Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
20:14
20.11.2019

In den letzten Tagen gab es in Deutschland viele Veranstaltungen und einseitig geführte Diskussionen zum Thema „ 15 Jahre Angriffskrieg auf Jugoslawien“. Es wurden von „linken“ Organisationen und Teile der sogenannten Friedensbewegung Personen aus antialbanischen und pro-Milosevic Kreisen eingeladen, um über die

Verbrechen der Nato gegen den doch so „unschuldigen“ Milosevic zu sprechen. Schnell wurden die UCK mit der Nato als „terroristische Verbrecherorganisation“ in einen Topf geworfen und serbische Verbrechen an Albaner teilweise geleugnet. Perverse Zahlenspielereien bzgl. der Opfer und die bewusste drastische Herabsetzung der kosovarischen Opferzahlen zeigten, dass man krampfhaft versucht hat, den Kosovokrieg getreu dem Motto „Was nicht in unser Weltbild passt, kann auch nicht wahr sein“ einseitig und falsch zu bewerten.

Kein Wort von albanischen Opfern und keine Silbe von serbischen Verbrechen an Kosovo-Albanern brachten die pseudolinken Veranstaltungen und Pressemitteilungen zustande. Massaker an Albaner? - Alles Propaganda des Westens meinen viele aus deutschen linken Kreisen.

Heute vor 15 Jahren geschah in Izbica (Drenica Region) wenige Tage nach dem Beginn der Nato-Bombardierungen eines der größten Massaker während des Kosovokrieges, bei dem serbische Polizei- und Spezialeinheiten 166 Albaner kaltblütig erschossen haben. Bis zum Vortag des Massakers suchten tausende Kosovo-Albaner aus Drenica Schutz in Izbica, da dort die UCK eine hohe Präsenz zeigte. In der Nacht vom 27. zum 28. März begannen die Serben (über 50 serbische Soldaten, Paramilitärs und Polizeikräfte) mit der Beschießung und dem Überfall auf das Dorf. Die Männer flohen in die angrenzenden Berge, während Frauen und Kinder im Dorf zurückblieben. Nur noch knapp über 150 Männer waren im Dorf anzutreffen. Diese wurden in zwei Gruppen von den Frauen und Kindern getrennt und mit Schnellfeuerwaffen ermordet. Auch einige Frauen und Kinder sind unter den Opfern zu finden. Es sollte nicht das letzte Massaker sein.

DIE LINKE, die Friedensbewegung und andere linke Kräfte müssen endlich eine andere Position zu den Ereignissen im Kosovokrieg beziehen. Es hilft keinem weiter, Verbrechen herunterzuspielen oder gar zu leugnen. Man macht sich damit nur lächerlich und verhöhnt obendrein noch die Opfer dieser Gräueltaten.

Lasst uns deshalb nach 15 Jahren sowohl an die Opfer der Natoangriffe als auch an die Opfer von Serben verübten Massakern erinnern und gedenken.

 



 

Albanische Kinder malten, was sie erlebt haben