Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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17.10.2019
Tina Kajdanov ist die Botschafterin der USA in Kosova. Böse Zungen behaupten, dass keine Entscheidung in Kosova ohne ihre Zustimmung fällt. Gegenwärtig liefert die Frau Botschafterin ein mehr als makaberes Schauspiel ab. Die Botschafterin der USA sprach sich gegen eine Verurteilung angeblich „kommunistischer Verbrechen“ durch das Parlament Kosovas aus.

Sie erklärte: „Wir müssen -wie es Präsident Obama bemerkte- nach vorne und nicht nach hintenblicken.“ Im ersten Moment ist es für den Betrachter verwirrend derartiges von einer Vertreterin der USA zu hören. Stets waren es doch die USA, die den sich als Kommunismus ausgebenden ehemaligen Ostblock als „das Reich des Bösen“ titulierten. Hat jetzt ein Sinneswandel eingesetzt oder ist die Botschafterin nur verwirrt ? Keines von BEIDEN ist der Fall. Die Debatte in Kosova und die konkreten Verhältnisse bewogen Frau Kajdanov zu diesem Schritt.

 

Die Initiative von Adem Demaci

Adem Demaci saß im ehemaligen Jugoslawien 28 Jahre im Gefängnis. Aktuell forderte er die Öffnung der Archive, über die Tätigkeit albanischer Kollaborateure in der Zeit des Titoismus. In der Tat, allein in der Zeit von 1981 bis 1989 landeten 28.000 Albaner in den Haftanstalten des titoistischen Regimes. Demaci fordert eine Öffnung der Archive, speziell über diese Zeit. Das könnte für die jetzt regierende politische Kaste Kosovas gefährlich werden. Viele Kader der LDK waren bis 1989 Teil des Okkupationsregimes in Kosova. Erst als der offene Chauvinist Milosevic die „Autonomie“ aufhob verloren die titoistischen Stalinisten, albanischer Nationalität, ihre Bedeutung. Flugs gründeten Sie die LDK mit Ibrahim Rugova an der Spitze. Ihre Kollaboration mit dem Milosevic Regime gaben sie aber nur bedingt auf. Im Jahr 1997 schlossen Rugova und Milosevic ein sogenanntes Schulabkommen und im März 1998 distanzierte sich Rugova von der UCK. All diese konkreten Fakten wollen viele aus der politischen Kaste Kosovas vergessen machen und auf eine allgemeine Verurteilung des Kommunismus hinaus. Dabei ignorieren sie den Fakt, dass in Kosova niemals der „ Kommunismus“ herrschte, sondern ein nationalistisch serbisches Regime, welches sich eine Zeitlang den Namen „ Kommunismus“ gab. Zudem soll damit ignoriert werden, dass wirkliche Kommunisten wie Kadri Zeka, oder Fehmi Ladrovci, ihr Leben im Kampf gegen den rot angestrichenen serbischen Nationalismus verloren. Die Initiative von Demaci ist populär, die Menschen in Kosova wünschen eine konkrete Aufarbeitung der Vergangenheit. Dieser Gefahr ist sich die US- Botschafterin bewusst, deshalb möchte die Antikommunistin Tina Kajdanov die Debatte beenden.