Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
13:55
15.09.2019
Mit Interesse habe ich die Berichterstattung bezüglich der Gründung einer „Sozialistischen Partei“ in Kosova verfolgt. Leider wird diese Gründung Ende Mai, oder die Umbenennung der LPK, keinen Fortschritt bedeuten. Der LPK Vorsitzende Emrush Xhemajli, erklärte in einem Interview mit der Zeitung „Epoka e re“: „Wir wollen eine Partei der linken Mitte sein“ und

„wir stehen zur Integration in die NATO und die EU“. Zum Prozess der Privatisierung sagte Xhemajli, „ nicht alles darf privatisiert werden“ Außerdem will Emrush Xhemajli, die Mitgliedschaft in der 2. Internationale ( Vereinigung der sozialdemokratischen Parteien) anstreben. Ein Austritt aus der Regierungskoalition mit der PDK kommt für Xhemajli ebenfalls nicht in Frage. Ergo, die LPK verändert nur den Namen und sonst nichts. Eine grundsätzliche Ablehnung der Privatisierung kommt für das neue Projekt nicht in Frage. Bezüglich Europa will man sich nicht mit den kämpfenden Arbeitern, Schülern und Studenten verbinden, sondern mit dem regierenden oder mitregierenden sozialdemokratischen Etablissement arrangieren. Zusätzlich wird die Gründung mit der gelösten nationalen Frage begründet. Damit ist von der „Sozialistischen Partei Kosovas“ kein Widerstand gegen den herrschenden Kolonialismus zu erwarten. Die Partei hat kein dialektisches Verständnis vom Zusammenhang zwischen nationaler und sozialer Frage. Trotzdem hoffe ich, dass mein Pessimismus nicht komplett wirksam wird. Natürlich ist der Name „ Sozialistische Partei“ ein Kulturfortschritt in Kosova. Ob allerdings die Partei zu einem Anziehungspool für Arbeiter und Arbeiterinnen werden kann wage ich zu bezweifeln. Es gab in Kosova keine Massenbewegung der Arbeiterklasse für ein neue Arbeiterpartei. Die Gründung der SPK scheint eine Kopfgeburt zu sein, welche die soziale Unzufriedenheit in Kosova kanalisieren soll.


Bajram A. Schweiz