Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
17:12
24.06.2019

Der Redakteur der „ Jungen Welt“ Werner Pirker hat wieder zugeschlagen. In seinem Kommentar heute unter der Überschrift „ Armes Serbien“ weint er immer noch bittere Tränen über den Verlust seines Helden Milosevic. Anlass für den Kommentar waren die vorerst gescheiterten Verhandlungen zwischen Ivica Dacic und Hashim Thaci in Brüssel. Der Pseudolinke Pirker schreibt: „Das Recht auf Selbstbestimmung, das die albanische Mehrheit des Kosovo für sich in Anspruch nimmt, will sie der serbischen Mehrheit im Norden der Provinz vorenthalten. Die serbische

Bevölkerung ist offenkundig nicht bereit, sich den Repressionsorganen der kosovo-albanischen Staatsmacht zu unterstellen und fordert ihre eigene Polizei- und Justizgewalt.“ Herr Pirker ignoriert vollständig was in Kosova real existiert. Laut kosovarischer Verfassung haben serbische Parteien ein Vetorecht gegen alle Gesetzesinitiativen im nationalen Parlament. Die nationalistischen Serben in Kosova genießen Rechte von denen andere Separatisten nur träumen können. Die serbischen Kommunen haben nach dem Atisaari- Plan das Recht auf Sonderbeziehungen mit Belgrad. Jährlich investiert der serbische Staat knapp 500 Millionen Euro zur Förderung der serbischen Parallelstrukturen in Kosova. Kosova ist auf ethnischer Basis geteilt. Diese Teilung wird von den „ Internationalen“ gefördert. Die ethnische Teilung Kosovas führt dazu, dass bis dato kein gemeinsamer Kampf gegen die Privatisierungen und die neoliberalen Grausamkeiten zwischen Serben und Albanern geführt wird. Aber dem proserbischen Nationalisten Pirker geht es nicht um Klassenkampf, sondern um die offene Etablierung einer Republik Serpska in Kosova. Letzteres begründet der Nationalist Pirker mit dem „Selbstbestimmungsrecht der Serben im Norden Kosovas“. Dieses Argument legitimiert letztendlich nur die ethnischen Säuberungen im Norden Kosovas. Wie ist die ethnische Säuberung abgelaufen ? Am 2. Februar 2000, erklärt, Halit Barani, Leiter des KMLDNJ Mitrovica öffentlich dass aus Serbien drei Busse voller Serben in Mitrovica eintrafen. Unmittelbar danach begann die Vertreibung der Albaner aus Nord Mitrovica. Fast jede Wohnung mit Albanern wurde aufgebrochen. Ab 19 Uhr 30 am 2. Februar 2000 begann die systematische Vertreibung der Albaner aus Nord Mitrovica. Die Albaner wurden geschlagen, gefoltert und erschossen. In der Nacht vom 2 auf den 3 Februar wurden 10 Albaner erschossen. Darunter ein 13 -jähriges Kind bis zu einer 65 Jahre alten Frau. Schwer verletzt wurden 25 weitere Personen. . Schwer gefoltert wurden 93 Albaner. Insgesamt wurden 11.364 Menschen aus ihren Häusern vertrieben. All dies geschah in Gegenwart und unter Duldung der KFOR und UNMIK. Insgesamt wurden aus Nord Kosova bis dato mehr als 11.600 Menschen vertrieben. Herr Pirker will mit seinem Geschreibsel nur diese ethnischen Säuberungen legitimieren. Die im Norden Mitrovicas noch verbliebenen Albaner und Roma verlassen ihre Häuser nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr. Sie werden angegriffen auch mit Waffen. Teile der Roma leben auf einer krebserzeugenden Müllhalde des ehemaligen Kombinats von Trepca. Albanische Dörfer im Norden Kosovas werden von serbischen Nationalisten im Norden des Landes umzingelt und abgeriegelt. Al dies interessiert den pseudolinken Nationalisten Pirker nicht Ganz im Gegenteil, Pirker fordert noch härtere Bandagen. Er trauert seinem Idol Milosevic hinterher. Gegenwärtig hat er eine gewisse Sympathie für Vojislav Kostunica . Pirker schreibt: „ Einzig der »nationalkonservative« Expräsident Vojislav Kostunica scheint noch gewillt, dagegenzuhalten. Doch der hat sich 2000 von der NATO gegen Milosevic in Stellung bringen lassen, womit die Kolonialisierung Serbiens begann.“ Ergo auch Kostunica taugt nichts. Nach der Logik von Pirker kann nur eine Reinkarnation von Milosevic oder ein richtiger Tschetnik Boss Serbien retten. Herr Pirker hat mit der marxistischen Methode so viel gemein wie eine Kuh mit dem Schlittschuhlaufen. Vor einigen Jahren schrieb ich, dass Jürgen Elsässer, damals „ Junge Welt“ Redakteur noch ganz Rechts enden wird. Das ist mittlerweile geschehen. Elsässer gibt das Compact Magazin heraus und schreibt für die rechte „ Preußische Allgemeine Zeitung“. Herr Pirker wird ihm folgen, jede Wette. Elsässer hält ihn noch für einen „ guten Redakteur der Jungen Welt“. Also auf zu Elsässer Herr Pirker, ich habe diesbezüglich eine Wette laufen.