Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
16:47
15.09.2019
Seit der Freischaltung der Netzzeitung „Kosova-aktuell“, verfolge ich die darin publizierten Artikel die die Lage in Kosova thematisieren und analysieren. Aber mit den Artikeln und Abhandlung von Herrn Maximilian Brym bin ich viel früher im Netz, wie z.B. auf der Seite von haGalil.com , in Kontakt gekommen, die mein politisches Interesse weiter angeregt haben. Freilich,bin ich nicht immer der gleichen Auffassung wie die Redaktion von Kosova-aktuell und auch Herr Brym , jedoch macht gerade diese Tatsache und Recht unser politisches und gesellschaftliches Leben im Westen aus. Deswegen

kann ich die Kritik vieler gerade gegen die Redaktion von Kosova-aktuell und Herrn Brym nicht nachvollziehen. Für mich steht ganz klar fest, dass die Konfrontation mit der Wahrheit die Kosova-aktuell anregt vielen unliebsam ist, weil sie sie in ihren altvertrauten und tradierten Denkweisen über die Politik und Geschichte auf den Balkan erschüttert.

Ich habe vor allem das Wüten der Frau Miroslava Beham gegen Herrn Brym mit großem Interesse verfolgt. Diese Damen versuchte allen Ernstens die deutsche Gerichtsbarkeit darin zu missbrauchen, Herrn Brym in seinen verfassungsmäßigen Rechten als Bürger und Journalist einzuschränken, seine auf Fakten und Beweise basierende Meinung über Frau Behams Arbeit als Autorin, Journalistin und später als Regierungsangestellte frei zu äußern,um sie damit in Ihrer politischen Gesinnung zu demaskieren. Ich bin sehr froh und dankbar darüber, dass sich vor allem die deutsche Gerichtsbarkeit und die Redaktion von Kosova-aktuell zusammen mit Herrn Brym sich nicht haben Instrumentalisieren beziehungsweise einschüchtern lassen durch die Frau Miroslava Beham.

Es ist sehr schwierig über Kosova objektiv zu berichten, denn die Extremen sind dort von noch mehr unübersichtlichen Extremen überlastet. Doch die Kritik gegenüber der UNMIK und ihr versagen in fast allen Bereichen durch die Redaktion von Kosova-aktuell ist nur gerechtfertigt gewesen und oft zu milde ausgefallen.

Über die Unfähigkeit und den Unmut aber auch die Willenlosigkeit der jetzigen und der vergangenen Regierungen Kosovas etwas für die Menschen und für das Land zu tun und Missstände zu beseitigen, sind mit dem Versagen der UNMIK, die aus eigenem Nutzen den aus der UN-Resolution 1244 hervorgeht Status-quo , bis in alle Ewigkeiten aufrecht erhalten wollte und jetzt noch will, nicht zu vergleichen.

Jetzt werden Sie sich sicherlich fragen, was ich mit meinem Schreiben ausdrücken möchte. In erster Linie möchte ich mein Wohlwollen gegenüber Ihrer Redaktion und die damit verbundene Arbeit unter anderem von Herrn Brym ausdrücken und meinen Verdruss über die derzeitige  politische Lage in Kosova und in der Region kund tun. Was aber besonders schmerzt, ist die Geschichtsrevision unter dem „Leitbild“ der Schaffung eines multiethnischen Staates, indem sich alle Minderheiten wohl fühlen sollen. Daran ist nichts auszusetzen, wenn sich die Staatskonstituierende Mehrheit in Kosova sich auch wohl fühlen dürfte. Das Mandat, durch den Souverän von Kosova erteilt, wir von den albanischen Politikern in Kosova nicht wirklich wahr genommen. Unter den Versprechen Unabhängig werden zu dürfen, lassen sich die unterwürfig anmutenden Mandatsträger Kosovas sehr leicht Instrumentalisieren und nehmen alles was in den Kanzleien der westlichen Außenministerien beschlossen wir, per Akklamation an, ohne sich wirklich über die Tragweiten und geschichtlichen Hintergründe im klaren zu sein oder sein zu wollen.

