Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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23.03.2019

 Es sind schon fast zwei Jahre vorbei, seit in Albanien die “Sozialistische Partei” mit dem Vorsitzenden  Edi Rama, die Wahlen gewann. Sie gewann die Wahlen in einem Wahlkampf gegen die “Demokratische Partei”, welche die neoliberale Wirtschaft proklamierte. Es sah fast so aus, als ob in Albanien etwas Neues beginnt und eine linke Kraft, die grausame Situation ändern wird.

 

Sehr schnell hat man aber gemerkt das dass nur eine Täuschung wahr und dass die “Sozialistische Partei” eigentlich nur sozialistisch heißt. Es begann mit den Stromrechnungen. Die Regierung setzte gegen armen Bewohner, die nicht den Strom bezahlen konnten Polizei ein. Die Stromanbindung wurde gewaltsam unter Polizeiaufsicht getrennt und viele Bewohner wurden verhaftet. Zur selben Zeit gab es keinerlei Reformen, welche die reiche Mafia betroffen hätte.

Kürzlich kam ein Vorschlag von der Regierung in Albanien, die mit dem Bildungsystem zu tun hat, das heißt speziell mit der Universität. Diese “Reform” schlägt vor, dass man mit dem neuen Bildungsgesetz, die privaten Universitäten in die freie Konkurrenz mit den öffentlichen Universitäten stellt. Nach dem Gesetzentwurf werden den öffentlichen Universitäten keine öffentlichen Gelder mehr garantiert. Statt dessen sollen die öffentlichen und privaten Universitäten in einen Wettbewerb eintreten. Nach dem Gesetz bekommt die Universität öffentliche Gelder welche am wirtschaftlichsten arbeitet. Das heißt, es wird eine Entwicklung eingeleitet , die in Chile versucht wurde. Nach dieser Reform wird auch jegliche Demokratie an der Universität beseitigt. Studenten dürfen nicht mehr teilnehmen an den Wahlen der Universität. Den Studenten wird ausdrücklich jede Teilnahme an der Entscheidungsfindung innerhalb der Universität untersagt. Es wird keinerlei freie nichtcommerzielle Bildung mehr geben. Die Studiengebühren werden weiter ansteigen. Studenten und Studentinnen müssen Bankkredite aufnehmen. Die Banken werden somit offizieller Teil des Bildungsystems.



Proteste

Am vergangenen Donnerstag wurde der dritte Protest von den Studenten der Universität Tirana organisiert, die diese “Reform” nicht akzeptieren. Etwa tausend Studenten und Pädagogen nahmen teil an dem Protest und die Organisatoren sagten, dass Sie “diese Reform nicht akzeptieren”. Vor dem Regierungsitz erklärten dass Sie nicht zulassen werden, dass “Edi Rama das öffentliche Bildungsystem zerstört”, indem er die privaten Oligarchien zum Teil dieses Bildungsystem macht. Außer der “Bewegung für die Universität”, welche die entscheidenden Organisatoren der Proteste waren beteiligten sich noch viele andere Gruppen an den Protesten. Daneben gab es Solidaritäterklärungen aus den Städten Durres, Shkodra und Prishtina aus Kosova.

Am Schluss, der Kundgebung wurde erklärt: “Alle Studenten müssen sich unabhängig von Ländergrenzen gemeinsam organisieren. Die Probleme auf dem gesamten Balkan sind ähnlich. - Studenten aller Länder vereinigt euch-.”



Anmerkung der Redaktion- Der Autor Astrit Dehari ist Student in Prishtina und dort in der Studentenorganisation “ Studieren- Kritisieren-Handeln – Bewegung für die Gleichheit” organisiert. Der Autor nahm an den Studentenprotesten in Tirana teil.


 
Foto Astrit Dehari 

Shkruan: Astrit Dehari