Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
17:22
24.06.2019

Vollbild anzeigenAuf der Internetplattform „Digital Fernsehen“ ist zu lesen: „"Angie, zieh Leine!", prangt die Überschrift am Donnerstag auf dem Titelblatt des serbischen Boulevardblatts "Kurier". Mit ihrem Regiedebüt "In the Land of Blood and Honey" hat US-Schauspielerin Angelina Jolie in Serbien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Der Film über den Bosnienkrieg enthalte "zu viele Lügen über die Serben", titelt auch die angesehene Belgrader Zeitung "Politika". Der Vorwurf: In dem

----- Foto  Angelina Jolie-------

Drama über den Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina werde ein Schwarz-weiß-Bild gezeichnet. Die Muslime seien ausschließlich die Opfer, die Serben mal wieder die alleinigen Unholde und Missetäter.“

Egal wie man zu Hollywood und  Angelina Jolie steht, der Film ist kein antiserbisches „ Machwerk“ sondern sehr real. Der im Dezember in den USA uraufgeführte Film erzählt die aufwühlende Liebesgeschichte zwischen der jungen Muslimin Ajla, welche von ihrem serbischen Geliebten Danijel zwar vor der Vergewaltigung durch dessen Kriegskumpan gerettet wird, ihm dafür aber zu Diensten sein muss. Am Ende des ungefiltert und mit direkter Wucht dargestellten Krieges erschießt Danijel Ajla und bekennt sich selbst als Kriegsverbrecher.“

 Was daran an der Realität vorbeigehen soll bleibt das Geheimnis der serbischen Chauvinisten. Selbstverständlich waren die serbischen Nationalisten in Bosnien, die Aggressoren und Mörder. Dies bedeutet nicht, dass auf Seiten der Bosnier nur „Heilige“ gekämpft haben. „Die beschäftigt sich doch nur mit Propaganda", wirft  der serbisch-bosnische  Starregisseur Emir Kusturica,  Angelina Jolie vor. Nichts ist aber weniger wahr als diese Behauptung. Angelina Jolie hat ein sehr erregendes Filmdrama über das  Bosnien der neunziger Jahre abgeliefert. Natürlich gab es zuhauf  serbische Vergewaltiger und Mörder. Eine Person  wie Danijel gibt in dem Film zu, dass er ein „Kriegsverbrecher ist“. Eine solche Realität im Film von Angelina Jolie, darf es nach Emir Kusturica nicht geben. Für ihn und die anderen Nationalisten gab es nur Verbrechen an den Serben. Wer es wagt diese These der serbischen Chauvinisten in Frage zu stellen, ist für diese Nationalisten ein Verleumder oder eine Verleumderin. Statt der traurigen Realität ins Auge zu schauen bastelt die serbische Propaganda an wilden Theorien. "Noch so ein amerikanischer Mist", heißt es in Kommentaren aufgebrachter Leser in der serbischen Presse.  Andere meinen  "In Jolies Regiewerk werden die Tatsachen und der Charakter des Krieges verfälscht". Ergo die Serben sind als Kollektiv in Ordnung, sagt uns die serbische Presse. Dieser nationalistische Aberwitz spricht von einer „ Hollywood Verschwörung gegen Serbien“.
 

Die Realität

Die Internetplattform Digitales Fernsehen schreibt: „In den USA bekam der Streifen, dessen Drehbuch ebenfalls von Jolie stammt und durchgängig mit international noch unbekannten Schauspielern besetzt wurde, gemischte Kritiken. Vom Verband der Filmproduzenten in Los Angeles erhält Jolie noch im Januar die Stanley-Kramer-Auszeichnung, da sie kontroverse soziale Themen auf anschauliche Weise darstelle. Demgegenüber ging das Erstwerk des Hollywoodstars bei den Golden Globes allerdings leer aus.“ Wir empfehlen all unseren Leserinnen und Lesern den Film von und mit  Angelina Jolie