So hatte der Herr Thaqi(derzeit kosovarischer Ministerpräsident), die unter seiner Direktive stehenden Vereinigungen der  UÇK-Veteranen vor ein paar Jahren damit beauftragt die Flagge des damaligen Präsidenten Rugova von den Laternenmasten der Hauptstadt in einer Nacht und Nebel Aktion abzureisen und sie am nächsten Morgen vor dem Augen eines breiten Medienaufgebots und Publikumsverkehrs verbrennen zu lassen, weil sie nach deren Auffassung die albanische Identität „untergraben“ würde. An der Regierung erlangt, hüllte er sich nach der Unabhängigkeitserklärung, die ohne zweifel nicht nur Frucht seiner Bemühungen und Arbeit ist, in eine neue Flagge die einen pseudo-multiethnischen Staat repräsentieren soll, den die Serben niemals akzeptieren werden und der kein eigentliches Element des konstituierendes Volkes aufzeigt. In seinem Wahn seine Macht zu erhalten, das Wohlwollen der internationalen Gemeinschaft zu erlagen und seine Autorität zu erweitern, machte Herr Thaçi ein weiteren kapitalen Fehler, indem er und seine Regierung die Feiertage so konzipierte, dass der 28.November nicht als offizieller Feiertag in Kosova aufgelistet wurde. Und wieder einmal schlug der Opportunist Thaçi zu, der als er noch in der Opposition war, sich gerne zum Bewahrer und Hüter der albanischen Identität Kosovas selbst inszenierte und hochstilisierte.

Thaçi folgt mit den gewollten oder ungewollten banalen Entscheidungen gegen die albanische Identität in Kosova und gegen die historischen Empfindungen der Kosova-Albaner, einer Langen Tradition die vor allem die Kommunistischen Machthaber Jugoslawiens verfolgten. Thaçi und seine Weggefährten versuchen sich als Gründer eines neuen Kosova, die mit dem Krieg der UÇK Ihren Anfang nahm, dabei unterminieren sie alle hervorgegangenen jahrhundertelangen Bemühungen um die Befreiung Kosovas. Das aller gefährlichste bei der Sache ist noch nicht gesagt, denn Ihren Anspruch auf die Macht und den Ruhm der neu geschaffenen Realität, holen sie sich auf den Gräbern von den vielen tausenden gefallenen oder ermordeten Kosova-Albanern, die während des Kosova-Krieges 1998-99 durch die brutale serbischen Staatsgewalt ums Leben kamen. Diese Interpretation schafft einen neuen gefährlichen Mythos, laut dem Kosova auf dem Blut der gefallenen Helden neu geschaffen wurde und nur die Mitstreiter dieser gefallenen Helden heute über Kosova bestimmen dürfen. Diese Interpretation ist sehr gefährlich, denn laut den Serben hatte ihr Fürst Lazar und laut den Türken ihr Sultan Murad I. auch ihren Blut und das aus ihren Heeren gefallenen Soldaten in Kosova vergossen. Doch ein Schlachtfeld, von denen es in Kosova sehr viele gibt auf dem Blut vergossen wurde, befähigt lange noch keinen darin einen absoluten Anspruch auf Kosova geltend zu machen. Diese Tatsache haben spätestens die Nato-Luftangriffe gegen Restjugoslawien gezeigt. Benötigt Kosova wirklich weitere Ideologien, die Kosova in ein oligarchischen System gestürzt hat, oder wäre die Schaffung eines wie in der Unabhängigkeitserklärung am 17. Februar erklärter Anspruch auf ein demokratisches und rechtsstaatliches Kosova besser für das Land.

Doch nur Thaçi für die Missstände verantwortlich zu machen wäre unrealistisch und falsch. In der Regierungsverantwortung war und ist auch die LDK, die wenn es scheinbar um den Machterhalt geht wie die PDK bei „unliebsamen“ Entscheidungen eher still und schweigend alles Zustimmen, anstatt eine Stimme der Vernunft zu erheben und bevorstehende Entscheidungen von Bedeutung mit dem Volk von Kosova abzusprechen. Das ist nicht im Sinne eines freiheitlich-demokratischen Staates. In diesem Sinne kann man nur hoffen, dass sich die Kosova-Albaner nicht lange eine solche Politik der Arroganz und Ignoranz ihnen gegenüber nicht länger gefallen lassen. Da ist die Hilfe von Kosova-aktuell unerlässlich.

Mit freundlichen Grüßen, Besart (Deutschland)