Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
12:58
09.04.2020
Rund 20 000 Serben in Kosova müssen seit Tagen ohne Strom auskommen, weil sie ihre Rechnungen nicht bezahlen. Die serbische Regierung hat ihnen «verboten», Zahlungen an das „albanische Stromwerk KEK“ zu leisten, berichtete die Zeitung «Press» am Samstag in Belgrad. Mit dieser Anweisung solle verhindert werden, dass die Serben die  „Selbstständigkeit“

Kosovas anerkennen.

 

Max Brym Kommentar

Das Blatt zitierte Vertreter der serbischen Minderheit in Kosova, ihre Landsleute fühlten sich von Belgrad hinters Licht geführt. Die serbische Regierung verlange, die Stromrechnungen nicht zu bezahlen, sorge aber auf der anderen Seite nicht für Ersatzstrom. Die Proteste der Serben gegen die KEK haben demzufolge nichts mit sozialem Protest gemein. Die Serben in Kosova werden von Belgrad instrumentalisiert und in nationalistische Proteste getrieben. Die Stromabschaltungen durch die KEK, betreffen momentan nicht nur „säumige serbische Kunden“, sondern auch Albaner welche dem Stromlieferanten KEK Geld schulden. Die KEK soll zum Nachteil aller Bewohner Kosovas privatisiert werden. Dagegen Widerstand zu leisten ist progressiv, die noch nicht privatisierte KEK aus nationalistischen Gründen zu boykottieren ist hingegen reaktionär. Die Serben in Kosova müssen begreifen, dass sie von Belgrad zu ihrem eigenen Nachteil benutzt werden. Ihre Zukunft liegt an der Seite der albanischen Mitbürger. Es geht darum die Frage nach sozialer Gerechtigkeit für alle Bürger Kosovas zu stellen. Die KEK und damit den Braunkohlereichtum Kosovas an gierige Privatkonzerne zu verscheuern ist dabei absolut kontraproduktiv.