Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
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17.10.2019
Am vergangenen Mittwoch erklärte Haxhi Arifi, Vorsitzender der Gewerkschaft BSPK in Prishtina: “ Durch den Privatisierungsprozess haben mindestens 70.000 Arbeiter in Kosova ihre Arbeit verloren. Jeden Tag wird erklärt die Privatisierung der Ökonomie ist erfolgreich, aber dies ist nicht die Wahrheit. Die Privatisierung hat die Armut nach Kosova gebracht.” In dem Gespräch mit Nexhat Daci Vorsitzender der -LDK Abspaltung, LDD- führte Arifi weiter aus: “Der Privatisierungsprozess respektiert keinerlei Arbeiterrechte. Es gibt keine Rechte für die Gewerkschaften sowie

keinerlei Kündigungsschutzgesetz.” Arifi kritisierte, dass die Betriebe billig verscheuert werden und die Masse der Arbeiter sich auf der Straße wiederfinden. Zudem wird den Arbeitern die Abfindung von 20% vom Verkaufserlös vorenthalten. Die Arbeiterschaft Kosovas lebt nach Arifi in “existenzgefährdender Armut”. Ob Arifi allerdings in der Person von Nexhat Daci einen zuverlässigen Gesprächspartner gefunden hat darf durchaus bezweifelt werden. Daci war jahrelang “ Parlamentspräsident” und dabei in zahlreiche Korruptionsaffären verwickelt. Nexhat Daci hat aktiv den Privatisierungsprozess in Kosova unterstützt. Die Hoffnung welche Arifi ausdrückte in der -LDD Parlamentsfraktion- Unterstützung für die Arbeiter zu finden ist auf Sand gebaut. Entscheidend für die Gewerkschaften ist die Entwicklung des Widerstandes der Arbeiter gegen jegliche Privatisierung in Kosova. Letzten Mittwoch blockierten Arbeiter des ehemaligen Baukombinats Ramiz Sadiku aus Prishtina, den Sitz der Regierung Kosovas. Sie forderten endlich ihre Abfindung zu erhalten. Der Betrieb wurde im Jahr 2005 privatisiert, seit dieser Zeit warten die Arbeiter auf ihre Abfindung. Von ehemals 5000 Arbeitern blieben 300 in der privaten Ausbeutungshölle. Letztendlich muss es aber darum gehen die Betriebe wieder in die Hand der Arbeiter zu legen. Es gibt in Kosova viel im Baubereich und in der öffentlichen Infrastruktur zu tun. Dies muss nach gesellschaftlichen Bedürfnissen demokratisch geplant und organisiert werden. Kosova hat den Bedarf nach eigenen großen Baukombinaten deren Preisgestaltung sich nicht am privaten Profit orientieren darf. Die Arbeiter müssen vernünftig bezahlt werden und mit Rechten ausgestattet sein. Trotzdem ist der Tageskampf um Abfindungen zu unterstützen, er sollte sich aber dem Ziel unterordnen, die Produktionsanlagen Kosovas sowie den Reichtum des Landes wieder in die Hand der kosovarischen Gesellschaft zu bekommen. Kosova benötigt eine reaktivierte Arbeiterbewegung auf demokratisch sozialistischer Basis.

 

Quelle Koha Ditore 18.12.08