Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
07:24
19.10.2019
Der serbische Schriftsteller und Politiker Dobrica Cosic hat wieder zugeschlagen. Sein neues Buch „ Die Zeit der Schlangen“ ist in Serbien ein Marktrenner. In diesem Buch beweist der mittlerweile 88 jährige Cosic erneut wie stark der antialbanische Rassismus in seinem Kopf herumgeistert. Cosic schreibt über die Albaner in Kosova: "Dieser soziale , politische und

moralische Bodensatz des tribalen und barbarischen Balkans verbündet sich mit Amerika und mit der Europäischen Union gegen das demokratischste, zivilisatorischste und gebildetste balkanische Volk - gegen das serbische Volk". Offener kann Rassismus kaum daherkommen. Dies bemerkten auch die serbischen Menschenrechtler Sonja Biserko und Biljana Kovacevic und erstatten Anzeige gegen Cosic. Diese Aktion wird vermutlich ausgehen wie das Hornberger Schießen. Cosic ist in Serbien ein hochangesehener Mann, Cosic ist mit dem Vater von Präsident Tadic, dem Philosophen Ljubomir Tadic, eng verbunden. Der alte Tadic war im Bosnien-Krieg ein Berater des mutmaßlichen Kriegsverbrechers Radovan Karadzic gewesen. Enver Robelli schreibt in der SZ über Cosic: „Cosic hat in Serbien viele Anhänger. Das beweist auch die Aufmerksamkeit, die seinen Büchern zuteil werden. Sie werden in den Zeitungen wohlwollend besprochen, hochrangige Politiker verehren ihn, einige befürworten öffentlich seinen Vorschlag, den Kosovo zu teilen. Er wird bei jeder Staatszeremonie eingeladen.“

 

Cosic ist offen für die ethnische Teilung Kosovas

Ein Zusammenleben der Serben mit der albanischen Bevölkerungsmehrheit in Kosova hält der Autor für unmöglich. Die einzige Lösung sei die territoriale Teilung des Gebiets: "Wir müssen retten, was gerettet werden kann", lautet seine Prämisse. Cosic meint : „Sollte doch eine serbische Kirche oder ein Kloster dem "albanischen" Kosovo zugeschlagen werden, so müssten diese Kulturgüter einen autonomen Status genießen - wie die orthodoxen Klöster auf dem heiligen Berg Athos in Griechenland“.Dieser serbische Alt- Chauvinist ist mit seinen Phrasen keineswegs ein isolierter Wirrkopf. Im Gegenteil, der Athisaari Plan und die konkrete Politik der UNMIK- EULEX teilen Kosova auf ethnischer Basis. In rund 25% des Landes dominieren serbische Parallelstrukturen mit enger Bindung an Belgrad. Dies wird von den UNMIK EULEX Kolonialisten gebilligt. Die angeblich serbisch orthodoxen Kirchen werden im Athisaari- Plan als sogenannte „ Sonderzonen“ ganz im Sinne von Cosic, für Albaner gesperrt. Statt die Kirchen und religiösen Bauwerke als Gut der gesamten Bevölkerung Kosovas anzuerkennen wird der Raub legitimiert.

Max Brym Kommentar