereinen, wie sie es im Jahre 1912 waren. Keines dieser Ziele ist heute Realität! Im Gegenteil, sogar Kosovas heutige Grenzen werden durch Serbien bedroht. Sofort nach dem Krieg, im Jahr 2000 wurden rund 12 000 Albaner aus dem Norden Kosovas vertrieben. Über ein Viertel des Territoriums Kosovas wird von feindlichen serbischen Strukturen kontrolliert, welche direkt dem Staat Serbien unterstehen.

Was ist schief gelaufen?

Das Ziel eines freien und wiedervereinten Albaniens platzte schon als selbsternannte albanische politische Vertreter den Verhandlungen von Rambouillet zugestimmt haben. Ibrahim Rugova, Ramush Haradinaj und Hashim Thaci, der bis zur letzten Sekunde gegen Rambouillet war und dann aus mysteriösen Gründen doch noch einwilligte, erklärten sich tatsächlich bereit mit Serbien über Kosovas Freiheit zu verhandeln, obwohl Kosova sich schon die Freiheit mit viel Blut erkämpft hatte. Es sei erwähnt, dass die Unverhandelbarkeit der Freiheit eines der wichtigsten Prinzipien des Völkerrechts ist. Es gibt keinen vernünftigen Menschen auf der Welt, der mit dem Mörder seiner Tochter über die Angelegenheiten des eigenen Hauses verhandeln würde!
Seit Rambouillet geriet Kosova immer mehr in Abhängigkeit von Serbien. 14 Jahre nach dem Krieg existiert kein freies und vereintes Albanien, sondern ein von innen geteiltes und von Serbien stark beeinflusstes Kosova. Seit 14 Jahren gibt es in Kosova keinen Wirtschaftswachstum, keinen steigenden Wohlstand, keine echte Unabhängigkeit, sondern Verhandlungen, Verhandlungen und nochmal Verhandlungen mit Serbien über die inneren Angelegenheiten, sowie einen destruktiven Ausverkauf jeglicher Staatsressourcen Kosovas!

In Kosova ist nichts normal! Korrupte Politiker und deren Medien versuchen dem Volk vorzugaukeln, dass Verhandlungen mit dem Feind über die eigene Freiheit etwas vollkommen Normales seien. Dabei hat Serbien sich niemals für dessen Taten entschuldigt oder Reparationszahlungen an Kosova geleistet. Im Gegenteil, auch heute bekämpft Serbien Kosovas Unabhängigkeit durch dessen feindliche Strukturen. In Kosova ist nichts normal! Serben sind heute privilegierter als noch unter der Milloshevic-Herrschaft. Parlamentssitze werden per Gesetz für Serben reserviert, ohne dass sie demokratisch gewählt werden müssen. Man stelle sich vor, der Vize-Premier Kosovas ist heute ein Serbe. Das aktuelle „Thaci-Regime“ regiert in Koalition mit den Serben. Eine serbische Minderheit bestimmt heute über die albanische Mehrheit in Kosova. Heute ist serbisch eine Amtssprache in Kosova. Alle Schilder, Institutionen und öffentliche Dokumente in Kosova müssen gesetzlich auch auf serbischer Sprache beschriftet sein. Der serbischen Minderheit hat man sogar einen eigenen Sender auf serbischer Sprache zur Verfügung gestellt. Selbst der Staatssender (RTK) strahlt täglich serbische Sendungen aus. In der Unabhängigkeitserklärung wird acht Mal das Wort „Ahtisaari“ erwähnt, und nur 3 Mal das Wort „Unabhängigkeit“. 
In Kosova ist nichts normal! Man zwingt den Albanern eine künstliche blaue Nationalflagge auf, ohne jemals die Bürger gefragt zu haben, ob sie damit einverstanden sind. Man verbietet Kosova per Gesetz, sich mit Albanien wieder zu vereinigen und versucht eine „kosovarische“ Identität zu schaffen. 
In Kosova ist nichts normal! Skandale, Korruptionsaffären, Erpressung, Bevormundung und Polizei-Gewalt gelten in Kosova als Werte und Normen. 2+2 ist 5, wenn der Stärkere es befiehlt. Gesetze gelten hier nicht! Die Söhne von Regierungspolitikern fahren schwerbewaffnet durch die Gegend und bedrohen Polizisten, die sie von der Straße holen wollen. In Kosova schlichten Bürger streitende Polizisten und nicht Polizisten streitende Bürger. 

Die Abnormalität in Kosova beschreibt ein Artikel aus der New York Times treffend: 

"Es existiert ein Ort auf dem Balkan der sich mit sich selbst begrenzt. Wo die Arbeitslosen am meisten arbeiten. Wo alle zur Arbeit eilen, aber niemand pünktlich ankommt. Dort, wo 8 Stunden Arbeit 12 Stunden dauern. Dort, wo Krankheit kostenlos ist und die Heilung teuer. Wo die Staatsgeheimnisse öffentlich sind. Dort, wo die Geschichte sich täglich wiederholt. Wo die Reichsten Leute, diejenigen sind, die nie gearbeitet haben. Dort, wo eine fremde Währung benutzt wird. Dort, wo die Intelligenten für Verrückt und die Verrückten für Intelligent erklärt werden. Dort, wo Analphabeten die Geschichte schreiben. Dort, wo Gesetze illegal und die Anarchie der Normalfall sind. Dort, wo für die Zukunft gelebt wird, weil man für die Gegenwart nicht leben darf. Dort, wo jeder jeden belächelt und keiner keinem etwas Gutes wünscht. Dort, wo Gerichtsverhandlungen länger als das Leben andauern. Wo Überschwemmungen die einzige Form der Bewässerung des Bodens sind. Wo behauptet wird, dass ein Fortschritt dann stattfindet, wenn alles stagniert. Wo normale Menschen unnötig sind und Systemunterwürfige, anstatt Fähige Leute beschäftigt werden. Es gibt im Balkan einen Ort, wo man mit Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Fleiß nie das gewünschte Ziel erreicht...".

Wer hätte gedacht, dass Kosova auch 14 Jahre nach dem Krieg immer noch über die eigene Freiheit mit dem Feind verhandeln muss? Wer hätte gedacht, dass Kosova 14 Jahre nach dem Krieg, das 9. ärmste Land der Welt ist? Wer hätte gedacht, dass Kosova auch 14 Jahre danach eines der korruptesten Länder Europas ist? Wer hätte gedacht, dass 14 Jahre nach dem Krieg die meisten Albaner vergessen haben, dass das Presheva-Tal zu Kosova gehört? Wer hätte gedacht, dass 14 Jahre nach dem Krieg diese abnormale Situation uns so normal erscheinen würde?