Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
14:56
15.09.2019
Heute veröffentlichte die Tagezeitung „Koha Ditore“ einen Artikel zur Privatisierung der PTK. Unter Berufung eines „Internationalen“ hält die Zeitung fest, dass ein Rücktritt vom Privatisierungsprozess für Kosova schwere Sanktionen seitens des IWF zur Folge hätte. Der Eintritt in den Währungsfond, welcher so euphorisch gefeiert wurde, offenbart immer mehr was die Folgen sein werden. Systemtechnisch betrachtet ist der Privatisierungsprozess

nicht ein Akt einer Partei oder einer Regierung sondern eine logische Folge dessen was die Aufgabe des IWF darstellt, nämlich eine Schuldenabhängigkeit, welche auf Ewig dauert. Ein Blick auf afrikanische Länder zeigt deutlich, dass diese Schuldenabhängigkeit immer gleich abläuft. Zunächst werden Kredite an wirtschaftlich unterentwickelte Länder vergeben, dessen Zinsen nicht tragbar sind. An eine Kreditvergabe werden strikte Konditionen angehängt. Da arme Staaten oft diese Kredite benötigen, gehen sie auf solche Klauseln ein. Meist wird festgehalten, dass nach der Verschuldung, die Staaten ihre Administration „effizienter“ gestalten müssen, was nichts anderes bedeutet als Arbeitnehmer aus Staatsbetrieben zu entlassen. Ein anderer Punkt ist die Privatisierung der „Filetstücke“, was im Fall Kosova definitiv die PTK ist. Unter dem Vorwand der Standortattraktivität werden des Weiteren auch Steuersenkungen gefordert.


Zusammenfassend betrachtet laufen strukturell unterentwickelte Länder stets in den gleichen Teufelskreis. Da nach der Privatisierung die Einnahmen fehlen, die Arbeitslosigkeit steigt und die gelobten Investoren nur geringe Steuererträge abwerfen, geraten Staaten so in die totale Abhängigkeit ihrer Geldgeber. Ein einmaliger Privatisierungsertrag stet der ganzen miesere gegenüber, sozusagen ein Trostpflaster.


Es bleibt festzuhalten, dass es im Grunde genommen egal ist welche Partei regiert und den Prozess durchführt, da der Prozess als solches in einem System eingebunden ist, welches in sich die Notwendigkeit der Privatisierung sieht. Ein Stopp der Privatisierung wird somit eine Konfrontation mit dem IWF zur Folge haben. Wenn die LPV den Ausverkauf Kosovas stoppen möchte, müssen sie sich Gedanken darüber machen, wie sie das Problem mit dem IWF lösen.