Aktuelles aus Prishtinë (Pristina), Mitrovica, Prizren, Prizeren, Pejë, Pec - Historisches zu Kosova und UCK
15:18
21.09.2019
Die Tageszeitung Koha Ditore berichtet heute in ihrem Leitartikel über die neuesten Ergüsse der sogenannten „Kosovo Troika“. Ein hoher Diplomat erklärte gegenüber der Zeitung: „ Wir benützen zunehmend das Wort Unabhängigkeit nicht mehr“. Dies entspricht komplett der Linie des deutschen EU- Verhandlungsbeauftragten für Kosova, Wolfgang Ischinger. Der Vorschlag der „Troika“ lautet ziemlich klar, Implementierung des Ahtisaari-Planes abzüglich des Wortes Unabhängigkeit. Selbstverständlich war und ist der Ahtisaari-Plan, mit oder ohne die Floskel Unabhängigkeit,

ein Plan gegen das Selbstbestimmungsrecht Kosovas. Den imperialen Chefplanern geht es darum Kosova mittels der Dezentralisierung entlang völkischer Kriterien zu teilen. Die zusätzliche Schaffung von Sonderzonen für religiöse Objekte, die man als serbisch definiert, auf 9% des Landes, hat das politische Ziel, den ethnischen Konflikt am Kochen zu halten. Durch das Prinzip teile und herrsche will sich die der Kolonialismus in Kosova dauerhaft legitimieren. Mittels der faktischen Streichung des Wortes „ Unabhängigkeit“ im staatlichen Poker um Kosova kann allerdings das Volk erregt werden. Es ist durchaus zu erwarten, dass die Formulierung „Überwachte Unabhängigkeit“ in den nächsten Tagen wieder aus dem Köcher gezogen wird. Das Pingpongspiel bezüglich Kosova wird noch einige überraschende Floskeln zu Tage fördern. Fest steht allerdings, dass das Volk Kosovas kein aktiver Mitspieler sein darf. Den Menschen ist die Zuschauerrolle zugedacht. Zudem wird der Wahlkampf, die "Parlamentswahl" ordnete  Joachim Rücker an, ablenken von den dringlichen sozialen und nationalen Interessen. Gefordert wäre jedoch ein aktiver Kampf gegen den Verarmungsprozess in Kosova, welcher durch die Privatisierungsorgie der UNMIK extrem befördert wird. Gefordert ist der Kampf um ein Referendum, indem die Menschen frei über ihren zukünftigen Status befinden können. All dies lehnen die verschiedenen kolonialen Mächte ab. Gegen die koloniale Ignoranz und die imperiale Machtpolitik muss Widerstand praktiziert werden. Dies hat autonom zu geschehen, völlig unbeeinflußt von den gerade gebrauchten Floskeln der Kolonialmächte.